Do., 11.05.2017

Rat tagte hinter verschlossenen Türen Keine JVA in Laer

Rat tagte hinter verschlossenen Türen : Keine JVA in Laer

Das Gewerbegebiet Heiligenfeld könnte als Standort für die JVA in Laer dienen. Foto: hl

(Aktualisiert: 11.5.) Die Gemeinde Laer wird sich nicht weiter als Standort für eine Justizvollzugsanstalt bewerben. Der Rat hat am Mittwochabend die Pläne ad acta gelegt.

Von Axel Roll

Der Laerer Rat hat sich am Mittwochabend gegen den Bau einer Justizvollzugsanstalt in dem 7000-Seelen-Dorf ausgesprochen. Es war keine Überraschung: so hatte der Hauptausschuss der Gemeinde das Thema schon vor zwei Wochen beerdigt. Die entscheidende Weichenstellung für die Gemeinde wurde am Mittwochabend hinter verschlossenen Türen in nichtöffentlicher Sitzung diskutiert.

Damit wird es auch keine Bürgerabstimmung geben. Die Frage, ob sich die 7000-Einwohner-Gemeinde beim Justizministerium des Landes offiziell um den Ersatzbau für das marode Gefängnis in Münster ins Spiel bringen soll, hatte monatelang für heftige Diskussionen gesorgt. Insbesondere die Beratungen der politischen Gremien hinter verschlossenen Türen hatten die Gegner einer JVA in Laer auf die Barrikaden gebracht. 

Bürgermeister versteht Kritiker

Zur Vorgeschichte: Wer den Stein ins Rollen gebracht hat? Wahrscheinlich der umstrittene Bürgermeister höchstpersönlich. Im Nachhinein wurde er zwar von den politischen Gremien legitimiert, entsprechende Verhandlungen mit Düsseldorf aufzunehmen. Aber die Idee dazu, die kommt wohl aus dem Rathaus.

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Gewerbegebiet Heiligenfeld Foto: hl

Angeblich, so wird im Ewaldidorf kolportiert, war Justizminister Thomas Kutschaty schon in geheimer Mission höchstpersönlich vor Ort, um sich das Zwölf-Hektar-Areal am Ortseingang einmal anzuschauen.

Derweil schlugen die Wogen hoch in der politischen Diskussion. Sprach der Bürgermeister anfänglich noch von einem dreistelligen Millionenbetrag, der durch das Projekt im Ort bleiben könne, hat er mittlerweile die Position gewechselt und kann, wie er sagt, die Kritiker gut verstehen.

Kein Profit für Laer

Die sprechen dagegen von Unverhältnismäßigkeit. Nach ihrer Rechnungen kämen auf einen Häftling zehn Laerer. Der Ort wäre stigmatisiert und würde davon nicht einmal nennenswert profitieren, heißt es.

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Die Politiker, von der Heftigkeit der Auseinandersetzung wohl verschreckt, bugsierten die Beratungen in die Nichtöffentlichkeit. Versprachen aber eine Bürgerbefragung, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen.



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