Fr., 03.11.2017

Auszeichnung Ein Herz für Schwalben

Tochter Jana und ihre Mutter Sofia Schulze Pröbsting freuen sich über die Urkunde, die, Jürgen Wiesmann vom Nabu Neuenkirchen/Wettringen, zuständig für den Schwalben-Schutz, ihnen überreicht hat. Auf dem Ferienhof Reining sind die Schwalben und ihr Nachwuchs stets willkommen (kleines Foto).  

Tochter Jana und ihre Mutter Sofia Schulze Pröbsting freuen sich über die Urkunde, die Jürgen Wiesmann vom Nabu Neuenkirchen/Wettringen, zuständig für den Schwalben-Schutz, ihnen überreicht hat. Auf dem Ferienhof Reining sind die Schwalben und ihr Nachwuchs stets willkommen (kleines Foto).  

Horstmar - 

Mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ wurde jetzt der Ferienhof Reining in der Horstmarer Bauerschaft Schagern ausgezeichnet. Dort bieten Sofia Schulze Pröbsting und Jürgen Hundebeck den rasanten Fliegern und ihrer Brut ein Zuhause. Damit beweist das Ehepaar ein Herz für Tiere.

Von Bernhard Hölscher

Das Ehepaar Sofia Schulze Pröbsting und Jürgen Hundebeck aus Horstmar hat ein Herz für Schwalben. Jahr für Jahr ziehen die rasanten Flieger ihre Brut auf dem Ferienhof Reining in der Bauerschaft Schagern auf. In diesem Jahr waren sechs Nester belegt. Jürgen Wiesmann vom Nabu Neuenkirchen/Wettringen zeichnete den Hof jetzt mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ und einer Urkunde aus.

Dass das Zusammenleben mit den Sommerboten und Glücksbringern nicht immer so einfach ist, machte das Ehepaar beim Übergabe-Termin deutlich. „Natürlich fallen beim Nestbau der Rauchschwalben immer wieder Schlammkügelchen auf den Boden, und auch die Kotausscheidungen sind nicht immer eine Zierde, aber dann wische ich den Boden wieder sauber und freue mich über den Nachwuchs in den Nestern“, erzählt Sofia Schulze Pröbsting.

Jürgen Wiesmann hatte noch einen Tipp für die Schwalben-Freundin parat. „Bitte die Kot-Brettchen unter den Nestern nicht zu groß zuschneiden. Denn die Schwalben fliegen gerne gradlinig ohne Umwege das Nest an, um den hungrigen Nachwuchs mit Insekten zu versorgen“.

In Nordrhein-Westfalen gibt es immer weniger Schwalben. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ will der NABU diesem Trend entgegenwirken. Deswegen zeichnet er auch 2017 wieder Menschen und Häuser aus, bei und an denen die Glücksbringer willkommen sind. Denn so zahlreich wie früher sind die Schwalben nicht mehr. Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück, auch in Nordrhein - Westfalen.

„Eine der Ursachen ist der fortschreitende Verlust von Nistmöglichkeiten. Heute sind viele Viehställe verschlossen. Nicht asphaltierte Feldwege und Hofeinfahrten, ideale Orte fü Rauchschwalben, um feuchten Lehm für den Nestbau zu sammeln, sind heute eine Seltenheit“, nennt Thorsten Wiegers vom Nabu-Landesverband nur einige der Gründe.

„Wenn ich früher meine Schwiegereltern in Bayern besuchte, war die Windschutzscheibe meines Autos mit Fliegen und Mücken verschmiert. Heute ist die Scheibe sauber, wenn ich wieder zu Hause bin“, fügt Jürgen Wiesmann hinzu.

Und in vielen Orten im Kreis Steinfurt waren in diesem Sommer die Mücken-Schutzgitter vor den Fenstern nicht notwendig, denn es gab sie nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass bis zu 80 Prozent der Insekten verschwunden sein sollen.

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ hofft der Nabu NRW dazu beizutragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Quartiere zu erhalten und neue zu schaffen.

Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen von Rauch-und Mehlschwalben dulden und fördern, ganz gleich ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Hotel, Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt.

Mehr Informationen finden sich unter Schwalben@NABU-NRW.de



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