Di., 30.08.2016

Technik Thermodruck: Die Technik für Profis

Technik : Thermodruck: Die Technik für Profis

Foto: colourbox.de

Während Privathaushalte und Büros oft mit Tintenstrahl- oder Laserdruckern auskommen, verwenden Druckereien oder auch Kleidungsfabrikanten ein anderes Verfahren: Den Thermodruck. Wie funktioniert diese Technologie und was sind ihre Vorteile?

Wie funktioniert Thermodruck und wo kommt er zum Einsatz?

Wie es der Name schon sagt: Beim Thermodruck wird mit Hitze gearbeitet. Der Druckkopf besteht aus verschiedenen kleinen Heizelementen, die dafür sorgen, dass Farbpartikel freigesetzt werden. Diese befinden sich – je nach Verfahren – entweder im Papier oder in einem Farbband. Das dabei verwendete Spezialpapier ist von einem Schutzfilm umgeben, der verhindert, dass es verbrennt. Außerdem sind in dieser Schicht häufig so genannte Entwickler integriert, die für einen schnellen und sauberen Ausdruck sorgen. Aus diesem Grund wird der Thermodruck vielseitig eingesetzt, z.B.

  • Bei medizintechnischen Analyseeinheiten
  • Für den Etiketten- und Barcode-Druck in verschiedenen Industriezweigen
  • Für Eintrittskarten in Kinos, Zoos etc.
  • Für Kofferetiketten am Flughafen
  • Für Kassenzettel und Kundenbelege im Einzelhandel

Doch nicht nur Papier lässt sich thermisch bedrucken, sondern auch viele andere Materialien. Ob Textilien, Metall oder auch Werbebanner: Mit dieser Technologie sind kaum noch Grenzen gesetzt. Einen umfassenden Überblick über den Thermodruck und seine Einsatzgebiete gibt dieser Online-Ratgeber, der zudem wertvolle Tipps zum Thema Zubehör und Reinigung beinhaltet.

Die verschiedenen Arten des Thermodrucks

Man unterscheidet dabei zwischen drei verschiedenen Techniken, die je nach Verwendungszweck und Art des Druckerzeugnisses zum Einsatz kommen.

Die simpelste Form ist dabei der Thermodirektdruck. Dabei kommt ein spezielles Papier zum Einsatz, das extrem hitzeempfindlich ist. Durch den Druckkopf, der mit einer Thermoleiste ausgestatten ist, wird es punktuell erhitzt, so dass an den entsprechenden Stellen Farbpartikel freigesetzt werden. Mit dieser Technik zu drucken geht sehr schnell und ist nicht allzu kostenintensiv, was sie von den beiden anderen Möglichkeiten abhebt.

Allerdings lässt sich die Temperatur nicht abstufen, so dass es nur sehr schwer möglich ist, andere Farben als schwarz zu erzeugen. Und außer dem angesprochenen Spezialpapier kann mit dieser Methode kein anderes Material bedruckt werden.

Sie findet daher vor allem beim Drucken von Etiketten, Kassenbelegen oder Eintrittskarten Verwendung, bei denen ein buntes Layout nicht nötig ist.

Beim Thermotransferdruck wird zwischen dem Druckkopf, der aus vielen kleinen Heizelementen besteht, und dem zu bedruckenden Papier eine Farbfolie gespannt. Einzelne Heizelemente werden nun gezielt erhitzt, so dass sich die entsprechenden Partikel aus der Folie lösen und am Papier haften bleibt – oder auch an anderen Materialien. Im Gegensatz zum Direktdruck bietet der Transferdruck nämlich die Möglichkeit, auf den verschiedensten Untergründen zu drucken. Selbst dreidimensionale Objekte können mit dieser Technik ohne großen Aufwand verschönert werden.

Die Druckerzeugnisse sind sehr langlebig, ganz egal, wo sie zum Einsatz kommen. Man kann mit diesem Verfahren also auch Werbeschilder oder –banner bedrucken, die dann draußen aufgestellt oder –gehängt werden. Wind und Wetter können ihnen nichts anhaben.

Der Thermotransferdruck ist allerdings relativ kostspielig, da jede Farbfolie nur einmal verwendet werden kann. Außerdem bleibt von jedem Ausdruck ein „Durchschlag“ auf der jeweiligen Folie, was in bestimmten Branchen wie dem Bankwesen ein Sicherheitsrisiko darstellen kann.

Brillante Farben mit bis zu 64 verschiedenen Abstufungen erlaubt der Thermosublimationsdruck. Dabei werden die in einer Spezialfolie befindlichen Farbpartikel durch Hitzezufuhr gasförmig und diffundieren ins zu bedruckende Material, wo sie sich dann festsetzen. Wegen der außergewöhnlichen Qualität des Drucks und seiner hohen Farbauflösung ist diese Methode häufig die erste Wahl wenn es darum geht, Bilder oder Broschüren zu erstellen. Aber nicht nur Papier, auch andere Materialien wie Textilien oder Metalle können per Thermosublimation bedruckt werden.

Damit verbunden natürlich eine längere Dauer, da pro Druckvorgang nur eine Folie verwendet und somit auch nur eine Farbe zu Papier gebracht werden kann. Das verursacht auch höhere Kosten als bei den anderen Verfahren.

Diese Nachteile werden jedoch nicht nur durch das Druckergebnis an sich, sondern auch durch dessen Langlebigkeit wieder wettgemacht.

Die drei Formen des Thermodrucks auf einen Blick

  Wie wird gedruckt? Worauf kann man drucken? Gängigste Erzeugnisse Vorteile Nachteile
Direktdruck Papier wird erhitzt und verfärbt sich schwarz Ausschließlich Spezialpapier Kassenbelege, Etiketten Geringe Kosten, schnelles Drucken Nur schwarz-weiß möglich,
geringe Haltbarkeit
Transfer-
druck
Farbfolie wird erhitzt, Partikel bleiben am Untergrund haften Papier, Metall, Kunststoffe Barcodes, Werbebanner, Schilder, 3-D-Modelle Sehr exakter, wetterbeständiger Druck auf verschiedensten Oberflächen Folie kann
nur einmal verwendet werden, evtl. Sicherheits-
risiko
Sublima-
tionsdruck
Feste Farbpartikel werden durch Hitze gasförmig und diffundieren ins Bedruckmaterial Papier, Metall, Kunststoffe, Textilien Fotos, Broschüren, Textilien Hohe Farbauflösung, brillante Farben, langlebige Erzeugnisse Hohe Kosten, sehr
aufwändiges Verfahren

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Thermodruck besonders in der Industrie von großer Wichtigkeit ist. Welches Verfahren man einsetzt, hängt dabei stark von der Branche und dem gewünschten Druckerzeugnis ab. Gerade durch die Möglichkeit, verschiedenste Materialien dauerhaft und wetterbständig zu bedrucken, ist diese Technologie für viele Betriebe inzwischen unverzichtbar geworden.



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