Mo., 11.09.2017

Einzigartiges Sommerlager Vorzeigeprojekt am Westeroder See

Studierende leiteten Neuner an, die wiederum die Sechser betreuten. Und alle profitierten davon.

Studierende leiteten Neuner an, die wiederum die Sechser betreuten. Und alle profitierten davon. Foto: oh

Greven - 

Positive Bilanz nach dem Sommerlager der Gesamtschule. Es sei einzigartig in NRW, hieß es.

Von Oliver Hengst

Ein Jahr lang hätten andere Schulen Zeit gehabt, das Modell zu kopieren. Aber nichts da. Nach wie vor sei das Projekt Sommerlager der Gesamtschule „einzigartig in NRW“, sagt Ingo Krimphoff, Leiter der Gesamtschule. Er war am Freitag zum Campingplatz Westheide geeilt, um mit den Kooperationspartnern eine durchweg positive Bilanz zu ziehen.

Zum Hintergrund: Im Zuge des Sommerlagers verbringen zwei sechste Klassen (56 Schüler) eine Woche am Westeroder See, angeleitet von rund 20 angehenden Jugendleitern aus der neunten Klasse sowie Vertretern von Sportvereinen und Jugendverbänden, die dabei wiederum wissenschaftlich begleitet werden von 17 Sportstudenten der Uni Münster. Warum das alles? Weil alle profitieren. Win-Win-Win . . .

Während also andere Sechser vergangene Woche Rheine oder Osnabrück unsicher machten, campten die Mitschüler aus der Stufe in Westerode – bei nicht gerade sommerlichen Bedingungen. Flexibles Umplanen von Freiluft-Angeboten war nötig. Dass erstmals ein regenfestes Zirkuszelt zur Verfügung stand, half sehr.

„Die Woche fußt auf drei Bausteinen: Gesunde Ernährung, 10 000 Schritte am Tag und Entspannung“, erklärt Sport-Dozent Andreas Klose (Uni Münster). Sein Bruder Jörg Klose unterrichtet an der Gesamtschule und hat das Projekt initiiert. Die Schüler in Bewegung zu bringen, fiel augenscheinlich leicht. Die Vorgabe von 10 000 Schritten am Tag erfüllte jeder einzelne Teilnehmer. „Hier geht es nicht um Hochleistungssport, sondern um ganz normale Bewegung“, sagt Andreas Klose. Jörg Klose betont, dass Obst und Gemüse – zentraler Bestandteil des täglichen Speiseplanes – von umliegenden Bauern stamme. „Das ganze Projekt funktioniert nur deshalb so gut, weil so viele Leute beteiligt sind – darunter viele Profis.“ Nicht nur Krimphoff hofft auf einen nachhaltigen Effekt, darauf, dass die Schüler die Lagererfahrungen nach Hause tragen und fortsetzen.

Anregungen gab es reichlich – zum Beispiel in Form bewegter Angebote: Kanu fahren, Frisbee, Floß-Bau, Zirkus-Workshop (mit dem „Circus Chabernaq“) und mehr. Auch Fingerspiele waren im Angebot: gut für die Feinmotorik und um handyfreie Zeiten sinnvoll zu nutzen (Smartphones waren tabu). „Hier geschieht Persönlichkeitsbildung durch und durch“, ist Julian Lagemann (Kreissportjugend) vor allem vom Engagement der Schüler begeistert. Er selbst ist Lehramtsstudent. „Eine Woche fokussiert mit Kindern arbeiten – das kann die Uni nicht bieten“, benennt er den praktischen Nutzen für die Studierenden. „Jeder hat etwas von diesem Lager. Jeder nimmt etwas mit.“



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