Do., 09.11.2017

Gesamtschullehrer in Simbabwe 30 Euro für eine bessere Zukunft

Die Porta Primary School in der Nähe der Hauptstadt Harare  war Ziel des Besuches.

Die Porta Primary School in der Nähe der Hauptstadt Harare  war Ziel des Besuches. Foto: Privat

Greven - 

Hermann Stubbe und Waltraud Zumbrägel von der Gesamtschule haben jetzt eine Schule in Simbabwe besucht. Als Gastgeschenk war ein Parabol-Spiegelkocher im Gepäck. Aber weitere Wünsche bleiben.

Ein ganz normaler Schultag an der Gesamtschule im Januar. Es klingelt, große Pause. Wie immer viel Andrang vor der Kaffeemaschine. Während sie auf ihren Kaffee warten, kommen die Kollegen Hermann Stubbe und Waltraud Zumbrägel ins Gespräch. Dabei streift ihr Blick das kleine Geldkästchen mit dem Bild eines afrikanischen Schülers, das auf der Fensterbank steht. Schule in Afrika wird Thema des Gesprächs und die Lehrer entdecken schnell eine gemeinsame Affinität zu dem Kontinent. Hermann Stubbe erzählt, dass er sich im Juli für die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft auf den Weg in die Schule machen wolle, die auf dem Foto mit dem so freundlich lachenden Junge abgebildet ist. Auf die beherzte Frage, ob die Kollegin mitkommen wolle, erhielt er tags darauf die Antwort: „Ja!“

So kam es, dass Zumbrägel, ihr Mann und der Vizepräsident der Gesellschaft, Stubbe, sich auf nach Afrika machten. „Wir als Deutsch-Simbabwische Gesellschaft unterstützen seit mehr als drei Jahren die Porta Primary School in der Nähe der Hauptstadt Harare. Unter anderem bekommen die jüngeren Schüler täglich eine warme Mahlzeit durch unsere Unterstützung“, so Stubbe.

Vor Ort wurde schnell klar, dass es unter anderem an Möglichkeiten fehlt, sich vor dem Essen, das traditionell mit den Fingern zu sich genommen wird, die Hände zu waschen. „Im Gespräch mit den afrikanischen Kollegen wurde uns eindringlich die Sorge vor Krankheiten wie Cholera oder Typhus ans Herz gelegt, so dass das Projekt ‚Waschstation‘ vorrangig organisiert wurde“, berichtet Zumbrägel. Parallel wies Stubbe auf die Möglichkeiten der Nutzung von Sonnenenergie hin. „Ich habe als Gastgeschenk einen Parabolspiegelkocher mitgebracht, der hervorragend funktioniert“, so der Physiklehrer.

Mit den Kindern hat er dann preisgünstige Kochkisten aus Glasscheiben, Pappkartons und schwarzer Farbe gebaut. Damit könnte der umweltschädliche Verbrauch von Feuerholz verringert werden.

Um die Hilfe dauerhaft zu sichern, hat die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft ein Patenschaftsprogramm aufgebaut. Für einen monatlichen Betrag von 30 Euro werden einem Kind der Porta-Schule das Schulgeld und alle für den Schulbesuch benötigten Materialien bezahlt. Die Paten bekommen dreimal im Jahr eine Nachricht des Kindes und eine Rückmeldung über den schulischen Weg des Kindes. Mit einem Teil des Geldes wird die Schule als Ganzes unterstützt, damit letztlich die Ausbildung für alle verbessert wird und es auch nicht zur Konkurrenz zwischen den „Patenkindern“ und den anderen Kindern kommt.

„Wenn wir die Schulspeisung für alle Kinder der Schule aus den Patenschaftsgeldern finanzieren könnten, wäre den Patenkindern persönlich geholfen und alle Kinder hätten einen Vorteil durch die Schulspeisung“, so Stubbe und Zumbrägel unisono. Mit den sonstigen Mitteln der Gesellschaft könnten dann weitere Projekte wie ein landwirtschaftliches Projekt oder Aids-Prävention umgesetzt werden. Weitere Informationen über die DSG und die Porta Primary School sind unter deutsch-simbabwische-gesellschaft.de zu finden.



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