Mi., 04.10.2017

Neuer Banken-Riese entsteht bis zum Jahr 2020 Vereinigte Volksbank Münster fusioniert zusätzlich mit Greven

Neuer Banken-Riese entsteht bis zum Jahr 2020: Vereinigte Volksbank Münster fusioniert zusätzlich mit Greven

Die Vereinigte Volksbank Münster will mit zwei Volksbanken aus dem Kreis Steinfurt fusionieren. Foto: Oliver Werner

Münster - 

(Aktualisiert: 18 Uhr) Die Vereinigte Volksbank Münster, die sich erst vor drei Jahren mit der Volksbank Telgte zusammengeschlossen hatte, plant bis zum Jahr 2020 mit nun zwei weiteren Volksbanken aus dem nördlichen Münsterland eine Mega-Fusion.

Von Ralf Repöhler

Die Vereinigte Volksbank Münster und die VR-Bank Kreis Steinfurt hatten sich bereits gefunden, jetzt stößt auch die Volksbank Greven dazu. Deren Geschäftsgebiet schlägt eine Schneise zwischen dem der beiden anderen Genossenschaftsbanken. Bis zum Jahr 2020 soll im nördlichen Münsterland die achtgrößte Volksbank Deutschlands entstehen. Die dann neu formierte Volksbank Münsterland Nord mit 1200 Mitarbeitern soll ihren juristischen Sitz an der Neubrückenstraße in Münster haben, wo die fünf Zentralvorstände sitzen werden. Vorstandssprecher soll Gerhard Bröcker (Münster) werden, der Aufsichtsratsvorsitzende aus dem Kreis Steinfurt kommen. Als Verwaltungsstandorte sind Telgte und Rheine vorgesehen. Kompetenzzentren sollen unter anderem in Münster, Hiltrup und Telgte sein.

Auslöser: Umstellung auf neues Bankverfahren

Auslöser für die Mega-Fusion ist Umstellung auf ein neues Bankverfahren im Frühjahr 2019. Das organisatorische Großprojekt wird bereits gemeinsam angegangen. Ein Jahr später sollen die Vertreterversammlungen über das Zusammengehen der drei Banken entscheiden. Die technische Fusion könnte  im dritten Quartal 2020 erfolgen. Für die Münsteraner ändern sich dann die Daten bei ihrer Volksbank.

Die Vereinigte Volksbank Münster hatte sich erst vor drei Jahren mit der Volksbank Telgte zusammengeschlossen.  Nachdem bereits mit der VR-Bank Kreis Steinfurt mit Sitz in Rheine ein Kooperationsvertrag geschlossen worden war, soll ein weiteres Dokument nun am 19. Oktober mit Greven  unterzeichnet werden. Nach vertrauensvollen Gesprächen hätten die Aufsichtsräte und Vorstände aller drei Geldinstitute beschlossen, sich gemeinsam der Zukunft zu stellen. Das teilten die münsterischen Vorstandsmitglieder Gerhard Bröcker und Friedhelm Beuse am Montag mit.

Gemischte Gefühle bei den Mitarbeitern

Die Mitarbeiter schauen mit gemischten Gefühlen auf die neue Großbank. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht beabsichtigt, heißt es. Allerdings sollen Stellen, die altersbedingt frei werden, nicht wieder besetzt werden. Von den Mitarbeitern werde erwartet, notwendige Veränderungen positiv zu begleiten. Heißt im Klartext, dass Mitarbeiter einen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt des Geschäftsgebietes bekommen könnten.

Kommentar: Nähe nicht verlieren

Im nördlichen Münsterland entsteht eine der größten Volksbanken Deutschlands mit Sitz in Münster. Auch wenn die Umstellung auf ein neues Bankverfahren der Auslöser ist, sind die wahren Gründe schwerwiegender. Die seit Jahren andauernde Niedrigzinsphase bringt das Geschäftsmodell nachhaltig in Gefahr. Die Bankenaufsicht stellt hohe Anforderungen, der Formalismus nimmt vielen die Luft zum Atmen. Die fortschreitende Digitalisierung verlangt rasche Antworten, um Kunden nicht an Direktbanken zu verlieren. Die Folge sind Fusionen, um Kosten zu senken und Synergien zu nutzen. Bundesweit soll es bis zum Jahr 2021 von knapp 1000 Volksbanken noch 650 geben. Der Name der im Jahr 2020 fusionierten Volksbank Münsterland Nord lässt ausdrücklich weitere Partner zu. Natürlich wird es weniger Filialen geben. Natürlich wird es weniger Mitarbeiter geben. Nur eines darf auch eine vergleichsweise große Regionalbank nicht verlieren – die Nähe zum Kunden. Sonst hätten sich die Vorstände ganz schwer verrechnet.



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