Di., 12.09.2017

Berufsorientierung für Neuntklässler Viele stochern noch im Nebel

Neben BASF-Azubis stellten Vertreter weiterer Branchen ihre Berufe und ihr Unternehmen vor (oben). Carsten Liebschwager, Claudia Sandhop und Felix Engelhardt haben eine intensive Projekt-Woche mit den Schülern hinter sich.

Neben BASF-Azubis stellten Vertreter weiterer Branchen ihre Berufe und ihr Unternehmen vor (oben). Carsten Liebschwager, Claudia Sandhop und Felix Engelhardt haben eine intensive Projekt-Woche mit den Schülern hinter sich. Foto: oh

Greven - 

Großes Rätselraten. Was man werden will? Viele Neuntklässler winken da ab. In der Gesamtschule gibt es jetzt eine Projektwoche zum Thema.

Von Oliver Hengst

Ein Junge will „irgendwas im Bereich IT“ machen, eine Mitschülerin „was mit Menschen“. Ein Schüler weiß, dass er Koch werden will. Die drei haben den meisten Mitschülern etwas voraus. Denn in der kurzen Vorstellungsrunde bekennen die meisten Neuntklässler, dass sie noch nicht wissen, was sie mal beruflich machen möchten. Anfang neunte Klasse – höchste Zeit, sich zumindest mal Gedanken darüber zu machen und erste Weichen zu stellen.

Die Gesamtschule hatte daher nun ihre Neuntklässler zur Projektwoche Berufsorientierung eingeladen. Vorträge, Bewerbungs-Tipps, Betriebsbesichtigungen und ein abschließendes Zusammentreffen mit Azubis, die ihre Berufe und Betriebe vorstellen, boten erste Einblicke in die Vielfalt der heutigen Berufswelt. Während die sechsten, achten und zehnten Klassen auf Klassenfahrt weilten, gab es für die fünften (Sozialtraining), siebten (Gesundheit) und eben die neunten Klassen eine Projektwoche. Die Berufsorientierung setzt da an, wo die meisten Schüler stehen: Viele stochern noch komplett im Nebel. „Es ist so etwas wie der erste große Ansatz“, sagt Claudia Sandhop. Man wolle Orientierung schaffen und ermuntern, die eigenen Stärken zu erkunden.

Beim „Bewerbungs-Knigge“ mit der AOK lernten die Schüler, dass man auch eine Menge falsch machen kann. Falsches Auftreten, falsche Kleidung, Rechtschreibfehler in der Bewerbung – und schon zerplatzt der Traum vom Ausbildungsplatz.

In der Projektwoche bekamen die Jungen und Mädchen Kontakt zu einer Vielzahl verschiedener Berufe – ohne Anspruch auf Vollständigkeit freilich. Besichtigungen waren ein wichtiger Baustein. Setex, Sparkasse, Volksbank, D.W. Werbung, Kogotec, Arnskötter, Bunsieck&Partner, Schumacher Packaging und Nolte waren Anlaufstationen in Greven. Auch bei McDonald‘s in Rheine sowie im BIZ (Agentur für Arbeit), im Lehrbauhof Münster, der Handwerkskammer sowie den Technischen Schulen und der FH Steinfurt sammelten die Schüler Infos und Eindrücke ein.

Im Berufsinformationszentrum konnten die Schüler testen, welche Berufe zu ihren Interessen und Stärken passen könnten. „Es war für viele Schüler interessant zu sehen, welche Vorschläge dabei herauskamen. Es gibt viel mehr Berufe, als die meisten Schüler präsent haben“, sagt Claudia Sandhop, die eine neunte Klasse leitet. Genau wie Felix Engelhardt, der ergänzt: „Wie wollen die Schüler auf den Weg bringen und ihnen Mittel an die Hand geben, sich weiter zu informieren.“ In Einzelfällen hätten sich Schüler in Betrieben so interessiert gezeigt, dass sie direkt Kontakt wegen eines Praktikums aufgenommen hätten. Was keinesfalls zu früh ist. Nach den Osterferien sollen die Neuner drei Woche lang Praxisluft schnuppern.

Die Bereitschaft der Unternehmen zur Kooperation, so Engelhardt, zeige, dass die Schüler am Arbeitsmarkt gute Chancen hätten – wenn sie bereit seien, diese aktiv zu nutzen. Man habe bei den Unternehmen nicht „betteln“ müssen, viele seien sehr aufgeschlossen gewesen.



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