Mi., 19.10.2016

Kritische Zwischenbilanz Laerer Bürgermeister hat im ersten Jahr mächtig Staub aufgewirbelt

Kritische Zwischenbilanz : Laerer Bürgermeister hat im ersten Jahr mächtig Staub aufgewirbelt

Laers Bürgermeister Peter Maier. Foto: Heinrich Lindenbaum

Laer - 

Diplomatie gilt nicht als seine Stärke: Der Laerer Bürgermeister Peter Maier ist erst seit einem Jahr im Amt, hat aber schon mächtig Staub aufgewirbelt. WN-Redaktionsleiter Axel Roll zieht eine kritische Zwischenbilanz…

Von Axel Roll

Bei der  Bürgermeisterwahl vor einem Jahr sorgte der 52 Jahre alte Bauingenieur Peter Maier für die Sensation, fegte der Bayer bei der Stichwahl doch den Amtsinhaber und Laerer Paohlbürger Detlev Prange aus dem Rathaus. Und das, obwohl Maier damals ein Nobody war: Angeworben von SPD und FDP, suchte der Franke bei seiner Bewerbung als Bürgermeisterkandidat im fernen Laer den beruflichen wie privaten Neuanfang.

Den hat er jetzt gemacht – und dabei schon mächtig Staub aufgewirbelt. Fallen die Bewertungen aus dem politischen Raum über seine unorthodoxe Amtsführung bislang doch sehr unterschiedlich aus, so sind sich die Fraktionen in einem Punkt einig: Diplomatie ist nicht unbedingt die Stärke des berufsfremden Neuzugangs. Ist Peter Maier von einer Sache überzeugt, dann will er sie auch durchsetzen. Wenn es gar nicht anders geht, auch an der Politik vorbei.

Sprunghaft, spontan, schwer ausrechenbar

So hat der hemdsärmelige Quereinsteiger Steuererhöhungen durchgeboxt, um die Gemeinde vor der Pleite zu retten. Eines seiner zentralen Wahlversprechen, einen umstrittenen Radweg zwischen Laer und dem fünf Kilometer entfernten Ortsteil Holthausen, versucht er mit Hilfe einer Bürgerinitiative zu unterstützen. Gerade erst hat Maier auf eigene Kosten Flugblätter drucken lassen, um in der Bevölkerung für das Projekt zu werben.

Und dann gibt es noch Maiers Idee von einem multifunktional nutzbaren Gebäude auf dem Schulhof der Laerer Grundschule. Die Parteien haben schon abgewunken, der Bürgermeister lässt aber nicht locker.

Bei der Wahl seiner Mittel gilt Maier als sprunghaft, spontan, einige Kritiker nennen ihn auch schwer ausrechenbar. Erst in dieser Woche hat er einen Interviewtermin mit den WN abgesagt, weil ihm ein Kommentar in der Montagsausgabe nicht gepasst hat. Bei dem Gespräch sollte es um eine Zwischenbilanz nach einem Jahr Chef im Rathaus gehen. Vielleicht wird daraus ja was, wenn Maier das zweite Jahr hinter sich gebracht hat.

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