Do., 09.11.2017

Wenn Steppkes programmieren lernen Nützliche Roboter

Sieht aus wie Lego – und ist auch Lego. Aber die kleinen Fahrzeuge, die diese Schüler in der Stadtbücherei bauen, reagieren auf die Programme, die von ihnen erstellt worden sind.

Sieht aus wie Lego – und ist auch Lego. Aber die kleinen Fahrzeuge, die diese Schüler in der Stadtbücherei bauen, reagieren auf die Programme, die von ihnen erstellt worden sind. Foto: Günter Benning

Greven - 

Rechnen lernen? Das reicht heute schon lange nicht mehr. Schüler müssen programmieren können – und lernen es mit Mini-Robotern in der Stadtbücherei.

Von Günter Benning

Justus und Paul bauen eine Alarmanlage. „Die macht Töne, wenn einer vorbeigeht“, sagen sie.

Klingt einfach, sieht auch einfach aus, wie die beiden Schüler im Aktionsraum der Stadtbibliothek auf einem Tabletcomputer Symbole hin und herschieben.

Programmieren – das ist hier kinderleicht.

Sigrid Högemann, Leiterin der Stadtbibliothek, sieht den Schülern über die Schulter. Für sie geht es um ein großes Projekt für Grevens Schulen. Die Bücherei verfügt neuerdings über 80 Ozobots, die sie in Paketen an Schulen ausleihen kann – oder die vor Ort programmiert werden.

Ozobots? Das sind kleine Miniroboter, die den Charme eines R2D2 aus Krieg der Sterne haben. Sie können über den Tisch fahren, sich drehen, Wege suchen, vor Hindernissen halten.

Aber sie können das nur, wenn es ihr eingebautes Programm vorschreibt. „Lustig“, sagt die achtjährige Nivetha, die einen Ozobot über eine Linie fahren lässt, auf dem mehrere Kontakte installiert sind. Bei dem einen stoppt er, beim anderen macht er eine Kurve.

Programmiert wird das alles über eine App, die logische Funktionen symbolisch darstellt. Nur wenn man will, zeigt sie auch den wirklichen logisch-mathematischen Code an, der dahinter steht.

„Diese Möglichkeiten hätte ich in dem Alter auch gern gehabt“, seufzt ein Betreuer, der den Schülern gelegentlich ein paar Tipps gibt. Das Künstlerehepaar Birgit und Uwe Dresemann hat sich auf digitale Kunstprojekte spezialisiert. Und darauf, digitales Wissen an Schüler zu vermitteln.

Und das ist keine Zugabe zum sonstigen Stoff, den Kinder heute so verdauen müssen. „Schon in den Grundschulen müssen sie Algorithmen entwickeln“, sagt Sigrid Högemann. Medienkompetenz, das ist für die Schulen ein wichtiges Lernziel. Und, weiß die Büchereileiterin, „eine Herausforderung“.

Thanu ist zwölf Jahre und besucht die Gesamtschule. Er bastelt gerade einen Legowagen, der sich mit einem Programm fernlenken lässt. Konzentriert verschiebt er die logischen Verknüpfungen auf dem Bildschirm, wirft das eine in den Papierkorb, kramt eine andere hervor. „Mathe“, sagt er, „fand ich schon immer gut.“ Besonders dann, wenn sich Mathematik wie ein buntes, bewegliches Spiel verkleidet.



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