Mo., 25.09.2017

„Fest der Kulturen“ „Zusammen sind wir Heimat“

Der Kindergarten St. Josef führte das Kindermusical „Blauland“ auf. Darin wurde deutlich, wozu Streit und Hass führen, und was auf der anderen Seite gegenseitiges Verständnis bewirken kann.

Der Kindergarten St. Josef führte das Kindermusical „Blauland“ auf. Darin wurde deutlich, wozu Streit und Hass führen, und was auf der anderen Seite gegenseitiges Verständnis bewirken kann.

Horstmar - 

Gut besucht war das „Fest der Kulturen“, das am Wochenende an der Astrid-Lindgren-Schule in Horstmar stattfand. Dieses einte die Einheimischen und die Flüchtlinge, für die es ein buntes Programm gab. Besonders beeindruckend waren die Aufführung des Kindermusicals „Blauland“ und die Bilderausstellung. Sie zeigte Fotos zum Thema „Flüchtlinge heute und damals“ .

Von Franz Neugebauer

Dort, wo sich werktags normalerweise Kinder in den Pausen tummeln, sah man am Wochenende Einheimische und Flüchtlinge aller Generationen. Sie waren auf den Hof der Astrid Lindgren-Grundschule an die Schulstraße gekommen, um gemeinsam das „Fest der Kulturen“ zu feiern.

Die Erzieherinnen des Kindergartens von Ss. Cosmas und Damian Leer stellten plastisch anschaulich dar, worum es dabei ging. Auf einer großen Wand waren die Flaggen aller Länder angebracht, aus denen die Teilnehmer kamen. Man plauderte miteinander, verkostete verschiedene Gerichte und hatte Spaß beim harmonischen Miteinander.

„Zusammen sind wir Heimat. Das ist da, wo man gemeinsam lacht“, lautete die Botschaft der Initiatoren. „Die umfangreichen Vorbereitungen haben sich gelohnt, die Atmosphäre ist total entspannt. Alle sind glücklich und zufrieden“, freute sich Ehrenamtskoordinatorin Claudia Berning. In der Tat hatten sich viele Bürger aus Horstmar und Leer viel Mühe bei der Gestaltung des Festes gegeben.

Sowohl die drei katholischen Kindergärten, die in „Triangel“ vereinigt sind, als auch die Kitas von Kinderland waren vertreten. Aktiv mischte auch die Grundschule mit. Die Landfrauen dachten mit ihren Reibeplätzchen an das leibliche Wohl und die Kfd bot die notwendigen Getränke dazu.

Neugierig waren die deutschen Besucher auf die Gerichte, die die Flüchtlinge mitgebracht hatten. „Davon möchte ich einige Rezepte“, zeigte sich Karin Mollenhauer nach zahlreichen Kostenproben wie viele andere Besucher begeistert.

Bewegung auf dem Tretroller, auf dem Schwebebalken oder beim Fußball waren beim TuS Germania Horstmar angesagt. Dass Sport verbindet, wurde auch bei einem spontan durchgeführten Basketball-Turnier mit internationaler Beteiligung und gemischten Gruppen deutlich.

Die Kinder belagerten das Kletternetz auf dem Schulhofgelände oder zeigten ihr Können an der Tischtennisplatte. Wem das immer noch nicht reichte, konnte sich auf der Hüpfburg austoben. Von der „Kommode“ im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus schallte Live-Musik über das Gelände. Derweil versuchte ein Musiker, die Kinder in die Geheimnisse des Trommelns einzuweihen.

Beeindruckend zeigten sich die Besucher von einer Bilderausstellung zum Thema „Flüchtlinge heute und damals“. Diese zeigte die Gesichter zahlreicher Menschen und deren Lebensgeschichte. Es gab aber nicht nur Gesichter der jetzigen Flüchtlingsgeneration, sondern auch Fotos von deutschen Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was Streit und Hass, aber auch das gegenseitige Verständnis bewirken können, wurde bei der Aufführung des Musicals „Blauland“ durch den Kindergarten St. Josef deutlich. Dabei war alles blau. So auch die Bewohner, die „Fizzli-Puzzlis“ genannt. Es gab keinen Streit, keinen Hass und niemand war aufeinander neidisch.

Im Nachbarland wohnte der Farbenkönig. Er liebte Farben über alles und wollte den „Fizzli-Puzzlis“ eine Freude machen. Deswegen schickte er Zauberkugeln ins Blauland. Diese bewirkten, dass ein „Fizzli-Puzzli“ sich rot färbte und ein anderer gelb. Durch die Andersartigkeit entstand Neid, Streit und ein großes Durcheinander. Als die „Fizzli-Puzzlis“ erkannten, dass man miteinander reden sollte und dass die Liebe zueinander die Zaubermacht sei, die alle Probleme beseitigt, waren alle wieder glücklich. Dazu passte auch das gemeinsam gesungene Lied aus dem Kindermusical Blauland „Alle Kinder dieser Erde können Freunde sein, Kinderherzen wünschen sich nur Fröhlichkeit.“



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