Fr., 29.09.2017

Herbstgefahren Mit dem Auto problemlos durch die nasskalte Zeit

Dunkelheit, rutschiges Laub und Regen - nicht immer ist der Herbst gemütlich und golden. Autofahrer sollten sich immer daran anpassen und beispielsweise rechtzeitig Tempo rausnehmen.

Dunkelheit, rutschiges Laub und Regen - nicht immer ist der Herbst gemütlich und golden. Autofahrer sollten sich immer daran anpassen und beispielsweise rechtzeitig Tempo rausnehmen. Foto: Bodo Marks

Im Herbst lauern für Autofahrer einige Gefahren. Mit etwas Vorbereitung und einem intakten Fahrzeug kann der Herbst aber kommen. Experten geben Tipps, wie sich Autofahrer auf die rutschige Jahreszeit am besten vorbereiten.

Von dpa

Stuttgart (dpa/tmn) - Regen, Nebel, Laub und rutschige Straßen. Im Herbst macht Auto fahren wenig Spaß. Zudem lauern viele Gefahren. Experten geben Tipps, wie Autofahrer sicher und problemlos durch die nasse Jahreszeit kommen.

«Fahrzeug und Fahrer sollten in den unfallträchtigen Monaten auf die Gefahren vorbereitet sein. Licht und Reifen sind die Helfer der Saison», sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). In keiner anderen Jahreszeit komme es auf die perfekte Funktion aller Leuchten mehr an als im Herbst. Fahrer sehen so bei früh einsetzender Dunkelheit und Nebel nicht nur besser, sondern werden auch eher gesehen. Viele Werkstätten bieten während Licht-Test-Wochen zusammen mit dem ZDK und der Deutschen Verkehrswacht im Oktober eine kostenlose Beleuchtungsüberprüfung an.

«Wenn das Auto regelmäßig gewartet ist, dürfte es im Herbst keine großen Probleme geben», sagt Hans-Ulrich Sander vom Tüv Rheinland. Viele Werkstätten bieten Checks an, bei denen Pflegemaßnahmen für kleines Geld erledigt werden. Doch auch die Fahrer müssen sich jetzt umstellen. «Im Herbst ändern sich die Straßenverhältnisse stark. Laub in Verbindung mit Feuchtigkeit kann ähnlich glatt werden wie Schnee», sagt Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

«Viele Autofahrer passen auch bei Regen und Nebel ihren Fahrstil nicht an den Herbst an, das ist ein Fehler», sagt Jürgen Bente. Wer langsamer unterwegs ist, fährt sicherer. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei Sichtweiten unter 50 Metern liegt bei maximal 50 km/h. Außerdem kann die nun wieder tiefstehende Sonne Autofahrer stark blenden.

Bei Nässe droht immer auch Aquaplaning: «Drohendes Aquaplaning lässt sich beispielsweise an Veränderungen der Motordrehzahl und der Wassergeräusche erkennen», sagt Gunnar Beer vom ACE Auto Club Europa. Bei leise gedrehtem Radio nehmen Autofahrer Umgebungsgeräusche besser wahr. Ein weiterer Tipp: «Ein Anhaltspunkt für die reduzierte Griffigkeit einer Fahrbahn ist die Reflexion des Lichts. Je stärker sich das Licht spiegelt, umso mehr Vorsicht ist geboten», sagt er.

Autofahrer sollten sich bei schlechter Sicht durch Nebel nicht auf die Lichtautomatik oder das Tagfahrlicht verlassen, sondern selbst aktiv das Licht einschalten. Die Automatik kann nur zwischen hell und dunkel unterscheiden, nicht aber zwischen diffusem und klarem Licht.

Eine große Gefahr sieht Sander aber auch durch mangelnde Aufmerksamkeit: «Zwar sollten sich Autofahrer unabhängig der Jahreszeit nicht von Smartphone oder Laptop während des Fahrens ablenken lassen. Aber im Herbst und Winter müssen Autofahrer noch schneller reagieren können.» Da zähle jede Sekunde.

Folgende Fahrtipps geben die Experten im Herbst:

- Möglichst früh Licht einschalten. Denn das Tagfahrlicht leuchtet nur nach vorne, die Rückleuchten bleiben dunkel.

- Vorsicht vor Flüssen und bei Senken: Dort kann Regenwasser stehen und Aquaplaning verursachen. Die Reifen verlieren die Haftung und das Auto lässt sich nicht mehr lenken. Dann grundsätzlich den Fuß vom Gas nehmen, das Lenkrad gerade halten und auszuppeln.

- In Tunneln und Unterführungen nach Starkregen sehr langsam fahren, um Wasserschlag zu verhindern. Sonst kann Wasser in den Ansaugtrakt des Motors laufen.

- Auf Brücken von Landstraßen und Autobahn langsam fahren und auf Seitenwinde vorbereitet sein. Gefährliche Windböen drohen auch nach dem Überholen von Lastwagen.

- Eisglätte: Am frühen Morgen kann Reif die Straßen bedecken. Dadurch kann es an Schattenstellen glatt sein.

- Wildwechsel: Vor Wald- und Wiesenstücken Tempo reduzieren und reaktionsbereit sein - besonders in der Morgen- und Abenddämmerung und bei Abschnitten mit Warnschildern.

- Erntezeit: Es fahren vermehrt Traktoren, Schlepper und Mähdrescher mit breiten Geräten auf Landstraßen. Überholen ist gefährlich, die Fahrbahn oft verschmutzt und rutschig. Kommt Regen dazu, entsteht dadurch das sogenannte «Bauernglatteis».

- Parken: Bei Sturm und starken Winden sollte man sein Auto nicht unbedingt unter Bäumen parken. Herabfallende Äste können das Fahrzeug beschädigen.

- Bei Nebelbänken frühzeitig und kontrolliert abbremsen und den nachfolgenden Verkehr durch die Warnblinkanlage warnen.

Zum Thema

Das können Autofahrer selbst tun

- Beleuchtungseinrichtung kontrollieren, defekte Lampen austauschen.

- Scheinwerfer, Rück- und Nebelleuchten sowie Blinker regelmäßig putzen.

- Fahrzeuge und Fensterscheiben von innen und außen reinigen.

- Scheibenwischer kontrollieren. Ziehen diese Schlieren, Scheibe reinigen und notfalls Wischerblätter ersetzen.

- Wischwasser mit Reiniger auffüllen, am besten gleich mit Winterzusatz.

- Luftdruck und Reifen kontrollieren. Sommerreifen sollten mindestens drei Millimeter Profil haben. Notfalls im Oktober schon auf Winterreifen wechseln. Die sollten mindestens vier Millimeter Profil haben.

- Batterie und Bremsflüssigkeit checken lassen.

- Fällige Reparaturen nicht anstehen lassen: Das ist sicherer und meist günstiger, als sie lange aufzuschieben.



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