Do., 22.09.2016

Laer „Ein schlechter Witz“

Tobias Thüning hat angekündigt, ein Abwahlverfahren gegen den Bürgermeister zu initiieren.  

Tobias Thüning hat angekündigt, ein Abwahlverfahren gegen den Bürgermeister zu initiieren.  

Laer - 

Die Absicht von Tobias Thüning, ein Abwahlbegehren gegen Bürgermeister Peter Maier zu initiieren, kommt bei den Ratsfraktionen nicht gut an. So kritisieren sie, dass man dem Nachfolger von Detlev Prange kaum Zeit lässt, seine Wahlversprechen einzulösen. Zudem befürchten die Parteien, dass das Ansehen der Gemeinde dadurch geschädigt wird.

Von Sabine Niestert

Die Ankündigung von Tobias Thüning, ein Abwahlbegehren gegen Bürgermeister Peter Maier zu initiieren, sorgt in der Gemeinde Laer für Wirbel. Zwar nehmen viele das Ansinnen des 39-Jährigen, der gebürtig aus Laer stammt, aber seit 15 Jahren in Rosendahl lebt, nicht ernst, doch trotzdem bietet es reichlich Gesprächsstoff.

„Das schadet dem Ansehen der Gemeinde Laer“, meint Bürgermeister Peter Maier, gegen den sich das Unterfangen richten soll. So will der Speditionskaufmann die Bürger animieren, den Nachfolger von Detlev Prange abzuwählen. „Ich will ihm keine Plattform geben, denn die hat er nicht verdient“, will der Bürgermeister zurzeit nicht mehr zu diesem Thema sagen. Ihn störe es nur, dass die Gemeinde jetzt wieder in die Negativ-Schlagzeilen gerate.

Auch die CDU-Fraktion möchte der Sache nicht zu großes Gewicht beimessen „Je mehr man drüber redet, desto schlimmer“, befürchtet Fraktionsvorsitzende Margarete Müller, die die Art und Weise, wie hier mit dem Bürgermeister und seinem Amt umgegangen wird, unerträglich findet. „Wir appellieren an den Menschenverstand der Bürger“, meint die Christdemokratin, dass man den neuen Bürgermeister erst einmal ankommen lassen und in Ruhe arbeiten lassen müsse.

Eine verheerende Wirkung nach außen, sieht auch SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert Rikels. „Dadurch wird die Person, das Amt und die Gemeinde Laer“ beschädigt“, ärgert er sich darüber, dass Peter Maier gerade ein Jahr im Amt ist und schon eine derart negative Bilanz gezogen wird. Immerhin hätten ihn 61,5 Prozent der Bürger gewählt. Diese bekämen nun den Eindruck vermittelt, dass er der falsche Mann für Laer sei. Dabei habe Maier gute Arbeit geleistet, betont der Sozialdemokrat.

Das meint auch Annette Mesenbrock, die gerade mit ihrem Mann Dieter, die Fraktion Freie Bürge für Laer und Holthausen gegründet hat. „Peter Maier hat das getan, was er den Bürgern versprochen hat, entgegnet sie dem Vorwurf Thünings, der Bürgermeister habe ein weiteres Jahr Stillstand zu verantworten.

Aus ihrer Sicht gäbe es überhaupt keinen Grund für Kritik. Ganz im Gegenteil, denn der Bürgermeister bewege etwas. Zudem reagiere er auf Anfragen direkt und konkret, was in der Bevölkerung gut ankäme. Ihre Fraktion habe bisher auch noch keine positive Rückmeldung auf das Ansinnen von Tobias Thüning bekommen, sondern eher zahlreiche Unverständnisbekundungen.

Es müssten ja Versäumnisse oder Verstöße vorliegen, wenn man dieses politische Instrument des Abwahlverfahrens nutzen wolle, gibt die Ratsfrau zu bedenken, dass die Anforderungen an dieses Prozedere zu Recht sehr hoch seien. Zudem zweifele sie an der Glaubwürdigkeit des Mannes, der schon mehrmals angekündigt hat, dass er bei der Bürgermeisterwahl in 2020 als Gegenkandidat zu Maier antreten will und jetzt das Abwahlbegehren anstrebt.

Ähnlich sieht das die FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Rikels. Sie kann auch nicht nachvollziehen, das jemand, der woanders lebt, sich in Laerer Belange einmischen will. Ihr wäre es lieber, wenn der Mann sich in Rosendahl engagieren würde.

Als einen „schlechten Witz“ bezeichnet UBG-Fraktionsvorsitzender Professor Dr. Reinhardt Nippert das Vorhaben von Tobias Thüning. So sei dieser weder qualifiziert für das Bürgermeisteramt, noch könne er mit einer breiten Unterstützung aus der Politik oder der Bevölkerung rechnen. Allein die Tatsache, dass der Mann in Laer aufgewachsen sei, wäre kein Grund, ihn zu wählen. Vielmehr werde die UBG den jetzigen Bürgermeister so unterstützen, dass Peter Maier das Beste für Laer herausholen könne.

„Wir haben kein Interesse daran, den Bürgermeister abzuwählen“, erklärt auch die grüne Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer. Ihre Partei respektiere den Bürgermeister, auch wenn sie seine Wahl nicht unterstützt habe. Allerdings müssten die Bürger selbst entscheiden, wie sie die Arbeit des Bürgermeisters bewerten. „Wir müssen uns wieder mehr auf Sachthemen konzentrieren“, würde sie gerne die politischen Streitigkeiten hinter sich lassen.  

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