Mo., 25.09.2017

Stimmung gemischt Große Freude bei den Liberalen

Erstmals stand am Sonntag das Haus Rollier als Wahllokal für die Bundestagswahl zur Verfügung. Dort wählten die Bürger im Teil des Gebäudes, den der DRK-Ortsverein Laer nutzt.

Erstmals stand am Sonntag das Haus Rollier als Wahllokal für die Bundestagswahl zur Verfügung. Dort wählten die Bürger im Teil des Gebäudes, den der DRK-Ortsverein Laer nutzt.

Laer - 

„Tief enttäuscht“ vom Abschneiden seiner Partei zeigt sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Rikels. In Laer habe die CDU mit 45,5 Prozent deutlich über dem Bundesergebnis von 32,8 Prozent gelegen, freut sich CDU-Fraktionsvorsitzende Margarete Müller. „Das Schlimmste an der Wahl ist, dass die Afd in diesem Umfang gewonnen hat. Auch in Laer sind 4,6 Prozent Afd einfach zu viel“, bewertet Elke Schuchtmann-Fehmer, Fraktionsvorsitzende der Grünen, das Wahlergebnis. Große Freude herrscht bei den Laerer Liberalen über das Ergebnis. „Das war eine Riesenleistung aus der Opposition heraus“, so Fraktionsvorsitzende Marion Rikels.

Von Regina Schmidt

Die großen Volksparteien wurden bei der Bundestagswahl gnadenlos von den Wählern abgestraft. FDP und die AfD verzeichnen hohe Gewinne. Wie bewerten die Politiker in den Kommunen das Ergebnis?

„Tief enttäusch“ vom Abschneiden seiner Partei zeigt sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Rikels. Kanzlerkandidat Martin Schulz habe einen guten Wahlkampf geführt, was aber vom Bürgern nicht honoriert worden sei.

Das Ergebnis der SPD in Laer (19,3 Prozent) deckt sich in etwa mit dem Bundesergebnis (20,8 Prozent). Den von der SPD-Spitze angekündigten Gang in die Opposition hält Rikels für richtig.

„Ich freue mich, dass Angela Merkel weiterhin Regierungschefin bleibt, denn sie hat die Fähigkeit, auch heikle Situationen zu meistern“, kommentiert CDU-Fraktionsvorsitzende Margarete Müller die Wahl. In Laer habe die CDU mit 45,5 Prozent deutlich über dem Bundesergebnis von 32,8 Prozent gelegen. Sie favorisiert die so genannte Jamaica-Koalition aus CDU, FDP und Grünen, wenn die SPD tatsächlich eine Regierungsbeteiligung endgültig ablehnt.

Große Freude herrschte bei den Laerer Liberalen über das Ergebnis. „Das war eine Riesenleistung aus der Opposition heraus“, so Fraktionsvorsitzende Marion Rikels. Im Ewaldidorf liegt die FDP mit 14,4 Prozent und 7,6 Prozent Zugewinn gegenüber 2013 noch deutlich über dem Bundesergebnis von 10,3 Prozent.

„Laer war immer eine liberale Hochburg im Kreis Steinfurt und die Laerer FDP hat über Jahre einen guten Job gemacht“, meint Rikels. „Für das AfD-Ergebnis fehlen mir im Moment einfach die Worte, das ist mir völlig unverständlich“, kommentiert die Liberale den Zugewinn der Rechtspopulisten. Sie glaubt, dass eine Jamaica-Koalition im Bund nicht funktionieren würde und hofft auf eine Regierungsbeteiligung der SPD.

„Das Schlimmste an der Wahl ist, dass die Afd in diesem Umfang gewonnen hat. Auch in Laer sind 4,6 Prozent Afd einfach zu viel“, bewertet Elke Schuchtmann-Fehmer, Fraktionsvorsitzende der Grünen, das Wahlergebnis. Die demokratischen Parteien seien damit geschwächt worden.

Mit dem Abschneiden ihrer Partei ist sie im Bund und auch in Laer (8,1 Prozent) zufrieden. Nun müsse der Rechtsruck in der Gesellschaft gebremst werden: „Alle demokratischen Parteien müssen jetzt zusammenstehen. Der Gang in die Opposition nützt da nichts.“ Sie würde auf Regierungsebene ein „Jamaika-Bündnis befürworten, bevor grüne Themen ganz untergehen“, meint die Grüne.



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