Mo., 20.03.2017

Abschluss der Aula-Konzertsaison Erstklassige Unterhaltung

Die Französische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Philip van Buren zusammen mit der Violinistin Vlada Berezhnaya verwöhnte mit einem facettenreichen Programm.

Die Französische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Philip van Buren zusammen mit der Violinistin Vlada Berezhnaya verwöhnte mit einem facettenreichen Programm. Foto: Axel Engels

Greven - 

Mit einem wirklich beeindruckenden Konzert wurden am Sonntag die Musikliebhaber verwöhnt. Einen schöneren Abschluss der Aula-Konzertsaison im 48 Jahr der renommierten Konzertreihe hätte man sich nicht wünschen können. Die Französische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Philip van Buren zusammen mit der Violinistin Vlada Berezhnaya verwöhnte mit einem facettenreichen Programm.

Von Axel Engels

Die „Coriolan-Ouvertüre c-Moll op. 62“ aus der Feder Ludwig van Beethovens erklang stilistisch feinsinnig interpretiert im farbenreichen Orchesterklang. Dramatische Elemente wirkten nie überzogen. Das Orchester bestach durch eine bis ins kleinste Detail genaue Spielweise und einen jederzeit stimmigen Klangausgleich. Mit seiner kultivierter Spielweise wusste die Französische Kammerphilharmonie dieses bekannte Werk in all seiner Schönheit und Glanz zu spielen.

Dieses hohe künstlerische Niveau zeigte sich auch bei Beethovens „Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21“, das in all seiner Lebendigkeit und Vielschichtigkeit das Publikum mitriss. Spielfreude bei den schnellen Sätzen, innige und lyrische Melodiegestaltung beim langsamen Andante, Grazie beim Menuetto und Erhabenheit beim Finalsatz machten diesen Teil des Programms zu einem exquisiten musikalischen Erlebnis.

Aber das Konzert hielt noch zwei weitere hochwertige Werke bereit. Mit dem „Konzert für Violine und Orchester G-Dur KV 216“ von Wolfgang Amadeus Mozart konnte Vlada Berezhnaya ihre ganze Kunstfertigkeit einbringen. Der Dialog zwischen der Solistin und dem Orchester war jederzeit stimmig. Mit Akribie und Leidenschaft gestaltete Vlada Berezhnaya den ersten Satz, konnte ihre ganze Virtuosität und Musizierkunst ganz in den Dienste der Musik stellen. Den langsame Mittelsatz hört man wohl nur selten mit solch klangfarbenreichen Ausgestaltung und sensibler Melodieführung. Grazie und Anmut verbanden sich im letzten Satz, wobei der tänzerische Aspekt dieses Rondeaus sehr lebendig ausgespielt wurde.

Mit einem hochromantischen Werk, dem „Introduction Rondo Capriccioso für Violine und Orchester op. 28“ von Camille Saint-Saens zeigten die Solistin und das Orchester, dass sie auch in dieser sehr gefühlsbetonten Welt zu Hause sind. Dieses dem großen Geigenvirtuosen Pablo de Sarasate gewidmete Werk zählt zu den anspruchsvollsten seiner Gattung. Dirigent Philip van Buren wusste hier seine ganze Erfahrung einzubringen, so dass einerseits die Solistin „glänzen“ konnte und doch der Dialog zum Orchester jederzeit stimmte.

Camille Saint-Saens zeigte mit diesem Werk, was spieltechnisch auf der Violine alles möglich ist – und für dieses brillante Werk war Vlada Berezhnaya genau die richtige Interpretin. Nie war sie „überfordert“, konnte ihre ganze Virtuosität und Spielfreude in dieses mit spanischem Kolorit angereicherte Werk einbringen.

Dieses Konzert bestach durch seine interessante Programmzusammenstellung, war auf ganz hohem künstlerischen Niveau angesiedelt und hatte dabei einen großen „Unterhaltungswert“ für das Publikum.



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