Mi., 18.10.2017

Karriere Per Rechtsweg zum Studienplatz

Karriere: Per Rechtsweg zum Studienplatz

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Humanmedizin, Zahnmedizin, Jura – all diese Studiengänge haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind wegen der Verdienstmöglichkeiten, die sich nach der Ausbildung ergeben, äußerst beliebt. Dementsprechend hoch ist der jeweilige Numerus Clausus angesetzt, denn die Zahl der Bewerber überschreitet die Zahl der verfügbaren Plätze um ein Vielfaches. Die Folge sind jedes Jahr unzählige enttäuschte Abiturienten, die im Rennen um die wenigen Zusagen auf der Strecke bleiben.

Einen Ablehnungsbescheid von der Universität seiner Träume zu erhalten, ist jedoch noch lange kein Grund, die Hoffnung aufzugeben.  In diesem Fall bleiben immer noch mehrere Optionen, die doch noch zum gewünschten Platz führen können.

Studienplatzklagen nehmen zu

Eine dieser Optionen ist es, den verloren geglaubten Studienplatz auf dem Rechtsweg doch noch zu erhalten. In einem solchen Verfahren, für das man sich am besten eine renommierte, auf diese Fälle spezialisierte Kanzlei ins Boot holt, geht es darum, der Universität nachzuweisen, dass sie die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze falsch berechnet hat. Aus diesem Grund macht die Klage auch bei weitem nicht immer Sinn. Trifft eines der folgenden Szenarien zu, kann man sich den Aufwand von vorneherein schenken:

  • Der Bewerber hat selbst Fehler gemacht, also entweder Fristen nicht eingehalten oder Formfehler eingebaut.
  • Die Bewerbung auf den Studienplatz ist nicht direkt bei der Universität, sondern über hochschulstart.de erfolgt. Diese zentrale Vergabestelle, die Studienplätze in ganz Deutschland koordiniert, hat ihr Verfahren an die Klagewelle der letzten Jahre angepasst. Dadurch sind ihre Entscheidungen rechtlich nicht anfechtbar.
  • Man hat zwar nicht seinen Wunschplatz bekommen, dafür aber einen an einer anderen Universität. Eine Klage bringt hier nichts, findet man jedoch einen Tauschpartner, steht einem Wechsel nichts im Wege.

Für den Fall, dass keine dieser Bedingungen erfüllt ist, kann sich der Rechtsweg durchaus lohnen. Die genauen Erfolgsaussichten können gemeinsam mit einem Anwalt erörtert werden.

Die Kosten müssen selbst übernommen werden

Leider ist selbst eine erfolgreiche Studienplatzklage keine Garantie dafür, den erhofften Platz sicher zu bekommen. Meist ist die Zahl der Kläger höher als das Kontingent an Plätzen, dass die Universität laut Gericht zusätzlich bereitstellen muss. In diesem Fall entscheidet das Los über die endgültige Vergabe.

Zudem ist es mehr als wahrscheinlich, dass man auch bei positivem Ausgang die Kosten des Verfahrens trägt. Grund dafür ist, dass es in den meisten Fällen gar nicht wirklich vor einem Richter landet, sondern mit einem Vergleich beendet wird. Das bedeutet, dass der Antragsteller verpflichtet ist, für das Verfahren zu bezahlen. Da die wenigsten Rechtsschutzversicherungen das Verwaltungsrecht, dem Studienplatzklagen unterliegen, abdecken, ist von dieser Seite keine finanzielle Hilfe zu erwarten. Die Kosten bewegen sich in der Regel allerdings in einem Bereich, der potentielle Kläger nicht von diesem Schritt abhalten sollte.

Was man sonst noch tun kann

Eine Studienplatzklage ist beileibe nicht die einzige Reaktion, die auf einen ablehnenden Bescheid möglich ist. So kann man beispielsweise noch Bewerbungen an andere Universitäten schicken, gibt es doch nicht nur einen Standort, der eine gute Uni und eine lebendige studentische Kultur in sich vereint.

Weitere Möglichkeiten sind ein freiwilliges soziales Jahr oder die Teilnahme an einem Work-and-Travel-Programm. Beides bedeutet einen wichtigen Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung und sorgt dafür, dass man gar nicht merkt, wie schnell die Zeit bis zur nächsten Bewerbungsphase vergeht.



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