Mi., 27.09.2017

Gelungenes Projekt „Das läuft ja wie gedruckt“

Ida Fiebig, Angelika Kinscher und Doris Zintl (hinten v.r.) freuten sich mit den Mädchen und Jungen über die gelungenen Drucke.

Ida Fiebig, Angelika Kinscher und Doris Zintl (hinten v.r.) freuten sich mit den Mädchen und Jungen über die gelungenen Drucke. Foto: rgs

Horstmar - 

Kinder aus Horstmar und Leer erlernten kürzlich im Atelier der heimischen Künstlerin Angelika Kinscher, wie Radierungen entstehen und gedruckt werden. Der Workshop unter dem Motto „Das läuft ja wie gedruckt“ war ein Projekt im Rahmen des Programms „Kulturrucksack NRW“.

Von Regina Schmidt

Radierungen sind eine Kunstform, die besonderes Geschick und viel Geduld erfordern. Kinder aus Horstmar und Leer erlernten kürzlich im Atelier der heimischen Künstlerin Angelika Kinscher, wie diese entstehen und gedruckt werden. Der Workshop unter dem Motto „Das läuft ja wie gedruckt“ war ein Projekt im Rahmen des Programms „Kulturrucksack NRW“.

„Die Kinder haben sich zunächst in der Stadt selbst Motive für ihre Radierungen gesucht“, erklärte Kinscher. Dabei hätten die Mädchen und Jungen ein gutes Auge für architektonische Details gezeigt. Sie wählten zum Beispiel den Stadtbrunnen, die Kirchenfenster oder die Säulen am Merveldter Hof als Motive für ihre Werke und fertigten davon Skizzen an. „Wir haben hier richtige Profi-Zeichner“, stellten Ida Fiebig vom Jugendtreff „Vipz“ in Horstmar und Doris Zintl vom Jugendtreff „JuLe“ in Leer, die das Projekt betreuten, überrascht fest.

Die Skizzen mussten dann sorgfältig mit einer Radiernadel auf die Druckplatte übertragen werden. „Das Verfahren nennt sich Kaltnadelradierung. Als Druckplatten eignen sich mit Aluminium beschichtete Tetra-Packs sehr gut“, erläuterte Kinscher. „Das Ritzen mit der Nadel ist ziemlich anstrengend“, waren sich die Nachwuchskünstler, die alle die fünfte Klasse besuchen, einig.

Der nächste Arbeitsschritt fiel da leichter. Mit Hilfe einer Zahnbürste wurden die Druckplatten mit Kupferdruckfarbe bestrichen. Gespannt verfolgten die Kinder den abschließenden Druckvorgang. Begeistert halfen sie der Künstlerin bei der Arbeit an der Druckpresse.

„Alle sind konzentriert bei der Sache und sehr experimentierfreudig“, lobte Doris Zintl die jungen Kreativen. Die wagten sich nach mehreren Druck-Durchgängen auch an kompliziertere Motive. Die Künstlerin hatte einige Vorlagen erstellt.

Der Druck-Workshop war das dritte und letzte Angebot des Kulturrucksacks 2017 in Horstmar und Leer. Mit dem Programm fördert das Land NRW seit 2011 außerschulische kulturelle Bildungsangebote speziell für Zehn- bis 14-jährige. Jährlich stehen dafür bis zu drei Millionen Euro zur Verfügung, die je nach Einwohnerzahl an die beteiligten Kommunen verteilt werden. Für Horstmar organisiert der Stadtmarketingverein „HorstmarErleben“ in Kooperation mit den Jugendtreffs die Kulturrucksack-Projekte.

Alle Beteiligten hoffen, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Kreative Ideen für den Kulturrucksack 2018 gibt es jedenfalls jetzt schon genug.



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