Do., 24.11.2016

Laer „Zeigt her Eure Füße“

Orthopädisches Fachpersonal nahm während seines Besuchs in der Werner-Rolevinck-Schule in Laer Blauabdrücke von den Füßen der Kinder. Auf diese Weise lässt sich die Druckverteilung gut abbilden.

Orthopädisches Fachpersonal nahm während seines Besuchs in der Werner-Rolevinck-Schule in Laer Blauabdrücke von den Füßen der Kinder. Auf diese Weise lässt sich die Druckverteilung gut abbilden. Foto: Rainer Nix

Laer - 

Um Kinderfüße geht es bei der Aktion „Orthofit“. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Aufklärungswoche zur Fußgesundheit besuchte Dr. Stefan Heidl mit seinem Team die Werner-Rolevinck-Schule in Laer. Ziel der Kampagne ist es, das Bewusstsein speziell von Eltern für eine gesunde Fußentwicklung ihrer Kinder zu sensibilisieren. Bewegung ist dabei ein ganz wichtiger Faktor.

Von Rainer Nix

„Zeigt her Eure Füße“ – so wie das bekannte Kinderlied lautet seit 2010 der Name der Aktion „Orthofit“ des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU). In dieser Woche nahm Facharzt Dr. med. Stefan Heidl aus Steinfurt die Gehwerkzeuge von Mädchen und Jungen aus den drei ersten Klassen der Werner-Rolevinck-Schule unter die Lupe. Zum sechsten Mal war er im Rahmen der jährlich stattfindenden Aufklärungswoche zur Fußgesundheit unterwegs. Ziel der Kampagne ist, das Bewusstsein speziell von Eltern für eine gesunde Fußentwicklung zu sensibilisieren. Bewegung ist dabei ein ganz wichtiger Faktor.

„Wir haben einen Rundparcours aufgebaut“, so Heidl, „hier gehen und rennen die Kinder, sie balancieren und erfahren Qualitäten wie warm, kalt, spitz und stumpf. Die Teilnehmer bekamen die Möglichkeit, auf nur mit Socken bekleideten Füßen bewusst ihre Körperwahrnehmung zu schulen. So liefen sie über Noppenkissen zum Test des Gleichgewichtssinnes, über nachgebende Kiesbetten, erlebten die warme, weiche Moosgummimatte und anderes mehr.

„Ich schaue mir dabei die koordinativen Fähigkeiten der Kinder an“, erläuterte Heidl, „die meisten sind top aufgestellt“. Allgemein käme es nur selten vor, dass die motorischen Kompetenzen von Mädchen oder Jungen zurückgeblieben sind, erläuterte der Experte.

Zum Schluss machte das den Doktor unterstützende Fachpersonal von den Füßen Blauabdrücke. Auf diese Weise lässt sich die Druckverteilung gut abbilden und das geschulte Auge erkennt, wie der Fuß im Längs- und Quergewölbe aufgebaut ist. Schließlich bekamen die Schüler Urkunden in die Hand gedrückt. Notizen darauf verraten, ob ein Fuß kontrollbedürftig ist oder nicht. Die Kinder nahmen es als eine Art Spiel und absolvierten den Parcours mit Begeisterung.

„Ein typisches Problem ist falsches Schuhwerk“, erklärte Heidl. Kinder tragen manchmal zu kleine oder zu große Schuhe. Außerdem werden die kleine Kinderfüße meist zu früh in Schuhe gesteckt, die sie komplett von äußeren Reizen abschirmen. Darunter, sagt der Arzt, leidet die Körperhaltung, es kann zu Deformierungen kommen, manche entwickeln Knick-, Senk- oder Spreizfüße und anders mehr.

Ebenso wurde auf Fehlstellungen in den Kniegelenken geachtet. „Wenn man bereits jetzt X- oder O-Beine wahrnimmt, sollte im Alter von zirka zwölf Jahren entschieden werden, ob ein medizinischer Eingriff Sinn macht“, so Heidl. Der Fuß wird bei Fehlstellungen der Kniegelenke nicht natürlich belastet, was im Laufe des Lebens zu Komplikationen führen kann. In diesem Zusammenhang ein aufschlussreicher Befund: 99 Prozent der Menschen kommen mit gesunden Füßen zur Welt, aber nur ein Drittel wird auch mit gesunden Füßen alt.



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