Mo., 17.10.2016

Offenbar keine heiße Spur Zwei unaufgeklärte Morde

Nordwalde/Greven - 

Im Februar 2015 wurde in Schmedehausen eine verkohlte Leiche in einem ausgebrannten Pkw gefunden, am 31. Juli 2016 wurde ein Mann zwischen FMO und Kanal erstickt. In beiden Fällen gibt es offenbar keine heiße Spur.

Von Monika Gerharz

Im Raum Greven gab es in den vergangenen 18 Monaten zwei Tötungsdelikte, beide sind bis heute unaufgeklärt. „Die Ermittlungsverfahren laufen noch“, sagte dazu Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt von der Staatsanwaltschaft in Münster. Mehr wolle man dazu aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Eine heiße Spur gibt es offenbar nicht.

Zur Erinnerung: Am 31. Juli dieses Jahres hatten Spaziergänger an einem Wirtschaftsweg zwischen FMO und Kanal die Leiche eines Nordwalders gefunden. Nach Angaben der Ermittler ist der Mann erstickt worden, die Staatsanwaltschaft geht von einem Gewaltverbrechen aus. In der Nähe des Tatorts wurde der silberne Polo des Getöteten mit dem Kennzeichen ST-MS 1062 gefunden. Doch weder diese Anhaltspunkte noch die Suche nach Zeugen brachten die Kriminalpolizei weiter.

„Die Ermittler arbeiten daran, die Umstände der Tat zu klären“, gibt sich der Presse-Staatsanwalt bedeckt. „Wir können auch nicht sagen, ob es sich um eine Beziehungstat oder um andere Motive handelt.“

Bereits ein gutes Jahr zuvor, am 18. Februar 2015, war die Leiche eines Greveners in einem ausgebrannten Wagen in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals in Schmedehausen gefunden worden, die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus.

Im Zusammenhang mit dieser Tat waren zwei Männer festgenommen worden. Doch sie sind nach einigen Wochen U-Haft auf Beschluss des 4. Strafsenats des Oberlandesgerichts Hamm (OLG) wieder freigelassen worden.

„In beiden Fällen hat der Senat den dringenden Tatverdacht verneint. Wenn kein dringender Tatverdacht mehr vorliegt, ist ein Haftbefehl aufzuheben und ein aufgrund des Haftbefehls inhaftierter Beschuldigter freizulassen“, sagt Christian Nubbemeyer, Pressesprecher des OLG.

Der Umstand, dass in einer Stadt gleich zwei Gewaltverbrechen nicht aufgeklärt werden, ist eher ungewöhnlich – laut Kriminalstatistik sind von den 335 Morden und Totschlagsdelikten in NRW im vergangen Jahr 95,2 Prozent aufgeklärt worden.



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