Sa., 15.07.2017

Krimi-Projekt an der Stadtbibliothek Aus der Lebenswelt der Schüler

Die Schüler der Jahrgangsstufe 8 beschäftigten sich mit einer breiten Auswahl an vorgeschlagenen Jugendkrimis der vergangenen Jahre.

Die Schüler der Jahrgangsstufe 8 beschäftigten sich mit einer breiten Auswahl an vorgeschlagenen Jugendkrimis der vergangenen Jahre. Foto: Pf

Greven - 

Moderne Jugendkrimis in Kontrast zum klassischen „Fräulein von Scuderi“: Die Achtklässler des Gymnasiums ergänzten die Deutschlektüre jetzt durch ein Rezensions-Projekt mit der Stadtbücherei.

Die völlige Hingabe an ein Computerspiel. Mit dem geheimnisvollen Neuen aus der Klasse zum Festival. Eine wagemutige Kletter-Freizeit in den Alpen. Als Azubi in der Abteilung Mord beim FBI. Können nicht auch einmal solche Themen Eingang in den Literaturunterricht finden? Doch, das geht. Es müssen nur die richtigen Bücher zur Hand sein.

Dafür sorgte im Rahmen des Krimi-Projekts nun zum zweiten Mal nach 2014 die Stadtbibliothek in Kooperation mit der Buchhandlung Cramer & Löw als Sponsor. Von dieser Großzügigkeit sowie der Expertise der Bibliothekarinnen Sigrid Högemann und Anne Thiemann profitierten im Juni/Juli Augustinianer der Jahrgangsstufe 8 samt ihres Deutschlehrers Benedikt Faber. Gemeinsam mit den Klassen 8a und 8d hatte er zunächst eine klassische, dabei nicht eben einfache Kriminalerzählung E.T.A. Hoffmanns erarbeitet: Das Fräulein von Scuderi beinhaltet zahlreiche Elemente eines Krimis vor dem Hintergrund der höfischen Welt Ludwigs des XIV. im absolutistischen Frankreich. Trotz auftretender Eifersucht, Juwelenraube und Giftmorde war die Erleichterung der Lerngruppen spürbar, als sie den Text beiseitelegen und sich endlich auf die breite Auswahl an vorgeschlagenen Jugendkrimis der vergangenen Jahre stürzen konnten.

Darin dreht es sich vor meist zeitgenössischer Kulisse um vielfältige Themen aus der Lebenswelt der Schüler, kombiniert mit heiklen Aspekten wie Vertrauensbruch, Gruppendruck oder rechter Gewalt. Darüber hinaus agieren jugendliche Ermittler und es gibt jede Menge Leichen . . . Die Bücher waren auf Basis sorgfältiger Recherche der Stadtbibliothek vorsortiert und bestellt worden.

In 14 Kleingruppen wurde daraufhin mit den Kriminalromanen gearbeitet. „Der Jugendthriller ‚Schön, schöner, tot‘ hat uns sehr begeistert“, sagen etwa Evelyn, Kira, Katharina, Luise und Lia aus der 8a. Im Lauf der Projekt-Arbeiten entstanden Figurenkonstellationen und Spannungskurven, Charakterisierungen und Cover-Gestaltungen; die Texte wurden auf typische Merkmale einer Kriminalerzählung abgeklopft und in Comics umgearbeitet oder als Hörspiele inszeniert.

Um jugendliche Besucher der Stadtbibliothek zu informieren, wurden Besprechungen der Bücher formuliert. Denn, so glaubt Anne Thiemann, „Empfehlungen von Schüler zu Schüler funktionieren einfach besser als die Frontalpräsentation von Bibliothekaren.“



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