So., 19.03.2017

Jugendtheater „Let`s play“ Demokratie, Diktatur und Mitläufer

Die Jugendtheatergruppe „Let`s play brachte das Buch „Der überaus starke Willibald“ von Willi Fährmann auf die Bühne.

Die Jugendtheatergruppe „Let`s play brachte das Buch „Der überaus starke Willibald“ von Willi Fährmann auf die Bühne. Foto: PF

Greven - 

In der vergangenen Woche präsentierte das englischsprachige Jugendtheater „Let`s play“ bereits zum sechsten Mal ein Theaterstück. Die Theatergruppe trifft sich im Rahmen der Jugendarbeit der Karderie und ist aus einer Efi-Gruppe um Mechtild Alfing, Rita Sünderkamp und Margarete Tenbuß hervorgegangen.

Zehn Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren haben sich von November bis März regelmäßig in der Karderie getroffen, um gemeinsam mit den Initiatorinnen dieses Stück zu entwickeln.

Diesmal sollte das Buch „Der überaus starke Willibald“ von Willi Fährmann auf die Bühne gebracht werden. Willi Fährmann wollte mit seiner Geschichte Kindern und Jugendlichen die Entwicklung der NS-Zeit verdeutlichen und sie dafür sensibilisieren, was Menschen dazu veranlasst, einem „Machthaber“ zu folgen.

Das Buch ist eine Fabel und führt uns in die Welt einer Mäusegesellschaft. Die Mäuse sind vermenschlicht und so bietet die Geschichte die Möglichkeit, das Wirken totalitärer Strukturen und machtbesessener Anführer durchschaubar zu machen. Demokratie und Diktatur stehen im Widerstreit und es geht um Mitläufertum, Ausgrenzung, Angstmache, Gewalt und auch Widerstand. Eine Verbindung zu aktuell politischen Entwicklungen liegt nahe.

Das aussagekräftige und sehr dichte Erzählwerk des Verfassers wurde von der Gruppe als Theaterstück umgesetzt und dabei auf einige wesentliche Szenen beschränkt. Die Theatergruppe hat es „Seduced?“ genannt. Ein Titel mit einem Fragezeichen: Werden wir verführt?

Die jungen Darsteller haben sich in ihrer Freizeit intensiv mit dem Stück auseinandergesetzt. Wie auch bei den vorher entstandenen Stücken war es den Initiatorinnen wichtig, die Kinder und Jugendlichen bei allem, was Theater ausmacht, mit einzubeziehen. Dies beinhaltete auch die gemeinsame Gestaltung des Bühnenbildes und der Choreographie.

Die Kinder und Jugendlichen haben sich mit großem Elan in ihre Rollen hineingearbeitet und gezeigt, dass sie die englische Sprache als globales Verständigungsmittel einsetzen wollen und können. Am Ende entstand ein Stück, das sowohl die Beteiligten als auch die Zuschauer zum Nachdenken anregte, heißt es in der Pressemitteilung.



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