Di., 03.10.2017

Emsumflutbrücke wird derzeit abgerissen Kaputtmacher in Hochform

Ein bizarrer Anblick: Die Betonbrocken werden durch die verarbeiteten Stahlmatten oder -Seile zusammen gehalten und hängen nach unten. Rund 2000 Kubikmeter Beton und Metall müssen nach dem Abriss entsorgt werden.

Ein bizarrer Anblick: Die Betonbrocken werden durch die verarbeiteten Stahlmatten oder -Seile zusammen gehalten und hängen nach unten. Rund 2000 Kubikmeter Beton und Metall müssen nach dem Abriss entsorgt werden. Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Die so genannte Umflutbrücke zwischen Greven und Gimbte wird momentan abgerissen – zur Hälfte jedenfalls. Und das ist natürlich gar nicht so einfach. Spezialisten für so etwas hat die Firma Moß aus Lingen. Die kennen sich mit solchen Arbeiten aus. Und: Sie haben das entsprechende Werkzeug und liefern bizarre Bilder.

Von Peter Beckmann

Wie oft und wie viel wurde schon über kluge und geistreiche Menschen geschrieben, die etwas erschaffen, etwas gebaut, etwas kreiert haben. Zu Recht, natürlich. Aber: Immer wieder werden diejenigen vernachlässigt, die etwas kaputt machen, etwas zerstören. Denn deren Arbeit ist in vielen Fällen Voraussetzung für das Neue. Außerdem ist das Kaputtmachen manchmal doch recht anspruchsvoll. Auch das ist eine wahre Kunst und will gelernt sein.

So zum Beispiel im Fall der Autobahnbrücke zwischen Greven und Gimbte. Diese so genannte Umflutbrücke wird momentan abgerissen – zur Hälfte jedenfalls. Und das ist natürlich gar nicht so einfach. Spezialisten für so etwas hat die Firma Moß aus Lingen. Die kennen sich mit solchen Arbeiten aus. Und: Sie haben das entsprechende Werkzeug.

Bernhard Heine vom Landesbetriebs Straßen.NRW betreut das Projekt in der Gimbter Heide. Er kennt die Brücke gut, weiß einiges zu erzählen. „Hier unter der Brücke sind schon viele Partys gelaufen, wurde das Fahren für die Führerscheinprüfung geübt, wurden Schießübungen durchgeführt“, erzählt er. Er selbst habe schon Patronenhülsen gefunden und zerschossene Gläser.

Jetzt aber ist die Brücke hermetisch abgeriegelt, es ist kein Durchkommen mehr möglich. Denn oben auf der Brücke klopft der Specht – ein metallischer und verdammt großer. „Im Prinzip macht der Bagger nichts anderes wie ein Bohrhammer“, erklärt Heine. Der Bagger trägt die äußeren Teile der Fahrbahn ab, die keine tragende Funktion haben.

Immer schön rückwärts, ratter-ratter, weiter rückwärts, ratter-ratter – und so weiter. Langsam aber sicher wird der rechte Rand der Brücke abgetragen. Die zerbröselten Betonteile hängen an der Seite herunter und werden durch Stahlseile und -Matten zusammen gehalten. Ein bizarrer Anblick. „Das wird noch fein säuberlich getrennt“, erklärt Heine.

Kaum ausgesprochen hat der Baggerfahrer das Werkzeug gewechselt. Jetzt ist an dem Arm eine Art Kneifzange befestigt – ausgestattet mit einer ungeheuren Kraft. Der Baggerführer zerschneidet die Stahlverbindungen, die Betonbrocken rauschen nach unten.

So geht das von Nord nach Süd, die Fahrbahn in Richtung Münster löst sich langsam aber sicher auf. Die tragenden Bereiche werden allerdings in den kommenden Tagen von unten abgetragen. Der Baggerfahrer möchte ja nicht den eigenen Ast absägen. „Insgesamt wird der Abriss rund vier Wochen dauern“, erklärt Heine den Zeitplan. Dann müsse der Schrott und die Betonbrocken wegtransportiert werden. „Da kommen rund 2000 Kubikmeter zusammen.“ Erst dann kann mit dem Neubau der ersten Hälfte der 170 Meter langen Brücke begonnen werden.

„Damit sind wir in etwa im Juni oder Juli fertig sein“, erklärte Heine. Dann werde der Verkehr über den neuen Brückenteil gelenkt, wobei die Auffahrt Greven in Richtung Münster dann gesperrt werden muss. „Das liegt alles zu nah zusammen“, erklärt Heine den Grund.

Ja und dann, dann kommen wieder die Kaputtmacher aus Lingen und beginnen ihr gekonntes zerstörerisches Werk. Auf das dann wieder neu gebaut werden kann . . .



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