Do., 15.02.2018

Runder Tisch Der Friedwald und die Zahlen

Bestattungen in einem Wald möchte die Friedwald GmbH in Greven anbieten. Vorgesehen ist ein Waldgebiet in der Gronenburg.

Bestattungen in einem Wald möchte die Friedwald GmbH in Greven anbieten. Vorgesehen ist ein Waldgebiet in der Gronenburg. Foto: vhs

Greven - 

Viele haben sich im Vorfeld mächtig aufgeregt. Der Runde Tisch zum Thema Friedwald unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der am Dienstagabend stattfand, stieß nicht bei allen Politikern auf Gegenliebe.

Von Peter Beckmann

„Bei einem Runden Tisch gehören alle Beteiligten dazu“, kritisiert Thomas Hudalla (Linke) das Fehlen eines Vertreters der Friedwald GmbH und des Besitzers des Grundstücks, das als Friedwald dienen soll.

Um so erstaunter war Hudalla, dass an dem Abend auch die Grevener Bestatter zugegen waren. „Wenn die Kirche da angeblich so sensible Zahlen vorlegt, ist die Anwesenheit der Bestatter schon erstaunlich.“

Letztendlich ging es an dem Abend darum, die Fraktionsvorsitzenden über das Bestattungswesen und die diversen Möglichkeiten zu informieren. „Die Vertreter der Kirchen wollten wohl einfach nicht alle Fraktionen einzeln informieren“, so Hudalla.

Natürlich ging es aber auch um das Projekt Friedwald selbst. Was passiert, wenn dieses Projekt umgesetzt wird? Das hätte, so die Aussagen der Kirchen an diesem Abend, durchaus Konsequenzen auch für die Bevölkerung. „Von Seiten der Kirchengemeinden wurde befürchtet, dass ein Friedwald für einen Rückgang von Bestattungen auf den Friedhöfen der Gemeinden in Höhe von bis zu 30 Prozent sorgen könnte“, erzählte ein Teilnehmer. „Diese Zahlen sind aber viel zu hoch gegriffen, nach Erfahrung der Friedwald GmbH ist im Bundesdurchschnitt eine Zahl von 4,7 Prozent eher realistisch“, entgegnet Hudalla. Die Friedwald GmbH betreibt rund 50 Bestattungswälder in Deutschland. „Mit den genannten Zahlen der Kirche soll wohl Druck aufgebaut werden“, vermutet Hudalla.

Denn laut Kirchengemeinde würde ein Friedwald zu einer wesentlichen Verteuerung der „normalen“ Begräbnisse führen. Die Kirchengemeinden dürfen mit den Friedhöfen keinen Gewinn machen, aber diese auch nicht subventionieren. Angesprochen wurden in diesem Zusammenhang auch Zuschüsse von Seiten der Stadt

Dargestellt wurde auch, dass auf den bestehenden Friedhöfen auch ein ähnliches Bestattungsangebot entstehen könnte, ähnlich einem Friedwald. Denn: Aufgrund der immer zahlreicherer werdenden Urnenbestattungen (60 Prozent) bleiben auf den Friedhöfen reichlich Flächen frei. Die großen Flächen für Sargbestattungen werden immer weniger benötigt.

Einer der Politiker, der an dem Runden Tisch teilgenommen hat, brachte es auf den Punkt. „Das Thema Friedwald darf nicht zu einem parteipolitischen Gezänk verkommen. Bei diesem sensiblen Thema ist sicherlich ein größtmögliches Einvernehmen anzustreben.“

Das Thema Friedwald wird übrigens im Mai im Hauptausschuss von den Parteien wieder öffentlich beraten.



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