Do., 30.04.2015

Ernährung Gesund, größere Brüste, krebserregend...Sieben Mythen rund um das Bier

Ernährung : Gesund, größere Brüste, krebserregend...Sieben Mythen rund um das Bier

Kaum ein Getränk ist so sagenumwoben und sorgt für so viel Zündstoff wie das deutsche Nationalgetränk.

Die einen nutzen es als Heilmittel, die anderen sprechen ihm eine krebserregende Wirkung zu. Manch eine Frau hofft auf eine größere Oberweite durch den Konsum, Sportler trinken es als isotonisches Kaltgetränk. Um kaum ein Lebensmittel gibt es so viele Mythen, wie um das deutsche Nationalgetränk. So oder so... laut welt.de trinkt jeder Deutsche rund 500 Flaschen Bier pro Jahr.

Der Anbieter Sparheld stellt dahingehend und im Zuge des „Tag des Deutschen Bieres“ (letzter am 23. April) auf seiner Webseite eine Typologie vor, die bekannte Biersorten wie Beck’s oder Krombacher und ihre Zielgruppen vorstellt. Doch was hat es mit dem Gebräu wirklich auf sich? Welche Gerüchte entsprechen der Wahrheit und welche sind völlig aus der Luft gegriffen? Hier kommen die sieben größten Mythen rund um den Bierkonsum:

1.       Ist Bier krebserregend?

Ein hartnäckiges Argument der Biergegner ist die Überzeugung, dass Bier krebserregende Stoffe enthält. Es handelt sich dabei um die sogenannten Nitrosamine, welche aus anderen Substanzen im Magen umgewandelt und gebildet werden. Das dunkle Malz, welches zur Herstellung von vielen Biersorten genutzt wird, enthält eine Vorstufe dieser Substanz. Allerdings gehört dieser Mythos in die Vergangenheit, genau genommen in die 80er Jahre. Denn seither gibt es neue Verfahren zur Herstellung von Bier und der Nitrosamingehalt wurde auf ein Minimum reduziert. Wer das Getränk also in Maßen genießt, dürfte sich um die krebserregende Wirkung keine Sorgen machen müssen.

2.       Also schützt Bier vor Krebs?

Nun, da die Angst vor den krebserregenden Stoffen im Bier ausgeräumt ist, drängt sich eine andere Diskussion auf: Hopfen soll Stoffe enthalten, die vor Krebs schützen. Die Sprache ist vom sogenannten Flavonoid Xanthohumol. Ihm wurde, in Studien des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, dem Lehrstuhl für Technologie der Brauerei und der Technischen Universität München, eine heilende Wirkung auf Entzündungen und Krebs bei Labor- und Tierversuchen nachgewiesen. Ob und wie der Stoff aber auf den Menschen wirkt, zusätzlich in Kombination mit den weiteren Inhaltsstoffen des Bieres und auch mit dem enthaltenen Alkohol, ist völlig unklar. Hinzu kommt, dass das Bier nur eine sehr geringe Menge des Xanthohumol enthält. Die schädliche Wirkung des Alkohols überlagert diese daher deutlich.

3.       Bier gegen Herzinfarkte?

Bier soll das Risiko eines Herzinfarktes senken. Tatsächlich konnten verschiedene Studien nachweisen, dass regelmäßiger Bierkonsum dieses Risiko zu etwa einem Drittel reduziert. Dies funktioniert so, dass durch den Bierkonsum das gute HDL Cholesterin im Blut ansteigt und dadurch die Blutplättchen weniger verklumpen. Allerdings ist auch hier die Menge entscheidend. Denn ansonsten überwiegen die schädlichen Eigenschaften des Alkohols über den heilsamen des Hopfens. Als Grenzwerte gelten ein Viertelliter für Frauen pro Tag und ein halber für Männer.

4.       Große Oberweite, schöne Haut, glänzendes Haar – macht Bier schön?

Viele Frauen schwören auf das Bier als effizientes Schönheitsmittel. Manch eine wendet es nicht nur durch den Konsum an, sondern benutzt das Gebräu sogar als Haarspülung oder Gesichtsmaske. Doch was steckt eigentlich hinter dem Mythos, dass Bier schön macht?

Zuerst einmal sollen die pflanzlichen Östrogene im Hopfen als Hormontherapie für die Frau ein Wachsen der Brüste bewirken. Bewiesen wurde das allerdings bislang nicht. Zwar enthält das Bier die sogenannten Phytoöstrogene, welchen eine ähnliche Wirkung wie die körpereigenen Hormone zugeschrieben wird, doch die im Bier enthaltene Menge ist so gering, dass eine Wirkung sehr unwahrscheinlich ist. Entsprechende Studien stehen noch aus.

Und noch eine Enttäuschung steht für all jene an, die auf Bier als Schönheitsmittel setzen: Auch die B-Vitamine, die Haut und Haare verschönern und die Faltenbildung bremsen sollen, sind im Bier nur in geringsten Mengen enthalten. Weitere Inhaltsstoffe sind hier beschrieben. Effektiver sind da Gemüsesorten wie Brokkoli, Vollkornprodukte oder auch Hülsenfrüchte und Milch.

5.       Bier als Dickmacher

Ein Gerücht, das sich nicht leugnen lässt, ist, dass Bier dick macht. Der typische Bierbauch ist schließlich täglich auf der Straße zu bewundern. Das liegt vor allem an der konsumierten Menge. Eine Maß enthält nämlich 420 Kilokalorien...und dabei bleibt es meistens nicht. Hinzu kommt, dass die Kalorien im Bier nicht satt machen, sondern zusätzlich den Appetit anregen. In Kombination mit einer normalen Mahlzeit wird das Bier so zur echten Kalorienbombe. Der größte Dickmacher ist dabei der Alkohol selbst. Eine sparsamere Variante wäre daher ein alkoholfreies Bier zur einer kleinen Mahlzeit.

6.       Ist Bier ein isotonisches Sportgetränk?

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Manch ein Sportler oder Läufer setzt auf das Bier als isotonisches Sportgetränk.

Sportler und Läufer nutzen das Bier gerne als isotonisches Sportgetränk, denn es löscht nicht nur hervorragend den Durst, es enthält auch wichtige Mineralstoffe, wie

·         Kalium,
·         Magnesium,
·         Calcium
·         Phosphor,
·         Vitamin B2 und B6,
·         Pantothensäure und
·         Niacin.

Tatsächlich liefert der Bierkonsum für Sportler wichtige Inhaltsstoffe. Doch der Alkohol wiederum mindert die Leistung und frisst den Magnesiumspeicher im Körper auf. Ein Bier ab und an kann sich positiv auf die Leistung eines Sportlers auswirken, was aber auch in der gesellschaftlichen Komponente liegt, wie auch folgender Beitrag formuliert. Falsch jedoch ist es, Bier als isotonisches Getränk nach der Anstrengung zu genießen. Denn Bier bremst die die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher. Erst muss der Flüssigkeitsverlust mit Wasser oder einem Sportgetränk aufgefüllt werden. Es sollten nach dem Sport einige Stunden vergehen, dann kann auch ohne Bedenken zum Bier gegriffen werden.

7.       Bier macht glücklich

Ein Volksfest ohne Bier ist absolut undenkbar. Auch ein Radler beim Grillen oder ein Bier in der warmen Sonne des Sommers gehört für viele Deutsche einfach dazu. Neben zahlreichen Mythen und Gerüchten, die noch nicht vollständig gestützt oder widerlegt werden konnten, ist eines ganz eindeutig zu bejahen: Bier macht glücklich! Und das liegt nicht, entgegen der ersten Vermutung, am Alkoholgehalt des Getränkes. Warum das so ist, ist bislang unklar. Dennoch haben Forscher der Universität Indiana eindeutig einen Anstieg der Dopamin-Ausschüttung im Gehirn durch den Bierkonsum nachgewiesen. So macht schon der Geschmack des Bieres allein glücklich und versetzt den Konsumenten in eine positive Stimmung, bevor sich der Alkohol überhaupt bemerkbar macht.

Alles in allem ist ein Bier unter Freunden eine freudige und sogar gesundheitsfördernde Angelegenheit. Jedoch nur so lange, wie die genannten Grenzwerte eingehalten werden. Wer nun welche Sorte bevorzugt oder ob es die alkoholfreie Variante sein soll, das liegt bei jedem selbst. Prost!

Bilder:
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