Do., 09.11.2017

Ethno-Jazz in der Kulturschmiede Der Grieche am Bass

Ungewöhnliches Jazz-Erlebnis: Petros Klampanis am Bass, Stavros Lantsias am Piano und Thomas Konstantinou an der Oud mit einem Streichquartett aus Berlin in der Grevener Kulturschmiede.

Ungewöhnliches Jazz-Erlebnis: Petros Klampanis am Bass, Stavros Lantsias am Piano und Thomas Konstantinou an der Oud mit einem Streichquartett aus Berlin in der Grevener Kulturschmiede. Foto: Günter Benning

Greven - 

Eine Mischung aus Jazz, Klassik und griechischer Folklore. Die Petros Klamparis Group sorgte für spannende Unterhaltung in der Kulturschmiede.

Wahrscheinlich glaubt jeder Musiker so etwas von seinem Instrument: „Für mich ist es wie eine menschliche Stimme.“ Petros Klampanis, Grieche aus New York, sagt das von seinem Kontrabass. Und das ist schon die erste Überraschung am Mittwochabend in der Kulturschmiede. Im Rahmen des Münsterland Festivals steht der Bass, der sonst für den Bodensatz, das Fundament der Musik gebraucht wird, im Vordergrund.

„Ist ja meine Band“, scherzt Klampanis im Backstage-Bereich. Gleich zum Auftakt des Konzerts hat er allein auf dem Elefanten unter den Orchesterinstrumenten gezaubert. Er trommelt aufs Holz, holt zirpende Melodien aus den hohen Lagen und lässt die Tiefen in den Magen wummern. Mit digitalen Tricks nimmt er Loops auf, lässt sie kreisen – und plötzlich hat der Bass quasi eine komplette Band ersetzt. Netter Einstieg, großer Applaus im vollem Haus.

Aber dann kamen noch so einige Überraschungen mit der Band auf die Bühne. Die hat Klamparis für das Festival zusammengestellt, das in diesem Jahr Musik aus Griechenland und Island präsentiert.

Am Piano Stavros Lantsias (Piano), der sich im kontemporären Jazz auskennt und Drive in die Kompositionen des Kontrabassisten bringt. Dass Pianisten besonders intelligent sein sollen, weiß man ja. Lantsias schaffte eine geradezu artistische Leistung, er spielt mit einer Hand die Tasten und rührte mit der anderen Drums und Becken. „Wahrscheinlich ist er der einzige, der das kann“, meint sein Bandchef.

Thomas Konstantinou verschaffte dem Jazz-Konzert mit seiner traditionellen Oud ein spezifisch griechisches Flair. Die Oud stammt aus dem arabischen Raum, spielt aber in der traditionelle Balkanmusik mit. Konstantinou erwies sich nicht nur als Meister der des Zupfinstruments, sondern auch als variantenreicher Pfeifer.

Gemeinsam mit einem Berliner Streichquartett, das dem Griechen-Trio einen leicht klassischen Touch verlieht, spannte die Petros Klamparis Group einen Spannungsbogen vom volkstümlich klingenden griechischen Chanson zum Jazz mit klassischen Motiven.

Klamparis stammt von der Insel Zakynthos, hat seine Sporen in Amsterdam und New York verdient. Für den Bass schreibt er sich die Musik selbst – oder passt sie an, wie seinen schönen Lieblingssong vom brasilianischen Komponisten Antônio Carlos Jobim: Luiza. 



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