Sa., 11.11.2017

Irritationen um den Marktbrunnen Dauer-Plätschern zu laut?

Zu Marktzeiten ruht still der See: Dann wird der Marktbrunnen per Zeitschaltuhr abgestellt, weil manche das Plätschern als zu laut empfinden.  

Zu Marktzeiten ruht still der See: Dann wird der Marktbrunnen per Zeitschaltuhr abgestellt, weil manche das Plätschern als zu laut empfinden.   Foto: Günter Benning

Greven - 

Offenbar wird während der Marktstunden der Marktbrunnen abgestellt, weil das Dauerplätschern die Marktbeschicker nervt. Darüber ist der Heimatverein, einst Sponsor des Brunnens, gar nicht amüsiert.

Von Oliver Hengst

Neuerlicher Ärger um den Marktbrunnen – Anlass ist dieses Mal jedoch nicht dessen Platzierung, sondern das Wasser. Marktbeschicker sollen sich an der Lautstärke des Geplätschers stören. Daher ist der Brunnen zeitweise abgestellt.

Auf Nachfrage heißt es aus der Pressestelle der Stadt, dass dies auch technisch begründet sei. „Da steht eine Reinigung an, die am Montag erfolgen soll“, erläutert Stadt-Sprecher Wolfgang Jung. Danach werde – je nach Witterung – entschieden, ob der Brunnen noch mal angestellt oder direkt in den Winterschlaf geschickt werde.

Wie Hans Röttgers vom Heimatverein beobachtet hat, läuft der Brunnen „schon geraume Zeit“, also mehrere Wochen, jeweils während der Marktzeiten nicht mehr. Zunächst habe es Beschwerden aus den Kreisen der Marktbeschicker über Spritzwasser gegeben. Daraufhin sei zunächst der Wasserdruck vermindert worden.

Zu laut und zuviel Spritzwasser

Doch einige Händler, so Röttgers, hätten sich wohl auch vom „ewigen Geplätscher“ gestört gefühlt, woraufhin der Brunnen zu den Marktzeiten abgestellt werde, berichtet Röttger auf Nachfrage und bestätigt damit entsprechende Informationen unserer Zeitung. Eine Zeitschaltuhr lässt das Wasser während der Marktzeiten mittwochs und samstags versiegen, erst gegen 14.30 Uhr nimmt der Brunnen wieder Fahrt auf.

Ein Umstand, den der Heimatverein so nicht hinnehmen will. Die Heimatfreunde hatten sich einst für den Bau eines neuen Brunnens an jener Stelle starkgemacht, wo auch früher ein „echter“ Marktbrunnen stand, aus dem Wasser geschöpft werden konnte.

„Daher betrachten wir den Marktbrunnen auch als unsere Angelegenheit“, sagt Röttgers. Zumal der Heimatverein einst erhebliche Spenden für den Brunnen eingeworben habe, wie Vereins-Vorsitzender Herbert Runde betont. „Insofern fühlen wir uns verpflichtet, etwas dazu zu sagen.“

Die Brunnen-Frage

Dass der Brunnen zeitweise (und zwar ausgerechnet dann, wenn viele Menschen in der Stadt sind) kein Wasser führt, weil dies zu laut sein soll, empfindet Röttgers wie der gesamte Vereins-Vorstand als „etwas seltsam“. Man habe daher ein Schreiben an den Rat gerichtet, in dem man die Frage aufwirft, „ob das wirklich notwendig ist. Das sehen wir nicht so ganz ein.“

Eigentlich, so Röttgers, erwarte man, dass bei der Brunnen-Frage die Belange der Mehrheit berücksichtigt würden. Er hat beobachtet, dass Café-Besucher direkt neben dem (laufenden) Brunnen gesessen hätten und offenkundig kein Problem mit dessen Geräuschentwicklung hatten. Das Schreiben des Heimatvereins soll in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt in der kommenden Woche thematisiert werden.

Der Sprecher der Grevener Marktbeschicker war am Freitag telefonisch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.



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