Do., 26.11.2015

Gesundheit Kontroverse über E-Zigaretten - Dokumentarfilm „A Billion Lives“ deckt diskreditierende Berichterstattung auf

Gesundheit : Kontroverse über E-Zigaretten - Dokumentarfilm „A Billion Lives“ deckt diskreditierende Berichterstattung auf

In dem Dokumentarfilm "A Billion Lives" wird das Thema E-Zigaretten behandelt. Foto: Horwin / pixabay.com

Die Dokumentation „A Billion Lives“ von Aaron Biebert thematisiert die Hintergründe der negativen Meldungen über E-Zigaretten und schlägt bereits vor der Erstausstrahlung hohe Wellen. Neben dem Lobbying der Großkonzerne legt der Dokumentarfilm das Staatsversagen schonungslos offen.

Der Film wird Anfang des kommenden Jahres in die Kinos kommen. Ziel des Filmemachers Biebert sei es, objektiv über die Fakten der E-Zigaretten aufzuklären, um zum einen davon zu überzeugen, dass die elektrische Alternative eine Chance für Raucher sein kann. Zum anderen appelliert er an die verschiedenen Interessengruppen sich an verifizierbare Fakten zu halten und von eigennützigen Falschmeldungen Abstand zu nehmen.

Mitte Oktober sorgte bereits die Meldung über die Film-Zensur von Facebook für Schlagzeilen. Die Verantwortlichen hinter dem sozialen Netzwerk hatten entschieden die Bewerbung der E-Zigaretten-Dokumentation „A Billion Lives“ zu verweigern. Facebook begründete diesen Schritt damit, dass es verboten sei Tabak oder tabakbezogene Produkte inklusive E-Zigaretten zu fördern. Laut Facebook bestünde in der Bewerbung des Films ein Verstoß gegen Richtlinien. Nach massiven Protesten nahmen die Verantwortlichen die Zensur zurück. Ausschlaggebend dürfte in diesem Zusammenhang der Einwand von Aaron Biebert selbst gewesen sein. Er verfasste an Mark Zuckerberg, dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden von Facebook und sein Team einen Brief und erklärte darin den Inhalt sowie den Zweck der Dokumentation. Er verwies darauf, dass der Dampf von E-Zigaretten keinen Tabak enthält. Seither wird die Anzeige zum Film wieder bei Facebook angezeigt.

A Billion Lives – Ein Aufklärungsfilm über E-Zigaretten

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Foto: geralt / pixabay.com

Der Titel des Films deutet auf eine  Schätzung von Experten der Weltgesundheitsorganisation hin, wonach eine Milliarde Menschen im Laufe des 21. Jahrhundert aufgrund des Zigarettenkonsums sterben sollen. Aaron Biebert, der weder Raucher noch Dampfer ist, will mit seinem Film auf das Potenzial der E-Zigaretten aufmerksam machen und dabei die Falschmeldungen aufdecken, die laut Biebert von zahlreichen Interessengruppen bewusst gestreut wurden. Seiner Meinung nach wird Rauchern damit die Möglichkeit genommen, auf  eine gesündere Alternative umzusteigen und sich vom eigentlichen Laser des Rauchens zu verabschieden, um dem sicheren Tod zu entgehen. Interessanterweise sollen vorwiegend nicht die Tabakkonzerne schuld an der einseitigen Berichterstattung sein, welche das Potenzial von E-Zigaretten untergräbt. Wie im  Preview des E-Zigaretten Fachhändlers unter mr-smoke.de berichtet wurde, ergaben Bieberts Recherchen zu „A Billion Lives“, dass vielmehr Pharmakonzerne, Medien und Non-Profit-Organisationen für die rufschädigenden Fehlinformationen verantwortlichen seien. Diese würden E-Zigaretten in einem verzerrten Bild darstellen und hätten ein negatives Image hervorgerufen. „A Billion Lives“ setzt an dieser Stelle an und klärt Zuschauer über die Missstände in der Branche auf. Biebert appelliert an Führungskräfte, Politiker und Interessenvertreter künftig auf irreführende Meldungen zu verzichten und sich stattdessen auf wahre Fakten zu konzentrieren. Die Verflechtung zwischen Medien, Regierung und „Big Pharma“ könnte laut Biebert vielen Menschen das Leben kosten, weil die einseitige Berichterstattung die Gesellschaft verunsichere und fehlerhafte Informationen ein falsches Bild hervorgerufen hätten. Eine hitzige Diskussion hat die Dokumentation bereits vor Filmstart ausgelöst. Denn angeblich soll es wissenschaftliche Studien geben, die durch fehlerhafte Tests falsche Ergebnisse hervorgerufen haben. Im „New England Journal of Medicine“ war von einer Studie die Rede, wonach im Dampf der E-Zigaretten im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten mehr Formaldehyd enthalten sein soll. Da das Liquid bei den Tests aber viel zu stark erhitzt worden sein soll, seien die Studienergebnisse falsch. Ob die negative Berichterstattung nach dem Filmstart ein Ende nimmt, bleibt bislang abzuwarten.

Um die Unterschiede zwischen den Inhaltsstoffen von Zigaretten und E-Zigaretten zu verdeutlichen wurden in der nachfolgenden Tabelle die wichtigsten Substanzen gegenübergestellt:

Zigaretten E-Zigaretten

-Methanol

-Blausäure

-Nikotin

-Butadien

-Stickstoffoxide

-Acetaldehyd

-Kohlenstoffmonoxid

-Formaldehyd

-Propylenglycol  (E1520)

-Benzylalkohol (E1519)

-Glycerin (E 422)

-Wasser

-Künstliche Aromen

-je nach Liquid: Nikotin

 

Während die Angaben zur E-Zigarette vollständig sind, wurden bei Zigaretten nur einige der Substanzen aufgeführt, die für den Menschen zweifelsfrei giftig sind. Wie den Angaben zu entnehmen ist, handelt es sich bei den Substanzen im Liquid von E-Zigaretten größtenteils um Stoffe, die als Lebensmittelzusatz zugelassen sind. Beim Betrachten der Inhaltsstoffe wird deutlich, dass es hinsichtlich der gesundheitlichen Risiken markante Unterschiede gibt. Die Sendung Welt der Wunder hat sich mit dem Thema E-Zigaretten bereits auseinandergesetzt und einige Fakten zusammengefasst. Im Video betont auch Prof. Bernd Mayer, Toxikologe an der Karl-Franzens-Universität, dass die Schädlichkeit von E-Zigaretten selbst bei Verunreinigungen die schädigende Wirkung von herkömmlichen Zigaretten nicht übertreffen kann:

Totally Wicked – Der Europäische Gerichtshof entscheidet

Bevor Anfang 2016 „A Billion Lives“ in die Kinos kommt, könnte die Kontroverse bald eine entscheidende Wendung nehmen, wenn der Europäische Gerichtshof über die Klage von „Totally Wicked“ entscheidet, einem britischen E-Zigaretten-Produzenten. Dieser ist laut Medienberichten zufolge davon überzeugt, dass die Europäische Union durch regulatorische Eingriffe die Entwicklung von E-Zigaretten aufhalten möchte. Im Rahmen einer neuen Tabakrichtlinie setzt die EU den Dampf von E-Zigaretten mit Tabak gleich. Totally Wicked klagte daraufhin, weil die Liquids von E-Zigaretten keinen Tabak enthalten und diese Regelung demnach nicht gerechtfertigt sei. Da Public Health England, eine Exekutivagentur des Departments of Health im Vereinigten Königreich, Berichten unter gov.uk zufolge den E-Zigaretten im Vergleich zu Zigaretten ein um 95 Prozent geringeres Gesundheitsrisiko attestiert, scheint die Verabschiedung der Tabak-Richtlinie umso verwunderlicher.  E-Zigarettenhersteller vermuten, dass die Gesetzgebung der Europäischen Union von der Tabak-Lobby beeinflusst wird. Die Anfechtungsklage von Totally Wicked wird einen Höhenpunkt zwischen denjenigen markieren, die E-Zigaretten als Bedrohung für individuelle Interessen ansehen und denjenigen, welche die elektronischen Alternativen als Chance zur Verbesserung der gesellschaftlichen Gesundheit betrachten.  

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