Mi., 09.12.2015

Finanzen Ruhestand nach Lottogewinn? – Für die meisten keine Option

Finanzen : Ruhestand nach Lottogewinn? – Für die meisten keine Option

Auch wenn es verlockend ist, aber die meisten Deutschen würden auch nach einem Lottogewinn weiterarbeiten. Foto: Flickr

"Wenn ich im Lotto gewinne, dann kündige ich" – Schon mal gehört oder selbst gesagt? Den Lottojackpot zu knacken und dann nicht mehr arbeiten zu müssen – das erscheint vielen Menschen im Joballtag wahrhaftig als Traum. Südsee statt Schreibtisch klingt verlockend. Doch dieser Wunschtraum wird nur selten in die Wirklichkeit umgesetzt. Laut einer aktuellen Studie würde nur jeder Fünfte seinen Job nach einem Lottogewinn kündigen.

Hoher Lottogewinn motiviert nicht zur Kündigung

Würden Sie sich bei einem Lottogewinn von 10 Millionen Euro aus dem Arbeitsleben zurückziehen? – Diese Frage stellte WestLotto schon 2012. Bei den Befragten in Ostdeutschland bejahten 35 Prozent die Frage, in Westdeutschland taten dies 27 Prozent. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Die Mehrheit der Deutschen würde auch nach einem hohen Lottogewinn weiterarbeiten.  Um realistisch zu bleiben, mehrfache Millionengewinne sind ohnehin selten, was bei  einem regelmäßigen Blick in die Lottoquoten schnell klar wird. Doch es ist nicht etwa die realistische Einschätzung der Gewinnchancen, welche die Menschen weiterarbeiten lässt. Schließlich ist die Frage nach dem Rückzug aus dem Arbeitsleben hypothetisch gestellt. Vielmehr bedeutet den Menschen Arbeit mehr, als man bei all den Beschwerden über launische Chefs und Überstunden glauben mag.

Arbeit hat einen hohen Stellenwert

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung und des GfK Vereins kam zu dem Schluss, dass Arbeit für die meisten Berufstätigen ein Wert an sich ist. In der Studie wurde gefragt, ob man seine berufliche Tätigkeit nach einem hohen Geldgewinn aufgeben würde. 55 Prozent der Befragten gaben an, weiter arbeiten zu wollen. 37 Prozent würden den Lottogewinn als Anreiz nutzen, sich nach einer neuen Arbeitsstelle umzuschauen. Arbeit hat für viele einen höheren Stellenwert als Freizeit oder gesellschaftliches Engagement. In der Studie vergaben die Befragten 34 Prozentpunkte an die Berufstätigkeit, 20 Prozentpunkte an die Freizeit und nur sieben Punkte an das gesellschaftliche Engagement. Nur die Familie und Partnerschaft ist den Studienteilnehmern mit 39 Prozentpunkten etwas wichtiger als die Arbeit.

In der Studie zeigten sich allerdings Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Arbeit ist in der Gruppe der alleinstehenden, eher männlichen und älteren Befragten besonders wichtig. Frauen hingegen, die in Teilzeit arbeiten und in einer Partnerschaft leben, messen der Arbeit weniger Bedeutung zu.

Die vollständige Studie zum Thema "Bedeutung der Arbeit" kann man sich  hier als PDF-Datei herunterladen.

Bildrechte: Flickr  Geldscheine  Maik Meid CC BY 2.0  Bestimmte Rechte vorbehalten



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3677469?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686138%2F2686293%2F2686316%2F