Do., 12.01.2017

Ungeklärter Todesfall in Greven Erste Rückmeldungen nach TV-Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY"

Ungeklärter Todesfall in Greven : Erste Rückmeldungen nach TV-Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY"

Das Foto zeigt das ausgebrannte Auto am Dortmund-Ems-Kanal. Foto: Jens Keblatt

Greven/Münster/Lengerich - 

Aschermittwoch 2015 wurde bei Greven die Leiche eines Mannes in einem ausgebrannten Auto entdeckt. Die Ermittlungen zum Todesfall gerieten ins Stocken, daraufhin bat die Polizei die Redaktion der ZDF-Sendung  „Aktenzeichen XY...ungelöst" um Mithilfe. Nach der Ausstrahlung eines Beitrags zum Fall am Mittwoch, gab es erste neue Hinweise.

Von Mirko Ludwig, Peter Beckmann

Der Fall:

Der Tote konnte später als der 44-jährige Grevener Süleyman D. identifiziert werden. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Grevener wohl noch lebte, als sein Auto angezündet wurde. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen ergab sich zunächst ein dringender Tatverdacht gegen den 48-jährigen Akin A. aus Lengerich und den 39-jährigen Zabit T. aus Münster. Doch beide wurden nach einigen Wochen U-Haft wieder freigelassen, da ihnen kein dringender Tatverdacht nachgewiesen werden konnte. Beide stehen aber weiterhin mit im Fokus der polizeilichen Ermittlungen.

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Die Polizei hatte folgende Umstände rekonstruieren können: Süleymann D., der Vater zweier Kinder ist und von seiner Frau getrennt lebte, machte am Rosenmontag einen Krankenbesuch in der LWL-Klinik in Lengerich und hatte anschließend in Osnabrück einen Termin bei der Bank – doch da kam er nie an. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Straftat führen, hat die Staatsanwaltschaft Münster eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.

Fotostrecke: Grevener Mordfall bei "Aktenzeichen XY... ungelöst"

Reaktionen auf TV-Sendung:

In " Aktenzeichen XY ...ungelöst" befasste sich die ZDF-Sendung knapp 20 Minuten mit dem Grevener Fall. Es wurde zunächst  ein 9-minütiger Einspielfilm (ab Minute 35.) gezeigt.

Zur Einleitung sagte Cerne über  Süleyman D. : "Nach einer persönlichen Krise war er gerade dabei, seinem Leben eine neue hoffnungsvolle Richtung vorzugeben. Diese Kehrtwende wurde dann noch durch eine Glückssträhne bei einer Wette begünstigt. Möglicherweise ist genau das das Motiv für einen geradezu bestialischen Mord."

So hatte Süleyman D. in einem Wettbüro, wo er um kleinere Einsätze spielte, bei seinem letzten Besuch etwa 10.000 Euro gewonnen, wie die "Aktenzeichen"-Redaktion auch in einem ausführlichen Bericht über den Fall schreibt

Noch während der Ausstrahlung der Sendung meldete sich nach Angabe der "Aktenzeichen"-Redaktion ein Zeuge bei der Kriminalpolizei Münster, der sicher ist, Süleyman D. am Tattag gesehen zu haben. Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux sagte nach der Sendung: „Wir werden diesem Hinweis intensiv nachgehen.“ Moderator Rudi Cerne befragte Ulrich Bux in der Sendung zu den Ermittlungen.

"Radio RST", ein lokaler Radiosender im Kreis Steinfurt, berichtete am Donnerstagmorgen, dass bei Bux anschließend noch weitere Hinweise eingegangen sind, die zum Teil nach Einschätzung des Ermittlers "sehr interessant" sein sollen.

Offene Fragen:

Die Kriminalpolizei hofft nun noch auf weitere Zeugen-Hinweise zu folgenden Fragen:

  • Wer hat Süleyman D. am 16. Februar 2015 (Rosenmontag) in der LWL-Klinik in Lengerich gesehen – möglicherweise in Begleitung eines oder zweier Männer? Er trug eine schwarze Jacke mit Reißverschluss, dazu Blue-Jeans und braune halbhohe Lederstiefel.
  • Wer hat gesehen, wie Süleyman D. – allein oder in Begleitung – die Klinik an diesem Tag verlassen hat und draußen auf dem Parkplatz in sein Auto – einen blauen Mercedes A 140 mit dem Kennzeichen BF (Burgsteinfurt) – SE 39 gestiegen ist?
  • Wer hat seinen Mercedes am 16. Februar 2015 nach 15.30 Uhr noch gesehen?
  • Wem ist der Mercedes auf dem Parallelweg am Dortmund-Ems-Kanal zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch aufgefallen? Er stand bei Schmedehausen in der Nähe eines Motocross-Geländes.
  • Wer hat Süleyman D. im Februar 2015 in Wettbüros in Greven gesehen – eventuell in Begleitung eines Mannes?

Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Münster unter der Rufnummer 0251/275-4000 entgegen.

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