Sa., 11.11.2017

Fußball-Weltmeister Promi-Geburtstag vom 11. November 2017: Philipp Lahm

Philipp Lahm ist bei der «Männer des Jahres»-Gala in Berlin als Sportikone geehrt worden.

Philipp Lahm ist bei der «Männer des Jahres»-Gala in Berlin als Sportikone geehrt worden. Foto: Jens Kalaene

Philipp Lahm ist einer der unaufgeregten Stars im deutschen Fußball gewesen. Dabei hat der Allrounder eine Generation von Kickern geprägt und mit seinen bescheidenen und beherrschten Auftritten viele Sympathien gewonnen.

Von dpa

Berlin (dpa) - Die Fußballschuhe hat Philipp Lahm zwar im Sommer an den Nagel gehängt, aber die Ehrungen reißen für den Weltmeister nicht ab - und das gleich noch im Doppelpack.

Am Donnerstagabend, zwei Tage vor seinem 34. Geburtstag, wurde Lahm von der deutschen Ausgabe des Magazins «GQ» als Sportikone geehrt. «Ich habe mich vorhin auf dem roten Teppich, ja, puh, wohl gefühlt, aber auf dem grünen Rasen war es für mich einfacher», betonte er unter Beifall auf der Bühne.

Aber vielleicht ist der Neu-Unternehmer ja schon ein bisschen aus der Übung: Beim Zielschießen in geöffnete Waschmaschinen war er genauso erfolglos wie Til Schweiger und Simon Webbe von Blue.

Mitte Januar 2018 gibt es noch einen Nachschlag, wenn der Ex-Kicker von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla den Karl-Valentin-Orden erhält. Ausgezeichnet wird er für seine Äußerung «Die meiste Luft hat der Ball» zu den extrem hohen Temperaturen beim Länderspiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate im Jahr 2009.

Acht deutsche Meisterschaften, sechs DFB-Pokalsiege, der Erfolg bei der Club-WM 2013 und als Krönung das Triple 2013 stehen in der einzigartigen Vita Lahms. «Ich habe nie für irgendwelche Rekorde gespielt. Ich habe immer gespielt, um erfolgreich zu sein», erklärte Lahm.

Das tat er auch im DFB-Trikot, in dem er als Weltmeister im 113. Länderspiel zu den größten deutschen Fußballern überhaupt aufstieg. Am Morgen nach dem Endspiel teilte er Bundestrainer Joachim Löw die Entscheidung mit, die DFB-Laufbahn auf dem Höhepunkt zu beenden. Typisch Lahm, der schon immer ein Selbstbestimmer war.

Philipp Lahm ist der Mr. Zuverlässig der deutschen Nationalmannschaft gewesen. Jedes seiner Länderspiele hat er von Anfang an gemacht, die meisten als Verteidiger von Weltformat. Als 20-Jähriger gab er sein Debüt am 18. Februar 2004 beim 2:1 in Split gegen Kroatien. Sieben Monate vorher war er noch Amateurspieler.

Als er seine Karriere bei Bayern München begann, hatten Alphatiere wie Oliver Kahn oder Michael Ballack das Sagen. Der nur 1,70 Meter große Lahm ist auch nicht weniger einflussreich, doch er prägte in seiner Generation einen anderen Führungsstil. Allerdings auch meinungsstark und durchaus geltungsbewusst: Die vom verletzten Michael Ballack für die WM 2010 übernommene DFB-Kapitänsbinde gab er nicht mehr her.

Für reichlich Wirbel sorgte der im Münchner Stadtteil Gern aufgewachsene Sohn eines Fernmeldetechnikers 2011 mit seinem Buch «Der feine Unterschied», weil er ehemalige Mitspieler und Trainer kritisierte. Der Deutsche Fußball-Bund rügte ihn, aber sanktionierte ihn nicht. Auch der Bayern-Führung las er zuweilen die Leviten: Einmal warf er dem Verein eine fehlende Spielphilosophie und eine schlechte Einkaufspolitik vor, mal kritisierte er den Führungsstil des damaligen Sportdirektors Matthias Sammer. Er konnte es sich leisten, weil die Leistung auf dem Rasen konstant stark waren.

Beim großen Spektakel ließ Philipp Lahm gerne anderen den Vortritt. Das drückte Lahm auch perfekt noch einmal mit seinem Wunsch aus, wie er gerne in der Erinnerung bleiben will. «Ich hoffe, dass mich die Fans als einen guten Fußballspieler in Erinnerung behalten, der über das eine oder andere Jahr ordentlich Fußball gespielt hat auf einem sehr guten Niveau. Nicht mehr und nicht weniger, genau das war ich eigentlich, würde ich von mir behaupten.»



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