Fr., 21.08.2015

Gesundheit Zahnspangen müssen dank moderner Technik nicht mehr schlecht aussehen!

Gesundheit : Zahnspangen müssen dank moderner Technik nicht mehr schlecht aussehen!

Dank neuer Techniken lassen auch immer mehr Erwachsene mit einer Zahnspange Fehlstellungen korrigieren. Foto: Model Foto: colourbox.de

Rasante technische und innovative Materialentwicklungen sorgen in der Kieferorthopädie dafür, dass immer mehr Erwachsene im höheren Lebensalter ihre Zahnfehlstellungen nachträglich korrigieren lassen. Man könnte fast von einem modischen Trend sprechen.

Bis vor ein paar Jahren hätte man für diese Aussage vermutlich nicht mehr als einen skeptischen Blick geerntet, denn die meisten Menschen bringen eine Zahnspange in Verbindung mit einer Zeit, die jeder schnellstmöglich hinter sich bringen möchte. Doch das Bild hat sich mit der Zeit weiterentwickelt und muss nicht nur als medizinische Maßnahme gesehen werden: Mittlerweile gelten Träger einer Zahnspange als selbstbewusst und jung geblieben!

Dank moderner Technik ist es sogar möglich, dass die Zahnspange nicht einmal mehr sichtbar ist. 

Alternativen zur Zahnspange im „Jugendstil“ 

Die klassische feste Zahnspange kennen viele Menschen: Hierbei wird auf jeden Zahn einzeln ein sogenanntes „Bracket“ geklebt. Alle zusammen werden um den gesamten Zahnbogen mithilfe eines Drahtes miteinander verbunden. In verschiedenen Phasen werden die Zähne einer bestimmten Wunsch- Form angepasst. Man spricht auch von der sog. „Multibandtechnik“[5].

Leider ist diese Möglichkeit der Zahnkorrektur bereits „beim ersten Lächeln“ direkt sichtbar. Im Folgenden sind vier beispielhafte Möglichkeiten aufgeführt, welche dezente bis nahezu unsichtbare Varianten aufzeigen. Oft wird eine „ästhetischere“ Möglichkeit der Zahnstellungs-Korrektur angeboten.[4].

1.       Lingualtechnik: Bei dieser Technik werden die Brackets, also die Teile einer festen Zahnspange, welche direkt auf den Zähnen aufliegen, auf die Innenseite (Seite der Zunge; lat. Lingua= Zunge) der Zähne geklebt. Somit sind diese, sowie der Draht, welcher die einzelnen Bestandteile miteinander verbindet, von außen für den Betrachter nicht sichtbar[1]. Zu erwähnen ist hierbei, dass die Methode für den Kieferorthopäden deutlich aufwändiger ist und das Ergebnis der Korrektur aufgrund der schlechteren Sicht nicht immer die Möglichkeit bietet, exakt zu arbeiten. Zusätzlich entstehen höhere Laborkosten, welche ebenfalls dazu führen, dass die Lingualtechnik mit einem relativ hohen Kostenaufwand verbunden ist. Außerdem kann es in den ersten 6-12 Wochen zu Problemen bei der Aussprache kommen, da die Zunge, mit den Brackets ständig in Kontakt kommt.

2.       Invisalign: Hierbei handelt es sich nicht um eine feste Zahnspange. Es wird eine Korrektur der Zahnstellung mithilfe von Schienen aus Kunststoff hergestellt (sogenannte Aligner). Diese können beliebig herausgenommen werden. Der Kunststoff ist transparent, sodass die Invisalign auch tagsüber getragen werden kann. Während der Behandlung ist es notwendig, dass die Schienen in regelmäßigen Abständen (etwa alle zwei Wochen) ausgetauscht werden. Für diesen Prozess benötigt der Kiefer zwischen 12 und 48 angepasste Schienen. Mit jeder neuen Schiene nähert der Patient sich seiner optimalen Zahlstellung. Von großem Vorteil hierbei ist, dass die Zahnpflege aufgrund der herausnehmbaren Schienen überhaupt nicht beeinträchtigt wird und somit wie gewohnt möglich ist. Zudem sind die Kosten im Vergleich zur Lingualtechnik wesentlich geringer.[2][3]

3.       Mini-Brackets: Mini-Brackets sind innovative Bracket-Systeme, welche extrem reibungsreduziert sind[5]. Das bedeutet, dass die Behandlung mit wenig Schmerzen verbunden ist und somit schonender abläuft. Die Brackets sind kleiner als Standard-Brackets und besetzen am Zahn eine kleinere Fläche. Sie sind weniger sichtbar und gleichzeitig leichter zu reinigen[6]. Aufgrund eines sehr präzisen „indirekten Klebeverfahrens“ kann auf einen Draht verzichtet werden. Die Behandlungszeit ist hierbei aufgrund weniger notwendiger Kontrolltermine verkürzt[5].

4.       Keramik-Brackets: Statt den klassischen Edelstahlbrackets können auch Keramikbrackets in exakter Zahnfarbe des Patienten verwendet werden. Diese sind im direkten Vergleich besonders unauffällig. Als Nachteil gilt, dass diese am Ende der Behandlung relativ schwer abzulösen sind[5].

Hilfreiche Tipps

Um herauszufinden, ob in einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV ) ein Leistungsanspruch bei einer kieferorthopädischen Maßnahme besteht, lässt sich mithilfe der Gruppierung in Kieferidentifikationsgruppen feststellen.
Um nach einer der oben genannten kieferorthopädischen Eingriffe die gewünschte Zahnstellung auch „in Form“ zu halten, werden sogenannte „Retainer“ verwendet. Diese können entweder herausnehmbar angefertigt werden oder als festsitzende Kleberetainer direkt an der Innenseite der Zähne befestigt werden. So können sich die Kieferknochen und die neu positionierten Zahnwurzeln besser an ihre neue Position gewöhnen[5].
In jedem Fall gibt es also in der modernen Kieferorthopädie vielfältige Methoden, um auch im Erwachsenenalter noch dezent und unauffällig den Schritt einer Zahnkorrektur zu wagen.

[1] J.K. Williams: Festsitzende kieferorthopädische Apparaturen: Grundlagen und klinische Anwendung, Georg Thieme Verlag, 2000, S. 17

[2] Andreas Gebhardt, Generative Fertigungsverfahren: Additive Manufacturing und 3D Drucken für Prototyping- Tooling- Produktion, Carl Hanser Verlag GmbH Co KG, Oktober 2013, S. 46

[3] „Erwachsen und Zahnspange?!
Infos zum Thema kieferorthopädische Behandlung bei Erwachsene“,  http://www.zahnspange-kieferorthopaedie.de/Erwachsene-kieferorthopaedie/erwachsene-kieferorthopaedie.html, 18.08.2015
[4] „Feste Zahnspange- Festsitzende Zahnspange- Brackets“,  http://www.zahnspange-kieferorthopaedie.de/FesteSpangen/festespangen.html, 18.08.2015
[5] „Zahnzusatzversicherungen für Kinder die modernen Hilfsmittel zur Korrektur von Zahnfehlstellungen“,  http://ratgeber.zahnzusatzversicherungen-vergleich.com/die-modernen-hilfsmittel-zur-korrektur-von-zahnfehlstellungen/, 18.08.2015

[6] „Vor- und Nachteile unterschiedlicher Zahnspangen“,  http://www.zahnarzt-hohenschoenhausen.de/1-13-447-Vor—und-Nachteile-unterschiedlicher-Zahnspangen.html, 18.08.2015



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