Mo., 29.01.2018

Ernährung Lebensmittelkauf: Geschmack und Regionalität sind wichtig

Ernährung: Lebensmittelkauf: Geschmack und Regionalität sind wichtig

Foto: pixabay.com

Geschmack ist Trumpf! Laut einer aktuellen Umfrage zum Lebensmittelkonsum kaufen 97 Prozent der deutschen Konsumenten das, was ihnen schmeckt. Allerdings sind auch andere Beweggründe auf dem Vormarsch – allen voran die Regionalität.  

Umweltaspekte rücken in den Vordergrund

Zum dritten Mal hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) seinen jährlichen „Ernährungsreport“ publiziert. Im Zuge der repräsentativen Erhebung wurden 1.000 Deutsche zu ihren Essgewohnheiten befragt. Während der Geschmack bei den Kaufkriterien seine unangefochtene Spitzenposition behaupten konnte, spielen zunehmend Umwelt- und Nachhaltigkeitsmerkmale eine Rolle.

Besonders stark im Kommen ist in diesem Zusammenhang die regionale Herkunft der Lebensmittel. Für 78 Prozent der Befragten spielt sie bei der Kaufentscheidung eine Rolle – wobei Frauen (85 Prozent) der Regionalität eine größere Bedeutung beimessen als Männer (70 Prozent). 79 Prozent aller Umfrageteilnehmer finden es in diesem Zusammenhang wichtig, dass die Verpackung einen entsprechenden Hinweis zur Herkunftsregion aufweist.

Gesund soll das Essen sein

Dahinter stehen zwei grundsätzliche Überlegungen: Einerseits können Verbraucher besser nachvollziehen, woher die Ware stammt. Andererseits werden Lebensmittel aus der Region nicht kreuz und quer durchs Land gekarrt, kommen frischer auf den Tisch und setzen durch die kurzen Transportwege weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) frei.

Vom Feld ins Heim – dieser Trend setzt sich stärker durch. Im Raum Münster liefert zum Beispiel der Naturkosthandel Ökullus erntefrisches Obst und Gemüse direkt zum Kunden. Das passt zu einem weiteren Ergebnis der Untersuchung: 92 Prozent wünschen sich ein möglichst gesundes Essen.

Das Ganze funktioniert auch anders herum. Inzwischen haben die großen Handelsketten gemerkt, wie wichtig den Konsumenten Qualität beim Lebensmittelkauf ist. So werden die Wurst- und Schinkenspezialitäten des Familienunternehmens Schwarz Cranz, der sich zunächst vor allem als regionaler Anbieter einen Namen gemacht hatte, heute auch bei einem namhaften Discounter angeboten.

Auch wichtig: Informationen, Siegel, Tierwohl

Neben der Herkunft schauen die Verbraucher auch auf Herstellung und Zusammensetzung der Lebensmittel und machen diese Informationen dann zu einem Teil ihrer Kaufentscheidung. Rund zwei Drittel der Befragten nutzen solche Angaben, etwa zu Nährwerten und Inhaltsstoffen.

Eine zunehmend größere Gruppe achtet beim Lebensmittelkauf auf Siegel: 41 Prozent waren es bei der jüngsten Umfrage. Zum Vergleich: In der BMEL-Erhebung von 2015 fielen Siegel nur für 33 Prozent ins Gewicht.

Das Wohl der Tiere liegt den Konsumenten ebenfalls am Herzen: Zwei Drittel der Befragten erwarten von der Landwirtschaft eine artgerechte Tierhaltung, 79 Prozent sprechen sich für ein staatliches Tierwohl-Label aus. Für eine bessere Tierhaltung als das Gesetz verlangt würden 90 Prozent der Deutschen tiefer in die Tasche greifen. Nur zwei Prozent wäre nicht bereit, mehr zu zahlen.



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