Do., 18.05.2017

Kanalsanierung Wird der Berg fünf Meter höher?

Kanalsanierung : Wird der Berg fünf Meter höher?

Auf der ehemaligen Standortschießanlage im Norden von Coerde wird der Bodenaushub von der Kanal-Großbaustelle in Gelmer zwischengelagert. Inzwischen geht es um insgesamt 500 000 Kubikmeter. Foto: google.maps.com / Copernicus, Kartendaten@2017

Gimbte/Gelmer - 

Der neue Kanalübergang in Gimbte wird derzeit komplett umgebaut. Dabei fallen große Mengen an Aushub an. Der wird jetzt in Gelmer gelagert.

Von Katrin Jünemann

Die alte Kanalüberführung (KÜ) über die Ems stammt aus dem Jahr 1936. Die Brücke zwischen Gimbte und Gelmer muss durch einen Doppeltrog ersetzt werden, damit künftig Großmotorschiffe in beiden Richtungen zeitgleich das Kanal-Nadelöhr befahren können.

Zunächst muss eine Umleitungsstrecke für die Schifffahrt gebaut werden, damit der Kanal in diesem Abschnitt trockengelegt und das neue Bauwerk in Trockenbauweise errichtet werden kann. 250 000 Kubikmeter Boden aus der Umfahrungsstrecke sollen auf der Standortschießanlage in Coerde zwischengelagert werden. 250 000 Kubikmeter Boden wird bei dieser Großbaustelle zusätzlich bewegt werden müssen: 150 000 sollten ursprünglich an den Niederrhein verschifft werden, 100 000 kamen im Zuge der Durchplanung der Großbaustelle hinzu. So geht es nun um insgesamt 500 000 Kubikmeter, die zwischengelagert werden müssen.

Dazu gibt es drei Möglichkeiten. Kommt alles auf die Fläche der Standortschießanlage, wächst die Interimsdeponie auf 69,35 Meter über Normalnull (NN): Das sind fünf Meter höher, als ursprünglich vorgesehen und von der Stadt Münster abgesegnet wurde.

Die zweite Möglichkeit ist, die Deponiefläche auszuweitern und so die Höhe auf 64,50 Meter über NN zu reduzieren.

Die dritte Möglichkeit besteht darin, 150 000 Kubikmeter Boden, wie ursprünglich geplant, an den Niederrhein zu verschiffen und für 100 000 Kubikmeter neue Lagerflächen zu suchen.

Diese Varianten stellte Reimer Stoldt vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Bezirksvertretung Nord vor. Er hat die Politik auch zu einem Ortstermin Anfang Juni auf der Standortschießanlage im Norden von Coerde eingeladen. Bei diesem Ortstermin soll visualisiert werden, wie sich fünf Meter mehr optisch auswirken. So soll eine Meinungsbildung ermöglicht werden, sodass bei einer Sitzung des Gremiums nach diesem Ortstermin ein Votum im Sinne einer Empfehlung an das Wasserstraßenneubauamt herauskommt. Das hätte somit eine Grundlage für seine Planung.

Die Politik begrüßte den Vorschlag für einen Ortstermin. Es gibt in diesem Kontext noch offene Fragen, was sich künftig auf dem Gelände der Standortschießanlage, das der Bima gehört, realisieren lässt. Auch gibt es die Idee, die Umleitungsstrecke der Kanalbaustelle nicht wieder zu verfüllen, sondern später vom Kanal abgenabelt mit Wasser gefüllt als Naherholungsgebiet zu erhalten.



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