Fr., 18.03.2016

Gesamtschul-Mensa Fehlt nur der frische Espresso

 

  Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Die Serie „Kantinen-Test" führt die Redaktion dieses Mal in die Mensa der Gesamtschule Greven. Dort werden täglich rund 250 Mittagessen ausgegeben. Umso erstaunlicher, dass das Essen überhaupt nicht nach Massenware schmeckt.

Von Monika Gerharz

Mensa? Da kommen alte Erinnerungen hoch an kaltes Essen, ewiges Einerlei, Tische, die mit fettfleckigen Flugblättern bedeckt waren.

Doch ganz anders in der Gesamtschule. Der lichtdurchflutete Raum ist nüchtern, fast kahl, gewiss, aber keine Spur von Unordnung, von Kleckerei, dafür sorgt ein zehnköpfiges Schülerteam, das dafür mit einem Freiessen belohnt wird. Sechs Redaktionsmitglieder unserer Zeitung testen an diesem Mittag die Qualität des Essens – und sind angenehm überrascht. „Für ein Kantinenessen, das 3,50 Euro kostet – toll“, ist die einhellige Meinung.

Überraschend schon die Vielfalt. „Sie buchen den Eintritt“, erläutert Schulleiter Ingo Krimphoff. Dann kann jeder essen, so viel er mag, in jeder Kombination – „bis etwas ausgeht“. Aber wie man hört, kommt das selten vor. Denn der Lieferant, die „Stattküche“ aus Münster, hat Erfahrung. „Die liefern jeden Tag 15 000 Essen aus“, weiß Krimphoff. Die Gesamtschule Greven bekommt davon 250 Stück.

Umso erstaunlicher, dass das Essen überhaupt nicht nach Massenware schmeckt. „Exakt al dente“, sagt eine Kollegin und mümmelt genüsslich ihre Vollkornnudeln mit Champignon-Sahne-Sauce von der Pastabar, die erstaunlich würzig schmecken. Die Pilze sind kein bisschen verkocht, die Sauce wunderbar cremig. Die Praktikantin, die zu den Nudeln eine Bolognese-Sauce gewählt hat, schwärmt. „Sehr fruchtig mit den Karottenstückchen darin.“ Sie lobt auch besonders den grünen Salat: „Der ist nicht so wässrig wie so oft in Kantinen.“ Der Kollege, der die Pizza gewählt hat, knabbert zufrieden an seinem Stück: „Nicht trocken, aber knusprig“, lobt er die einfache Margarita mit Tomatensauce und Käse. Für die Salatbar, wo Kartoffelsalat und allerlei Rohkost samt verschiedener Marinaden angeboten werden, hätte er allerdings noch ein paar Wünsche: „Etwas Schafskäse, ein paar Oliven wären schön.“ Aber das ist immer auch eine Frage der Kosten. Für 3,50 Euro gibt‘s nun mal kein Festmenü.

Auch den Kollegen, die das Tagesgericht bestellt haben, schmeckt‘s. „Erstaunlich zart“ finden sie die Hähnchenschnitzel. Die Panade ist knusprig, keine Sauce weicht sie auf. Das gleiche gilt für die würzigen Sellerieschnitzel, deren köstliche Süße alle Kollegen loben, auch solche, die sich aus Sellerie sonst gar nichts machen. „Wir haben hier zwei Konvektomaten, und alles wird erst vor Ort zu Ende gegart“, erläutert Krimp­hoff, warum das Essen wie frisch gekocht schmeckt Zweimal die Woche übrigens geht es noch frischer. Da gibt es Gemüse aus dem Wok, das direkt vor den Augen der Kinder gegart wird. Nur einen einzigen Einwand gibt es diesmal beim Tester-Team: „Ein bisschen heißer dürfte das Essen doch sein.“

Beim Nachtisch dann wieder große Zufriedenheit bei den meisten. „Bestens“, lobt der gelernte Koch in der Runde und verspeist genüsslich seinen Rüblikuchen aus Karotten und Haselnüssen. „Stippmilch“, freut sich die Redaktionsassistentin und lässt sich die Quarkcreme mit Blockschokolade auf der Zunge zergehen. Nur mit dem Obstangebot ist der Redaktionsleiter nicht so recht zufrieden, obwohl es appetitlich in kleinen Häppchen angeboten wird. „Ehrlich, diese Birne schmeckt nach gar nichts.“ Na ja, das kommt vor um diese Jahreszeit. Unterm Strich sind sich die Kollegen einig: „Es fehlt nur eins – eine gute Espressomaschine.“

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