So., 16.07.2017

Ausstellung zur Alten Münsterstraße eröffnet Grevens heißes Pflaster

Die Macher der Ausstellung:  Peter Döpker, Herbert Bertram und Bodo Klopsch haben die Fotos ausgesucht und geordnet.

Die Macher der Ausstellung:  Peter Döpker, Herbert Bertram und Bodo Klopsch haben die Fotos ausgesucht und geordnet. Foto: Stefan Bamberg

Greven - 

Wenn irgendwo so richtig der Bär steppte, dann hier. Die Alte Münsterstraße, sie war ein heißes Pflaster – so heiß, dass locker fünf Ausstellungen möglich wären. Geworden sind es zwei: Teil eins eröffneten Heimatverein-Chef Runde und Vize-Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben am Samstag in der Alten Post.

Von Stefan Bamberg

Ein netter, kleiner Blechschaden ging wahrscheinlich immer, wenn die Zeitung mal nicht voll wurde. Wenn man seine vielen Bilder so sieht, musste der damalige WN-Redaktionsleiter Carl Schumacher wohl kaum lange warten, bis es wieder mal krachte. „Meine Güte, das war aber auch eng“, staunt Herbert Runde. „Eigentlich war dauernd Stau, außer am Sonntag.“ Ohnehin: Wenn irgendwo so richtig der Bär steppte, dann hier. Die Alte Münsterstraße, sie war ein heißes Pflaster – so heiß, dass locker fünf Ausstellungen möglich wären.

Geworden sind es zwei: Teil eins eröffneten Heimatverein-Chef Runde und Vize-Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben am Samstag in der Alten Post. Mitten in der Geschichte der Straße sozusagen – das Postgebäude, es ist stets ein Fixpunkt gewesen auf dem Weg zwischen Marktstraße und Fritz-Pölking-Platz. Ruhiger ist es dort inzwischen geworden, deutlich ruhiger. Die Autos sind längst verschwunden, mit der Stadtkernsanierung Anfang der 80er-Jahre kam die Fußgängerzone. Wenig ist übrig vom Trubel vergangener Tage – und doch kann man ihn irgendwie auch heute noch spüren.

Wenn die Ur-Grevener davon erzählen nämlich: Peter Döpker, Herbert Bertram und Bodo Klopsch aus dem „Arbeitskreis Bilddokumente“ haben zwischen 5000 und 6000 Fotos gesammelt – und, so scheint es, fast ebenso viele Geschichten. Natürlich hat es längst nicht jedes Bild in die Ausstellung geschafft: „Manche sind unscharf oder wir können gar nicht mehr rekonstruieren, wer es wann und wo gemacht hat.“ Für einen lebhaften Eindruck vom Wandel der Zeit reicht es aber locker – und für unzählige „Weißt-Du-noch“-Anekdoten freilich auch.

Es waren besondere Menschen, die die Alte Münsterstraße pulsieren ließen: etwa die Postbeamten, die sich am Feierabend im „Posthörnchen“ trafen. Und natürlich die vielen Geschäftsleute, die hier zu Institutionen wurden. Metzger Fromme, Buchhändler Cramer, Kunst-Familie Galen, Schuh-Fachmann Auf der Lanver, es gab noch echte Tabakläden, und: „Mehrere Spielzeuggeschäfte“, weiß Runde – und erzählt von früher.

Die Auslagen auf den schmalen Bürgersteigen, bei Mama an der Hand, nur gucken, nicht anfassen: „Das Beste davon hat man sich dann zu Weihnachten gewünscht.“ Es gab Geschäftsideen wie die des Hutverleihers Brockkötter, auf die heute keiner mehr käme. Und solche, die Karriere gemacht haben wie die von Lebensmittel-Trendsetter Hill: „So etwas wie der erste Discounter“, sagt Runde. „Sehr beliebt für den schnellen Einkauf.“ Schnell – wenn nicht gerade Stau war . . .

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Ab dem 2. August wird ein von Peter Döpker erstellter Film vorgeführt. Teil zwei der Ausstellung – von Fritz-Pölking-Platz bis zur Schöneflieth – folgt voraussichtlich im Herbst. Die aktuelle Ausstellung ist noch bis zum Kirmes-Wochenende Ende August zu sehen, immer montags von 15 bis 17 Uhr sowie mittwochs und samstags (jeweils 10 bis 12 Uhr). Gruppen können nach Absprache auch abweichende Führungstermine erhalten.



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