Do., 07.05.2015

Technik Containerschiffe: Größer, schneller, weiter

Technik : Containerschiffe: Größer, schneller, weiter

Foto: colourbox.de

Vor gut zwei Jahren lief mit der „Marco Polo“, zur Reederei CMA CGM gehörig, das seinerzeit größte Containerschiff der Welt den Hamburger Hafen an – gigantische 396 Meter lang und mit einer Kapazität von 16.000 TEU (20-Fuß-Standardcontainer).

Kurz darauf holte sich die Triple-E-Klasse der Reederei Maersk den Titel des größten Containerschiffs. Länge: 399 Meter. Fassungsvermögen: 18.270 TEU. Dieser Titel hielt aber nicht lange: Anfang 2015 war die „CSCL Globe“ das größte Containerschiff der Welt, ebenfalls knapp 400 lang, aber mit einer Transportkapazität von 19.100 TEU. Und auch das ist bereits Schnee von gestern, denn die neue Königin der Weltmeere ist mit ihren 19.224 TEU die „MSC Oscar“, die im März im Wilhelmshavener JadeWeserPort zu bestaunen war. Aber schon stehen die ersten Schiffe mit über 20.000 in den Startlöchern. Hinter diesen immer neuen Höchstwerten steckt handfester wirtschaftlicher Druck.

Technische Entwicklung durch wirtschaftlichen Druck

Seit einigen Jahren nun schon dümpelt die Schifffahrt in der Flaute: Die Ladung reicht nicht aus, um den vorhandenen Frachtrum zu füllen, das drückt auf die Frachtraten und somit die Reedereierträge. Große Schiffe helfen auf den Seewegen zwischen Europa, Nordamerika und Asien, Kosten zu sparen, da bei ihnen der Transport pro Container deutlich günstiger ausfällt. Schon beim Treibstoffverbrauch sparen die Mega-Carrier den Reedern rund 20 Prozent.

Aber auch die Schifffahrtsunternehmen selbst setzten auf Wachstum oder zumindest Kooperationen, um ihre Kosten zu senken. In der Allianz „2M“ sind die beiden weltgrößten Reedereien Maersk (Dänemark) und MSC (Schweiz) vereint. China Shipping, unter deren Flagge die „CSCL Globe“ segelt, gehört zur Allianz „Ocean Three“, zusammen mit den Reedereien CMA CGM (Frankreich) und UASC (Nahost). Weitere Meeres-Bündnisse sind die „G6“, dem auch die deutsche Reederei Hapag-Lloyd angeschlossen ist, und „CKYHE“. Die Zusammenlegung von Liniendiensten soll dabei helfen, die Schiffe möglichst maximal auszulasten.

Wasserwege werden zu eng

Der Entwicklung der Schiffsgrößen sind allerdings natürliche Grenzen gesetzt: Viele Wasserwege können schon jetzt nicht mehr mit den Containerriesen mithalten. Hamburg und Bremen sind seit Jahren bestrebt, die Fahrrinnen von Unterelbe und Außenweser für die großen Schiffe zu erweitern. Bislang hat jedoch das Bundesverwaltungsgericht dafür noch nicht grünes Licht gegeben. Voll beladen kann die „MSC Oscar“ nicht die Elbe befahren. Ähnliche Probleme gibt es auch in anderen Häfen. Ausnahme: der einzige Tiefwasserhafen Deutschlands, der JadeWeserPort. Mehr Infos zu diesem Hafen (und zur Containerschifffahrt generell) liefert dieses Infoportal. Zudem sollten die Häfen auch in technische Innovationen investieren – etwa in neue Containerbrücken, denn die Terminals müssen auf den neuesten Stand sein, wenn die Riesenpötte sie anfahren sollen.



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