Di., 19.09.2017

Büroflächenknappheit Weniger Büroflächen, mehr Bürojobs

Büroflächenknappheit: Weniger Büroflächen, mehr Bürojobs

Foto: Colourbox.de

Die Büroflächen in Deutschland werden immer knapper. Seit Jahren sinken die Leerstandsquoten, während der Bürobedarf steigt. Die Gründe: Zum einen eine mangelhafte Neuflächenentwicklung; zum anderen ein Strukturwandel in der Arbeitswelt. Was können Bürosuchende tun?

Bürosuchende haben es in diesen Tagen nicht leicht: Wer Büroräume sucht, weil er oder sie etwa ein Unternehmen zu gründen gedenkt oder aber, weil angesichts guter Wachstumsraten ein Umzug in größere Räumlichkeit immer erforderlicher wird, muss heute entweder gute Beziehungen oder zumindest viel Zeit haben. Denn bei Leerstandsquoten von lediglich 2,7 Prozent in Berlin oder 2,9 Prozent in Stuttgart (vgl. Angaben des Magazins »inpuncto«, 1/2017) sehen die kurzfristigen Erfolgsaussichten eher suboptimal aus. Und der Leerstand geht weiter zurück. Auch an vielen anderen Top-Immobilienstandorten droht er unter die gleichsam »magische Grenze« von 5 Prozent zu rutschen. Die Nichtunterschreitung dieser sei jedoch für einen funktionierenden Büromarkt essentiell, so die Autoren von »inpuncto«.

Wie kommt es zur Büroflächenknappheit?

Dass es mittlerweile eine akute Büroflächenknappheit in Deutschland gibt, hat verschiedenartige Ursachen, die sich im Wesentlichen jedoch auf zwei Entwicklungen herunterbrechen lassen:

Einerseits steig die Nachfrage stetig. Dies hat nicht zuletzt mit guten Konjunkturdaten, aber auch, und vielleicht vor allem, mit einem Strukturwandel der Arbeitswelt zu tun. Jobs in der Produktion nehmen nämlich sukzessive ab; Bürojobs dagegen sind seit den 1970er Jahren kontinuierlich auf dem Vormarsch. Dies hat im Wesentlichen mit der explosionsartigen Entwicklung des Dienstleistungssektors zu tun, und es scheint, glaubt man etwa dem Bericht des Magazins »Computerwoche« aus der Sonderausgabe »Arbeitswelt 2020: Die Jobs der Zukunft«, als ob sich an diesem Trend so schnell auch nicht viel ändern wird. Schließlich sind IT-Experten so gefragt wie noch nie. Und in der Industrie übernehmen immer stärker untereinander vernetze Maschinen die Produktion. Vor diesem Hintergrund verwundert es dann beispielsweise auch nicht, dass die IG Metall das bereits in die Jahre gekommene Thema der »Arbeitszeitverkürzung« wieder auf ihre Agenda gesetzt hat und nunmehr eine 28-Stunden-Woche fordert. Denn wenn Arbeit knapp wird, dann muss sie eben auch anders verteilt werden. Jedenfalls stellt sich im Gegenzug die Frage, was dann mit all denjenigen Arbeiterinnen und Arbeitern passiert, die irgendwann nicht mehr in der Produktion werden tätig sein können. Und da gibt es hauptsächlich drei Optionen: Entweder sie gehen in die sogenannten »sozialen Berufe«, werden selbstständig oder schulen auf eine genuine Bürotätigkeit um.

Andererseits, und das ist der zweite wesentliche Grund für die Büroflächenknappheit, fehlt es in vielen Städten an der Entwicklung von Neuflächen. Grundstücke werden hauptsächlich für Wohnungen, Studentenheime oder Einkaufszentren vergeben. Dass der Bürobedarf folglich auch in Zukunft weiter steigen und bei gleichzeitig sinkendem Angebot sich die Lage auf dem Büromarkt weiter verschärfen wird, liegt damit auf der Hand.

Auf alternative Such- und Mietkonzepte zurückgreifen

Um dieser Verschärfung im Hinblick auf die Büroraumsuche adäquat zu begegnen, sollten Suchende auf innovative und zugleich alternative Such- und Mietkonzepte zurückgreifen. Eine alternative Möglichkeit stellen beispielsweise die sogenannten »Coworking-Spaces« dar. Diese Gemeinschaftsbüros können im Falle eines Falls interimsweise genutzt werden, während parallel die Bürosuche weiterbetrieben wird. Eine andere Option wäre es, eine Suchstrategie in Anspruch zu nehmen, wie sieetwa die Immobiliensuche »bürosuche.de« vorschlägt: Hier wird einerseits eine Online-Immobiliensuche bemüht; andererseits kommt eine persönliche Beratung durch einen lokalen Immobilienexperten hinzu. Ein solches Modell könnte in Zukunft dazu beitragen, dass die Büroraumsuche weitaus effizienter vonstattengeht und dass damit einhergehend auch bedarfsgerechter gemietet wird. Dies könnte die prekäre Lage auf dem Büromarkt zumindest ein Stück weit »entschärfen«.



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