Mi., 08.11.2017

Kämmerer Matthias Bücker vorsichtig „Nicht übernehmen“

Kämmerer Matthias Bücker

Kämmerer Matthias Bücker Foto: Ralf Emmerich

Greven - 

Er ist sachlich. Und vorsichtig. Der jüngste Stadtkämmerer weit und breit, Matthias Bücker, warnte vor Übermut.

Von Günter Benning

Matthias Bücker ist zwar erst jüngst zum Stadtkämmerer befördert worden. Aber schon warnt er die Ratsmitglieder vor den Gefahren des finanzpolitischen Übermuts: „Wir müssen aufpassen, uns mit Blick auf die erheblichen Investitionen nicht zu übernehmen.“ So drückt Bücker in seinem Vortrag über seinen ersten Haushaltsentwurf die Euphorie, der doch eigentlich voller positiver Zahlen steckt. Allein der Jahresüberschuss von 1,6 Millionen Euro liegt um eine Million über den Erwartungen des vergangenen Jahres.

Bücker stellte die dicken Brocken im Haushalt vor. Allein der Aufwand für die Betreuung von Kindern in Kitas und Tagespflege liegt bei rund 18,6 Millionen Euro. Das ist fast jeder fünfte Euro aus dem Stadtsäckel.

Im Bereich Personal stiegen die Kosten der Stadt um rund 670 000 Euro. Einerseits wegen Tarifsteigerungen. Andererseits, weil in der Boomstadt Greven in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Stellen im Rathaus entstanden.

Ein Zeichen für die gute Konjunktur ist, dass die Stadt im kommenden Jahr eine Millionen mehr an Anteilen auf Einkommens- und Umsatzsteuer erwartet. Und trotzdem wird sie rund 1,4 Millionen Euro mehr an Schlüsselzuweisungen erhalten, die den Nachteil armer Städte ausgleichen sollen. Grund: Andere Städte haben deutlich stärker steigende Steuereinnahmen.

Kredite wird die Stadt weiter im investiven Bereich brauchen. Sie rechnet mit 39,7 Millionen Euro Ausgaben. Einnehmen will sie 17,9 Millionen. 21,8 Millionen sollen als langfristige Darlehen aufgenommen werden.

Alleine 12 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr in den Schulbereich fließen. Mittelfristig sind im Schulbereich bis zum Jahr 2021 sogar 26,8 Millionen Euro geplant.

Eins bleibt für Bücker besorgniserregend: Der Schuldenstand der Stadt. Bis 2020 werde der bei 108 Millionen Euro liegen. Eine Belastung für künftige Generationen, sagt Bücker, „aber auch langfristige Vermögenswerte.“

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