Sa., 26.03.2016

Verwahrlost Unschön – aber nicht unsicher

Das Unkraut wuchert bis auf den Gehweg, auf dem Grundstück hat jemand ein Feuer gelegt, Unrat allerorten. Die Stadt hat Zäune aufgestellt, um das Betreten des Grundstückes zu verhindern. Mehr kann sie nicht tun, sagt sie.  

Das Unkraut wuchert bis auf den Gehweg, auf dem Grundstück hat jemand ein Feuer gelegt, Unrat allerorten. Die Stadt hat Zäune aufgestellt, um das Betreten des Grundstückes zu verhindern. Mehr kann sie nicht tun, sagt sie.   Foto: oh

Reckenfeld - 

Das Haus ist den Nachbarn ein Dorn im Auge: Verwahrlost, verfallen. Doch der Stadt sind die Hände gebunden.

Von Oliver Hengst

Briefkasten leeren, Rasen mähen, Mülltonnen rausstellen – das hat hier schon lange keiner mehr gemacht. Die Postwurfsendungen liegen durchnässt auf den Stufen, der Rasen ist unter all dem Unrat kaum mehr zu

erkennen, und Müll gibt es genug – nur eben nicht in der Tonne, sondern über das ganze Grundstück verstreut. Niemand kümmert sich drum. Das Haus an der Ecke Rheinstraße / Ruhrweg steht leer. Wie lange genau? Um die zwei Jahre werden es wohl sein, schätzt man in der Nachbarschaft. Unter den Anwohnern macht sich deshalb mehr und mehr Unmut breit. Nicht nur wegen des Leerstandes, sondern vor allem wegen der Verwahrlosung des Hauses und des Grundstückes. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes haben bereits Absperrgitter aufstellen müssen, um das Betreten des Grundstücks (wohl auch ein beliebter Abenteuerspielplatz für Kinder) zu erschweren.

Was die Absperrung nicht aufhalten kann: das Unkraut. Es wuchert bis auf den Gehweg, für Passanten mit Rollator oder Kinderwagen bleibt kaum genug Platz. Im Zweifel muss man auf die Straße ausweichen. Damit mögen sich nicht alle Nachbarn abfinden, weshalb sie immer mal wieder bei der Stadt nachhaken. Das Haus ist in ihren Augen nicht nur ein Schandfleck, sondern ein Sicherheitsproblem: Innenwände sollen herausgebrochen worden sein. Als ein Sturm Pfannen vom Dach fegte, kümmerte sich niemand.

Die Stadt erklärte im Oktober vergangenen Jahres, die Eigentümer (die nicht im Ort

wohnen) anschreiben und mit einer Frist auffordern zu wollen, für Ordnung zu sorgen. Diese Aufforderung sei „mehrfach“ und „eindringlich“ an die Eigentümerin herangetragen worden, sagt Stadtsprecher Klaus Hoffstadt auf Nachfrage. „Doch da kommt nichts. Wir haben leider keine Chance, da irgendetwas zu tun.“ Denn bauordnungsrechtlich könne man nur dann tätig werden, wenn eine akute Gefahr für die Allgemeinheit von einem Gebäude ausgehe – etwa, wenn das Dach einzustürzen drohe oder ähnliches. „Das ist hier definitiv nicht gegeben. Dass das ästhetisch kein Highlight ist, steht außer Frage. Aber Ästhetik können wir nicht vorschreiben“, betont Hoffstadt. Und der Umstand, dass Unkraut auf den Gehweg wuchere, sei noch nicht als Sicherheitsproblem zu werten. Der Bauhof habe Zäune aufgestellt, um ein Betreten zu verhindern. „Das ist das, was wir tun können.“

Immerhin: Die Stadt erwägt inzwischen, dem Unkraut selbst zu Leibe zu rücken und damit eines der größten Ärgernisse der Nachbarschaft im wahrsten Wortsinn aus dem Weg zu räumen.

Ebenfalls hoffen lässt die Nachbarn diese Info: Das Haus soll zum Verkauf stehen. Vielleicht findet sich jemand, der bereit ist, das Grundstück zu erwerben und aufzuräumen.



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