Mo., 05.02.2018

Aulakonzert Es hätte mehr Musik sein können

Hätte mehr spielen können: Das Czech Brass Ensemble in der Aula des Augustinianums.

Hätte mehr spielen können: Das Czech Brass Ensemble in der Aula des Augustinianums. Foto: Axel Engels

Greven - 

Ein eigentlich wunderbares Konzert erlebten die Musikliebhaber am Sonntag beim vierten Aulakonzert der Saison im Gymnasium mit dem Czech Brass Ensemble. Aber warum gab es nicht etwas mehr Musik?

Von Axel Engels

Diese Frage musste man sich unwillkürlich stellen, nachdem nach gerade einmal 35 Minuten der erste Teil des Konzertes schon vorbei war.

Ein „Ohrwurm-Konzert von Bach bis Bizet“ war angekündigt worden. Und dieses Versprechen konnten Marek Zvolánek, Jiří Houdek und Marek Vajo an den Trompeten, Lukáš Moťka und Stanislav Penk an den Posaunen sowie Karel Kučera an der Bassposaune und Karel Malimánek an der Tuba sicherlich auch einlösen.

Denn bei ihrem stilistischen Crossover von barocken Weisen bis hin zu romantischen Werken hatten sie ganz tief in die Schatzkiste ihres Repertoires gegriffen und ein zwar sehr kurzes, aber dennoch facettenreiches und überaus publikumswirksames Programm zusammengestellt.

Im Jahre 1991 wurde das Czech Brass Ensemble von enthusiastischen Studenten des Prager Konservatoriums gegründet. Mittlerweile sind sie Mitglieder in renommierten Prager Orchestern wie der Tschechischen Philharmonie und dem Prager Rundfunk-Sinfonieorchester. Schon beim einleitenden „Te Deum H.146 in D-Dur“ von Marc-Antoine Charpentier verbreitete sich ein klangfarbenreicher barocker Glanz in der Aula des Gymnasiums, der sich bei der diffizilen Bearbeitung der „Badinerie“ “ aus der „Orchestersuite Nr. 2 b-Moll BWV 1067“ in virtuoser Form noch steigerte.

Barocke Werke eignen sich wohl besonders für die Transkription für ein Bläserensemble. Denn auch das „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur BWV 1068“ konnte im reinen Bläsergewand das Publikum inspirieren.

Aus dem allseits bekannte „Brandenburgischen Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1048“ von Johann Sebastian Bach hatte das Czech Brass Ensemble den 3. Satz gewählt, der in einer Bearbeitung von Jiri Gemrot sehr majestätisch und getragen wirkte.

Bei der „Ouvertüre“ aus der Oper „Die Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart faszinierte die energiegeladene Spielweise des Ensembles, das die Fülle der Melodiezitate aus der Oper mit Bravour erklingen ließ. Ob allerdings die „Arie der Königin der Nacht“ aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ solch eine Transkription verträgt, mag bei aller Virtuosität und Spielkunst des Ensembles wohl eine Frage des Geschmacks sein.

Bekannte Melodien von Giacchino Rossini und Guiseppe Verdi eröffneten den zweiten Konzertteil, entführten in gleichsam mediterrane Welten. Die Ballettmusik zu „Der Nussknacker“ von Peter Iljitsch Tschaikowsky kennt man wohl bis ins kleinste Detail. Das „Vorspiel“ und „Trepak“ hatte sich das Czech Brass Ensemble ausgesucht. Diese beiden Teile der Suite passten auch gut für eine Transkription. Leidenschaft und Esprit zeigten die Musiker bei der Bearbeitung der „Carmen Suite Nr.2“ von George Bizet.

Auch wenn die „Habanera“ und der „Danse Boheme“ übersprudelten an Temperament und Spielfreude, so hinterließ das Konzert doch einen geteilten Eindruck.



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