Mi., 08.11.2017

Drei Handwerksbetriebe ausgezeichnet Die Abräumer aus Reckenfeld

Preisträger mit Ministerpräsident: Armin Laschet hielt die Laudatio auf die „ausgezeichneten“ Handwerker.

Preisträger mit Ministerpräsident: Armin Laschet hielt die Laudatio auf die „ausgezeichneten“ Handwerker. Foto: Land NRW / M. Hermenau

Reckenfeld - 

Gleich drei Reckenfelder Handwerksbetriebe – Rosendahl, Venker, K & K – sind mit dem Denkmal-Handwerker-Preis 2017 ausgezeichnet worden. Die Firmen waren an der Sanierung des denkmalgeschützten Wohnhauses des verstorbenen Stararchitekten Prof. Harald Deilmann in Münster beteiligt.

Von Monika Gerharz

Nein, leicht war er nicht, der Job. „Jede Woche eine neue Überraschung“, seufzt der Maurermeister. Und trotzdem, unter dem Strich war er eine spannende Aufgabe, die viel Spaß gemacht hat. Da sind sich die Reckenfelder Unternehmer Willi Rosendahl vom gleichnamigen Baugeschäft, Maria Venker von der Reckenfelder Schreinerei und Helmut Thiemann vom Heizungsbauer K & K einig. Dabei war es für alle Beteiligten eine Premiere – mit der sie gleich eine begehrte Auszeichnung ergattert haben – den Denkmal-Handwerker-Preis 2017.

Doch von vorn. In Münster gibt es am Jessingweg das Wohn- und Atelierhaus des verstorbenen Stararchitekten Harald Deilmann. Es ist ein Zeugnis für die Architektur der 50er Jahre und wurde auf Deilmanns eigenen Antrag unter Schutz gestellt. Das Ehepaar Eva Lütke Siestrup und Günter Schiffers haben vor einiger Zeit das Haus gekauft und wollten es sanieren lassen – eine knifflige Aufgabe bei einem Denkmal.

Doch die Sanierungswilligen vertrauten offenbar dem Reckenfelder Bauunternehmer Willi Rosendahl. „Ich habe für die Familie ein Ferienhaus gebaut“, erläutert Rosendahl, wie die Beziehungen zustande gekommen sind. Er vermittelte die beiden anderen Reckenfelder Betriebe. „So bleibt das Geld im Dorf“, schmunzelt er. Und außerdem hat es sehr gut mit der Zusammenarbeit geklappt – keine Selbstverständlichkeit bei solchen Projekten. Rosendahl augenzwinkernd: „Wir können uns noch immer ohne Anwalt unterhalten.“ Nicht zuletzt dafür bekamen Bauherr und - herrin, Architekt Martin Olbrich und die beteiligten Handwerker einen ersten Platz beim Denkmal-Handwerkerpreis. „Die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ist an dem vorbildlichen Ergebnis spürbar“, wurden die Reckenfelder und ihre Kollegen aus anderen Städten bei der Verleihung am Dienstag in Düsseldorf, bei der Ministerpräsident Armin Laschet die Festrede hielt, gelobt

Denn wie gesagt: Sanierung kostet ganz besonders Nerven „Die besondere Herausforderung war, dass wir die Außenfassade nicht verändern durften“, berichtet Rosendahl. Darum musste seine Firma beispielsweise das gesamte Gebäude allein von innen dämmen. Dabei stießen die Handwerker beispielsweise unversehens auf Rohre in den Wänden, die die Statik gefährdeten. Damit Heizungsbauer K & K eine Fußbodenheizung verlegen konnte, musste ein Terrazzoboden von einem Osnabrücker Unternehmen Stück für Stück aufgenommen und wieder eingesetzt werden. Und Michael Buschkühl von der Firma Venker berichtet, wie sein Unternehmen alle Vertäfelungen abnahm, aufpolierte und so wieder anbrachte, dass jetzt auch die Rohre gut zugänglich sind. „Außerdem haben wir alle Einbaumöbel aus- und wieder eingebaut, denn das Denkmalamt wollte es so“, schildert Buschkühl die peniblen Auflagen.

18 Monate hat es gedauert, bis das Haus Deilman fertig war. Jetzt ist es ein Schmuckstück geworden. „Ich würde so etwas durchaus gerne wieder mal machen“, ist Rosendahl sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Sanierung des Denkmals. „Aber erst nach einem Jahr Pause.“



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