Mi., 08.11.2017

Kommentar zum Grevener Stadt-Haushalt Einmal durchatmen

 

  Foto: Oliver Hengst

Schön, wenn es mal positive Nachrichten gibt, findet unser Kommentator, Günter Benning. Aber Vorsicht ist langfristig wichtig.

Verweile doch, du bist so schön! An den Satz, den Goethes Faust zum Augenblick sagt, mag Grevens Bürgermeister Peter Vennemeyer vor seiner Haushaltsrede gedacht haben. Schwebte doch in den Vorjahren immer ein Damoklesschwert über der Stadt: Haushaltssicherung – die Drohung, seine Geschäfte nicht mehr alleine verantworten zu können.

Und jetzt: 1,6 Millionen Überschuss im Verwaltungshaushalt, trotz höherer Personalkosten und Sozialausgaben. Da darf Vennemeyer durchatmen. Und die Verwaltung loben, die auf die Kostenbremse gedrückt hat.

Trotzdem warnt der noch junge Stadtkämmerer Matthias Bücker im Duktus altgedienter Finanzverwalter: Eine Schwalbe macht keinen Sommer. Greven profitiert von einer brummenden Konjunktur und niedrigen Zinsen.

Tatsächlich wird die Emsstadt sogar mehr Schlüsselzuweisungen vom Land erhalten. Diese Zuweisungen erhalten Städte, deren Einnahmen im Vergleich zum Landesdurchschnitt abfallen. Das heißt: Anderen geht es noch viel besser.

Wichtig ist, dass Greven in die Zukunft investiert, für Bildung und Breitband. Und ein Geschenk an die Bürger hat Vennemeyer in den Haushalt eingebaut. Die Grundsteuer B soll nicht erhöht werden. Jetzt muss sich zeigen, was die Politik dazu sagt. Der schöne Augenblick, lernt man schon im Faust, dauert nie sehr lange.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5275215?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F