Mi., 20.09.2017

Mann aus Laer verurteilt „Sie haben ihn am Boden festgehalten“

Wegen Raubes und Körperverletzung am 3. September 2016 in Laer verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine gestern einen 21-jährigen Angeklagten aus Laer zu zehn Monaten auf Bewährung und einer Geldauflage.

örperverletzung am 3. September 2016 in Laer verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine gestern einen 21-jährigen Angeklagten aus Laer zu zehn Monaten auf Bewährung und einer Geldauflage. Foto: dpa

Laer/Rheine - 

Im September letzten Jahres kam es gegen 3 Uhr Nachts am Dorfteich in Laer zu einem Raub mit Körperverletzung. Das Jugendschöffengericht in Rheine hat am Mittwoch über den 21-jährigen Angeklagten geurteilt.

Von Monika Koch

Wegen Raubes und Körperverletzung am 3. September 2016 in Laer verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine gestern einen inzwischen 21-jährigen Angeklagten aus Laer mit polnischen Wurzeln zu zehn Monaten auf Bewährung und einer Geldauflage von 1000 Euro an den Verein für Bewährungshilfe. Der Staatsanwalt hatte zuvor Freispruch beantragt, weil er die Tat nach Darstellung des mutmaßlichen Geschädigten nicht urteilssicher nachgewiesen sah. Die Verteidigung schloss sich ihm an. Der Angeklagte sagte in seinem letzten Wort: „Dann möchte ich Schadenersatz beantragen“.

Das Urteil wirkte auf ihn wie eine kalte Dusche. „Wir haben keine Zweifel, dass Sie dem Geschädigten gemeinsam mit einer unbekannten Frau Geld, Bier und Zigaretten abgenommen haben. Das Gericht glaubt dem Zeugen. Wir sehen kein Motiv für eine Falschaussage. Dagegen spricht auch, dass er danach Hilfe in der Westfalentankstelle gesucht hat.

Urteil nach Erwachsenen-Strafrecht

Der Angestellte beschrieb den Geschädigten als ängstlich und aufgewühlt. Er hatte am nächsten Tag noch rote Striemen am Hals. „Sie haben ihn am Boden festgehalten“, mit diesen Worten begründete der Richter das konsequente Urteil nach Erwachsenen-Strafrecht, „weil Sie zum Tatzeitpunkt 20 Jahre und fünf Monate waren. Wenn Sie gegen die Bewährungsauflage verstoßen, müssen Sie mit dem Widerruf der Bewährung rechnen“, warnte der Richter ihn abschließend.

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Er hat mich am Boden festgehalten und gewürgt. Das Mädchen sagte: „Geld her“.

Geschädigter

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Das Gericht ging wegen der geringen Verletzungen von einem minder schweren Fall aus. Vorbestraft war der Angeklagte nicht. Seit zwei Jahren lebt er in Deutschland, um hier zu arbeiten. Er ist als Produktionshelfer tätig. In seiner Anhörung widersprach der Mann dem Tatvorwurf. Gemeinsam mit einer jungen Frau, die unbekannt blieb, soll er von dem 19-jährigen Geschädigten aus Laer durch Festhalten und Würgen in der Nähe des Dorfteiches dessen Portemonnaie, Bier und Zigaretten gefordert haben.

Gegensätzliche Schilderungen

Juristisch ein Raub, der als Verbrechen geahndet wird. Der Angeklagte indes behauptete, dass sie gemeinsam auf dem Weg zum Dorfteich ein Bier getrunken und ein oder zwei Zigaretten geraucht hätten. Danach wäre er mit dem Mädchen, dass er an der Schule in Laer kennengelernt hätte, zu sich nach Hause gegangen. Er kannte angeblich nur ihren Vornamen. „Kein Raub, keine Körperverletzung“, sagte er.

Der 19-Jährige Geschädigte schilderte das gegensätzlich. Er hätte sich an der Tankstelle ein Sechserpack Bier und Zigaretten gekauft. Gemeinsam seien sie zum Dorfteich gegangen, wo der Angeklagte ihn plötzlich ins Gebüsch geschubst hätte. „Er hat mich am Boden festgehalten und gewürgt. Das Mädchen sagte: „Geld her“.

Er hätte das Portemonnaie hochgehalten, „sie nahm es an sich, entwendete 35 Euro Bargeld. Danach hat sie mir Bier und Zigaretten abgenommen“. Anschließend ging er zur Tankstelle zurück und bat den Angestellten um Hilfe. Der riet ihm zur Polizei, die er mit seinem Handy herbeirief.



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