Mo., 24.04.2017

Laer Nein zur JVA per Postkarte

Das Motiv für die Postkarten und das Plakat hat Heinrich Schwarze-Blanke aus Horstmar im Auftrag der Grünen geschaffen.

Das Motiv für die Postkarten und das Plakat hat Heinrich Schwarze-Blanke aus Horstmar im Auftrag der Grünen geschaffen.

Laer - 

Per Postkarte sollen die Gegner eine JVA in Laer kundtun, dass sie keine JVA vor Ort wollen. Zu einer entsprechenden Aktion ruft der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in Laer und Holthausen auf, der nicht nur reden, sondern auch handeln will. Die Postkarten sind bereits adressiert und gehen direkt an den Justizminister.

Von Sabine Niestert

„Wir wollen nicht nur reden, sondern handeln“, hat sich der Ortsverband von Bändnis 90/Die Grünen Laer und Holthausen gedacht, der jetzt eine Postkarten-Aktion in Sachen „Ansiedlung einer JVA in Laer“ startet. Damit will die Partei allen Gegnern die Chance bieten, ihre ablehnende Haltung gegen das mögliche Vorhaben beim Justizministerium deutlich zu machen. So ist die Postkarte direkt an Justizminister Kutschaty adressiert.

Karikaturist Heinrich Schwarze-Blanke aus Horstmar hat nicht nur das Motiv für die Postkarte, sondern auch ein Plakat entworfen. Beide Werke haben kein Parteilogo, sondern sind politisch neutral gehalten und mit einem entsprechenden Text versehen. „An der Aktion können sich alle beteiligen, die ebenfalls gegen die Ansiedlung einer JVA in Laer sind“, betonen die Initiatoren in einem Pressetext. In dem bedauert der Sprecher des Ortsverbandes, Lorenz Danzer, dass der Gemeinderat sich die bekannte Schweigepflicht zu diesem Thema auferlegt hat und es zurzeit immer noch nicht klar ist, wie sich der Rat in Zukunft dem Thema stellen will.

Die Grünen bedauern zudem, dass sie mit ihren beiden Anträgen im Januar und Februar keine Mehrheit im Rat dazu bewegen konnten, die Problematik öffentlich zu diskutieren und die Interessenbekundung beim Justizministerium zurückzuziehen. „Wir möchten unseren Ruf als familienfreundliche Kommune erhalten wissen und nicht als Gefängnis-Standort deklariert sein“, begründen die Grünen ihr Engagement gegen die mögliche Ansiedlung. Spätestens sei dem Bekanntwerden der beabsichtigten Größenordnung im vergangenen Herbst sei ihnen klar gewesen, dass das der Gemeinde nicht zumutbar sei, heißt es in der Presseverlautbarung weiter.

„700 Insassen, die vor Ort ihren Wohnsitz anmelden würden, gegenüber 6700 Einwohnern, hieße, dass künftig zehn Prozent der Laerer Bevölkerung hinter Gittern säße“, gibt der grüne Ortsverband zu bedenken, dass das die selbst zu erwartenden Zugewinne bei den Schlüsselzuweisungen des Landes nicht aufwiegen könnten. „Ein zwölf Hektar großes eingezäuntes Gelände am Ortseingang wäre ein städtebauliches Desaster“, heißt es in dem Schreiben weiter. Schließlich wolle die Gemeinde wachsen und weitere Wohn- und Gewerbeflächen ausweisen. Wenn die Kommune jetzt nicht klare Kante gegen die JVA zeige, würde beides sicher sehr schwierig werden, befürchten die Grünen.

Sie fordern alle Interessierten auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Bereits frankierte Postkarten und ein Plakat können im Büro der Grünen, das am heutigen Dienstag (25. April) von 19 bis 21.30 Uhr besetzt ist, abgeholt werden. „Wir stehen heute auch von 16 bis 18 Uhr vor dem Edeka-Markt, um Postkarten zu verteilen“, kündigt Fraktionsvorsitzende Elke Schuchtmann-Fehmer an. Anfragen sind auch per E-Mail an gruene.laer@gmail.com oder unter Telefon 0 25 54/85 80 oder an Handy 017 53 34 26 98 möglich.



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