Fr., 29.09.2017

Mobilitätsprobleme Wäre ein Bürgerbus die Lösung?

Horstmar - 

Um den älteren Mitbürgern das Einkaufen zu erleichtern, wird in der Stadt Horstmar über die Einführung eines Bürgerbusses nachgedacht. Ob dieser das Mobilitätsproblem im ländlichen Raum lösen kann, muss noch geklärt werden.

Von Sabine Niestert

Für Menschen, die jung und mobil sind, ist es kein Problem. Doch was ist mit den älteren Mitbürgern, die möglicherweise einen Rollator brauchen, und nicht mehr Auto fahren können, oder gar keins haben? Wo kaufen sie ein und wie kommen sie beispielsweise aus dem Koppelfeld zu den Geschäften, zur Apotheke oder zum Arzt?

Vor dem Hintergrund dieser Fragen hat sich der Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales, Kultur und Heimatpflege während seiner jüngsten Sitzung auf Anregung von Bürgermeister Robert Wenking mit dem Thema „Bürgerbus“ befasst. Ob ein solcher Antworten auf die Mobilitätsprobleme der Senioren in Horstmar und Leer gibt, müsse die Stadt selbst klären, meinte Renate Schulte, die beim Kreis Steinfurt für Mobilitätsplanung und Verkehrsentwicklungsmanagement zuständig ist. Sie stellte dem Fachgremium unter dem Vorsitz von Klaus Roters (SPD), das Modell Bürgerbus vorstellte.

Wie die Diplom-Geografin berichtete, gibt es bereits sechs Bürgerbusvereine im Kreis, die unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Beim Bürgerbus handele es sich um eine normale Linie, die von einem Kleinbus mit acht Fahrgastplätzen bedient würde und einen Ort bereichern würde. So gäbe es Lücken im Öffentlichen Nahverkehr, die durch dieses zusätzliche Angebot sinnvoll und erfolgreich geschlossen werden könnten. Dabei sollte der Bürgerbus aber nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Linien (R 81 und S 70) treten.

Von der Idee bis zur Realisierung des Vorhabens müsse eine Kommune rund zwei Jahre rechnen und es würde ein Grundstock von mindestens 20 Fahrern benötigt, erläuterte die Referentin.

Für die Umsetzung gelte es den Bedarf zu ermitteln, Informationen zu sammeln, ein Grobkonzept zu erarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, eine Koordinierungsgruppe zu bilden und einen Vorstand zu gründen, der die Betriebsaufnahme konkretisierte, beschrieb Renate Schulte die erforderlichen Schritte bis zur Verwirklichung.

„Als Startkapital übernimmt der Kreis 5000 Euro und jedes Jahr gibt es eine Organisationskostenförderung von 6 500 Euro vom Land“, erörterte die Mitarbeiterin des Umwelt- und Planungsamtes die finanziellen Möglichkeiten.

Eine andere Variante sei der Einkaufsbus, der beispielsweise in der Gemeinde Altenberge unterwegs sei. Dieser fahre ein Mal in der Woche gezielt die größeren Geschäfte an, so dass die Fahrgäste dort einkaufen könnten.

Der Bürgermeister bat die Ausschussmitglieder, sich in den Fraktionen Gedanken zu diesem Thema zu machen. Bereits während der nächsten Ratssitzung am 12. Oktober (Donnerstag) soll ein „Mobiltäts-Team“ gebildet werden, das sich weiter mit der Problematik befasst und nach Lösungen sucht.



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