Mo., 23.10.2017

Den Ernstfall geprobt Rettung über den Balkon

Mir der Drehleiter wurden die betroffenen „Opfer“ über dem Balkon aus dem Gebäude gerettet. Schnell rollten die Brandbekämpfer die Schläuche aus (kleines Bild).

Mir der Drehleiter wurden die betroffenen „Opfer“ über dem Balkon aus dem Gebäude gerettet. Schnell rollten die Brandbekämpfer die Schläuche aus (kleines Bild). Foto: Nix

HOrstmar - 

Ihre Herbstabschlussübung hielt die örtliche Freiwillige Feuerwehr mit den Löschzügen Horstmar und Leer am Wochenende am Altenwohnheim St. Gertrudis ab. Dabei wurden die selbst mitgebrachten „Opfer“ – es handelte sich um Kräfte aus den eigenen Reihen – mit der Drehleiter der Feuerwehr aus Steinfurt gerettet.

Von Rainer Nix

Im Zimmer eines Bewohners des St.-Gertrudis-Hauses brennt es. Die Brandmeldeanlagen schlagen an. Nach Bestätigung der Meldung wird Vollalarm ausgelöst. 60 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mit den Löschzügen Horstmar und Leer rückten aus, unterstützt von 20 Erst- und Sanitätshelfern des Roten Kreuzes. Insgesamt zehn Feuerwehr-Fahrzeuge sind im Einsatz.

Ein Szenario, das in der Realität niemand erleben möchte. Völlig auszuschließen ist so etwas jedoch nicht, weshalb die Feuerwehr entsprechende Einsätze am Objekt trainiert. Glücklicherweise war es am Samstagnachmittag nur die Herbstabschlussübung, deren Sirenengeheul die Stille in der Burgmannsstadt jäh zerriss.

Ein Drehleiterwagen stieß aus Steinfurt dazu. Rasch wurde die Situation eingeschätzt, die Leiter zur Rettung von Bewohnern des Altenheims ausgefahren und Betroffene konnten über den Balkon geborgen werden. Die Senioren mussten nicht mitspielen, denn die Feuerwehrleute brachten ihre Darsteller von „Opfern“ gleich selbst mit.

„Die Menschen in dem verrauchten Trakt sind teilweise verletzt, weil sie aus dem Bett gestürzt sind oder Rauchgas eingeatmet haben“, beschrieb Wehrführer Willi Homann die Übungssituation. Die Senioren ließen sich schneller mit der Drehleiter über den Balkon retten, als durch das Treppenhaus transportiert zu werden.

„Für uns gibt es an diesem Einsatzort drei Abschnitte, die Gefahrenabwehr mit Menschenrettung, Rettungsdienst und Betreuung sowie Logistik“, erläuterte der Stadtbrandinspektor weiter. Der Schwerpunkt läge auf dem Bereich Atemschutzeinsatz. „Wir haben Räume realistisch verraucht, so dass Atemschutztrupps sich unter Nullsicht durch den Flur bewegen müssen“, so Homann weiter.

Das Prozedere sei für die Retter einfacher geworden. „Wir verfügen jetzt über zwei Wärmebildkameras“, berichtet der Wehrchef. Diese seien sehr nützlich, ermöglichten sie doch das Auffinden von Personen durch deren Temperaturprofil. Das funktioniere auch dann zuverlässig, wenn Rauch die Sicht trübe.

Um aus der Übung auch etwas lernen zu können, ist Manöverkritik wichtig. Zwei Dinge fielen dem Wehrführer auf. Zum einen dauerte es relativ lange, bis die Fahrzeuge zum Einsatzort am Bischofsweg kamen. „Das war der Verkehrssituation und der speziellen Lage des Einsatzortes geschuldet“, analysierte Homann. Zum anderen wurde im Gebäude ungeplant eine Brandschutztür geöffnet. Dadurch gelangte Rauch in nicht für die Übung abgesteckte Bereiche. „Sie mussten auch geräumt werden, was zusätzliche Aufmerksamkeit und Manpower erforderte. Doch auch in der Realität läuft nicht alles nach Plan. Insgesamt war Homann mit dem Verlauf des Übungseinsatzes gut zufrieden.



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