Di., 12.09.2017

Schachclub Reckenfeld Das königliche Spiel sucht Fans

Eine reine Herrenrunde ist der Schachclub Reckenfeld im Moment. Das muss nicht so bleiben – Frauen mit Spaß am königlichen Spiel sind hochwillkommen.

Eine reine Herrenrunde ist der Schachclub Reckenfeld im Moment. Das muss nicht so bleiben – Frauen mit Spaß am königlichen Spiel sind hochwillkommen. Foto: Rosemarie Bechtel

Reckenfeld - 

Den Schachclub Reckenfeld gibt es seit 60 Jahren – Nachwuchs wird dringend gesucht.

Von Rosemarie Bechtel

Vor 60 Jahren trafen sich begeisterte Schachspieler und gründeten den Schachclub Reckenfeld. Heute zählt der Verein insgesamt 30 Mitglieder, die sich in Senioren- und Jugendabteilung aufteilen. Und sie alle haben einen Wunsch zum Sechzigjährigen: „Mehr Menschen für das königliche Spiel zu begeistern“ so Andre Röwekamp, der im Frühjahr den Vorsitz von seinem Vater Helmut übernommen hat. Aktuell wird über öffentliche Turniere nachgedacht. Röwekamp: „Die Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen, wir arbeiten dran“.

Zwei der Seniorenmannschaften aus Reckenfeld nehmen an den Wettbewerben im Schachverband Münsterland teil. Die erste Mannschaft ist zurzeit in der Bezirksliga, die zweite Mannschaft in der Bezirksklasse Steinfurt aktiv.

Die Mannschaftsaufstellungen der Seniorenmannschaften werden Jahr für Jahr bei der Vereinsmeisterschaft ermittelt. Aktuell wird gerade der Vereinspokal ausgespielt. Von den 15 Teilnehmern kommen zehn aus der früheren Jugendabteilung.

Leider gibt es derzeit nur männliche Spieler in der Schachrunde, die sich jeden Freitag um 20 Uhr im katholischen Pfarrheim in Reckenfeld trifft. Der älteste Schachspieler ist der 80-jährige Heinz Welling. „Ich spiele seit meiner Kindheit, der Schachclub war damals direkt neben meiner Schule in Essen“, erzählt er.

Anfangs habe er nur so zum Spaß gespielt, doch dann packte ihn der Ehrgeiz, er nahm an Turnieren teil. Vor 17 Jahren zog er nach Reckenfeld und trat vor elf Jahren dem Reckenfelder Club bei.

Dirk Böckmann ist Jugendwart. Seine Mannschaft trifft sich freitags von 18 bis 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus. Zwischen sechs und 20 Jahre alt sind die Teilnehmer dieser Gruppe. „Ich spiele selbst seit meinem zehnten Lebensjahr hier im Verein Schach. Es macht mir Spaß, dieses Hobby jungen Menschen nahe zu bringen“.

Still geht es dabei durchaus nicht immer zu, weder bei den Jungen noch bei den Älteren. „Der Spaß steht im Vordergrund. Wir bieten und unternehmen auch andere Aktivitäten, wie vor kurzem unsere Radtour als Schnitzeljagd.“ Nachwuchs zu begeistern ist schließlich nicht leicht. Schach ist nun mal kein Massensport.

Aber die Reckenfelder sind pfiffig – sie wissen, wo man heute am besten Nachwuchs rekrutiert – in der Schule. In der Erich-Kästner-Grundschule bietet Rainer Sperling eine Schach-AG an, die jeweils über ein Vierteljahr geht. Die Kinder haben durchaus Lust auf das königliche Spiel. Aber ob der Verein davon profitiert, muss sich erst noch zeigen. „Die haben so lange Schule und noch andere Hobbys“, weiß Sperling, dass die Nachwuchs-Rekrutierung für den Verein ein mühseliges Geschäft ist. Auf jeden Fall wird die AG in der Schule weiter angeboten. Und vielleicht sorgen Neuzugänge bald dafür, dass es den Verein nach 60 Jahren – er wurde an 4. Oktober 1957 gegründet – noch lange gibt. „Der Verein soll wachsen“, ist ein jedenfalls der Wunsch der Aktiven, die für das Königliche Spiel weitere Mitstreiter jeden Alters suchen.



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