Fr., 02.12.2016

Multitalent mit Gebrechen Skoda Roomster als Gebrauchter

Multitalent mit Gebrechen : Skoda Roomster als Gebrauchter

Foto: Skoda

Viel Raum und Variabilität zeichnen den Roomster von Skoda aus. Dennoch gibt es einige Probleme bei Achsen und Lenkung. Als Gebrauchter ist der Roomster deshalb vor allem in einer bestimmten Baureihe zu empfehlen.

Von dpa

Berlin (dpa/tmn) - Roomster klingt nach viel Raum. Und tatsächlich löst der praktische Skoda diesen Anspruch ein. Er fasst mehr Gepäck als der Kombi des Octavia und ist mit seinen verrück-, ausbau- und klappbaren Sitzen im Fond sehr variabel.

Während der Skoda Roomster tatsächlich seinem Namen alle Ehre macht, ist jedoch auch das Spektrum der Mängel und Zipperlein beim tschechischen Auto groß.

«Für ein Produkt des VW-Konzerns schneidet der Roomster ungewöhnlich schlecht ab», resümiert der «TÜV Report 2016». Demnach treten vor allem Probleme mit den Achsen, der Lenkung und den Antriebswellen ab einem Fahrzeugalter von sieben Jahren sehr häufig auf. Auch die Wirkung der Fußbremse wird bei der Hauptuntersuchung (HU) überdurchschnittlich oft beanstandet. Ölverlust betrifft Exemplare aller Baujahre. Interessenten gibt der «TÜV Report» einen Tipp: «Wenn Roomster, dann einen nach dem 2010er Facelift gebauten.» So umgehe man mit gewisser Wahrscheinlichkeit Querelen mit den Achsen.

Die Pannenstatistik des ADAC fällt rosiger aus. Das Modell fahre hier oft im grünen Bereich, sei in Sachen Anfälligkeit weitgehend unauffällig. Doch ein paar Mängel kommen trotzdem öfter vor. So treten bei bis Mitte 2010 montierten 1.2 TSI-Motoren montagebedingte Schäden an Zündkerzen auf. Bei den Ottomotoren ab 2006 nerven zudem defekte Stabzündspulen. Ein weiteres Problem sind durchgebrannte Glühbirnen bis zum Baujahr 2009. Im gleichen Jahr gab es einen Rückruf wegen gebrochener Gurtschließzungen. Betroffen waren über 600 Fahrzeuge eines Produktionstages (17. August 2009).

Der Roomster basiert auf Komponenten des Kleinwagens Fabia und dem Mittelklasse-Modell Octavia. Skoda lieferte die Mischung aus Van und Hochdachkombi erstmals 2006 aus. Die Gestaltung des Exterieurs setzte eine Duftmarke - vor allem der Sprung in der Fensterlinie. Sogar einen Designpreis heimste das Modell ein. Das 2010 eingeführte Facelift blieb dem Konzept des familientauglichen Lademeisters treu: Über 1800 Liter fasst das Gepäckteil des 4,20-Meter-Autos. 2015 stellte Skoda die Produktion ersatzlos ein.

Den Roomster gab es nur mit vergleichsweise leistungsschwachen Motoren zu kaufen - wohl um Autos wie dem VW Golf nicht zu viele Marktanteile abzujagen. So gibt der stärkste Motor 77 kW/105 PS ab, sowohl als Diesel oder Benziner mit je vier Zylindern. Nächst schwächerer Selbstzünder ist ein Aggregat mit 66 kW/90 PS. Daneben gibt es noch drei Dreizylinder mit einer Spanne von 51 kW/70 PS bis 59 kW/80 PS. Die übrigen Ottomotoren decken 47 kW/64 PS bis 63 kW/86 PS ab - die schwächeren sind dabei ebenfalls als Dreizylinder ausgelegt.

Wer auf der Suche nach einem 1.2 Active mit dem 51 kW/70 PS starken Dreizylinder ist, muss bei einem 2011er Modell mit einem in der Schwacke-Liste angegeben durchschnittlichen Preis von 6050 Euro kalkulieren. Die Preissammlung geht dabei von einer Laufleistung von 73 200 Kilometern aus. Noch 12 550 Euro ist die Angabe für den Roomster 1.2 TSI Elegance green tec von 2015 mit 77 kW/105 PS (23 150 Kilometer). Der 1.9 TDI DPF Cycling mit gleicher Leistung wird im Falle des Baujahrs 2008 mit noch 5800 Euro geführt - bei allerdings 148 200 Kilometern auf dem Zähler.



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