Fr., 10.11.2017

Prozess um mutmaßlichen Drogendealer Drogenfahnder als Schornsteinfeger verkleidet

Prozess um mutmaßlichen Drogendealer : Drogenfahnder als Schornsteinfeger verkleidet

Foto: dpa (Symbolbild)

Greven - 

Sein Navi wurde ihm zum Verhängnis. Beim Prozess um einen mutmaßlichen 27-jährigen Drogendealer aus Greven beim Schöffengericht in Rheine wurde auch deutlich, wie die Polizei ermittelt.

Von Monika Koch

Der Mann ging den Drogenfahndern ins Netz, als sie auf einer heißen Spur von mehreren Großdealern waren. Über GPS hatten die Fahnder einen Volvo verfolgt, der regelmäßig aus den Niederlanden nach Deutschland kam, über Hörstel, Greven nach Bielefeld fuhr und jeweils nur kurze Standzeiten vor den Häusern hatte. „Deswegen sind wir sicher, dass Drogen geliefert wurden“, sagte der Drogenfahnder im Zeugenstand.

„Ich habe nur konsumiert, aber nicht gehandelt“

Laut Anklage soll der Grevener zwischen Spätsommer 2015 bis zur Wohnungsdurchsuchung im November 500 Ecstasy-Tabletten und zwei Liter Amphetaminöl geliefert bekommen haben. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden 63 Gramm Marihuana sichergestellt.

Die Haupttäter wurden bereits zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Der Grevener auf der Anklagebank behauptete am ersten Verhandlungstag: „Ich habe nur konsumiert, aber nicht gehandelt.“ Die 63 Gramm habe er sich für den Urlaub zurückgelegt.

Fahnder haben sich als Schornsteinfeger verkleidet

Von der Hausdurchsuchung sei er völlig überrumpelt worden, zumal die Fahnder sich als Schornsteinfeger verkleidet hatten, die eine Abgasmessung durchführen wollten. Erst als er die Tür schließen wollte, hätten sie sich als Drogenfahnder von der Polizei zu erkennen gegeben.

Mutter eines niederländischen Großdealers machte Kurierfahrten für Sohn

Am Dienstag wurde der Fahnder zu den Fahrern befragt. Die Polizei hatte in einer „deutsch-niederländischen Ermittlungskommission“ die Wege über GPS verfolgt, „aber wir wissen ja nicht, wer gefahren ist“, sagte er. Darüber werden möglicherweise die Urteile vom Landgericht Auskunft geben können. Fest steht, dass die Mutter eines niederländischen Großdealers zahlreiche Kurierfahrten machte, weil es für ihren Sohn zu gefährlich gewesen sei, wie der Drogenfahnder sagten. Die Mutter wurde in Deutschland verurteilt, ob sie inzwischen in die Niederlande ausgeliefert wurde, war dem Zeugen nicht bekannt.



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