Do., 18.05.2017

Gebühren für Lärmschutz in der Wöste Häuslebauer zahlen für Lärmschutz

Die Karte prognostiziert, welche Grundstücke am meisten vom neuen Lärmschutzwall an der B 481 profitieren werden. Genaue Messungen werden folgen.

Die Karte prognostiziert, welche Grundstücke am meisten vom neuen Lärmschutzwall an der B 481 profitieren werden. Genaue Messungen werden folgen. Foto: Büro Uppenkamp und Partner

Greven - 

Lärmschutz an der B 481? Wunderbar für das neue Baugebiet Wöste, insbesondere die Bauabschnitte 3 und 5, die besonders davon profitieren. Aber die Sache hat einen kleinen Pferdefuß: Den Löwenanteil der Kosten müssen die Häuslesbauer dort selbst berappen.

Von Monika Gerharz

Aber wie hoch sind die? „Das kann ich Ihnen nicht so erklären, dass ein normaler Zeitungsleser es versteht“, gibt Stadtsprecher Klaus Hoffstadt unumwunden zu. Klar ist, dass 90 Prozent der Erstellungskosten für den Lärmschutzwall auf die Anwohner umgelegt werden. Dann aber hängt es wieder davon ab, wie groß das Grundstück ist und ob dort ein- oder zweigeschossig gebaut werden darf. Und ein ganz wichtiger Faktor ist die Frage, wie sehr ein Grundstück vom neuen Lärmschutzwall profitiert. „Je näher ein Haus am Lärmschutzwall ist, desto höher ist die Beitragspflicht“, erläutert Hoffstadt die Faustregel. „Das richtet sich nach der Dezibel-Zahl.

Dezibel sind eine Maßeinheit für Lärm und Geräusche. Doppelte Dezibelzahl bedeutet dabei nicht doppelter Lärm, denn die Maßeinheit verläuft nicht linear, sondern logarithmisch. Während ein normales Gespräch 55 Dezibel hat, hat Verkehrslärm im Schnitt 75 Dezibel. Der Wöstenwall soll Lärmminderungen von drei bis 18 Dezibel bringen. „Alle, die sich durch den Wall um mehr als drei Dezibel verbessern gegenüber dem Zustand ohne Wall, sind beitragspflichtig“, sagt Hoffstadt. Die Stadt habe dabei auch keinen Ermessensspielraum. „Wür dürfen erheben – und damit müssen wir erheben, denn Gebühren haben immer Vorrang vor Steuermitteln“, sagt der Stadtsprecher. Wie hoch die Belastung für jeden Häuslebauer werden wird, könne derzeit noch nicht verbindlich gesagt werden. „Es wird aber deutlich weniger sein als die Erschließungsgebühren beispielsweise für Straßen oder Abwasserkanäle“, sagt Hoffstadt. „Um den Lärmschutzwall herzustellen, muss man viel weniger technischen Aufwand betreiben.“ Im übrigen biete die Stadt den Bauwilligen in den neuen Bauabschnitten so genannte Ablösevereinbarungen an: „Die Eigentümer bezahlen vor dem Bau ihrer Häuser die Summe X an die Stadt, und da sind alle Erschließungsanlagen inklusive des Walls drin“, erläutert Hoffstadt. „Wenn es am Ende etwas teurer wird als geplant, haben wir Pech gehabt – und umgekehrt.“

Allerdings sind nicht nur Neubauten von den Beiträgen für den Lärmschutzwall betroffen. Am Stichweg Königstraße profitieren vier bestehende Häuser von der Lärmschutzwand. Hoffstadt: „Auch diese werden einen ganz normale Beitrags-Bescheinigung bekommen.“



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