Fr., 06.10.2017

Zweiter Anlauf High Speed-Internet: Neuer Versuch

Glasfasernetze ermöglichen wesentlich höhere Datenübertragungsraten mit einem vielfachen der Geschwindigkeit anderer Systeme.

Glasfasernetze ermöglichen wesentlich höhere Datenübertragungsraten mit einem vielfachen der Geschwindigkeit anderer Systeme. Foto: Deutsche Telekom

Laer/Holthausen - 

Das High Speed-Internet könnte auch für Laer bald Realität werden. Einstimmig beschloss der Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung die Kooperation mit der Deutschen Glasfaser GmbH zum Ausbau des Glasfasernetzes. Die Firma mit Sitz in Borken will in Laer und Holthausen die notwendige Infrastruktur schaffen. Vor vier Jahren ist der Vorstoß eines anderen Anbieters am mangelnden Interesse der Bürger gescheitert.

Von Regina Schmidt

Das High Speed-Internet könnte auch für Laer bald Realität werden. Einstimmig beschloss der Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung die Kooperation mit der Deutschen Glasfaser GmbH zum Ausbau des Glasfasernetzes. Die Firma mit Sitz in Borken will in Laer und Holthausen die notwendige Infrastruktur schaffen.

Glasfasernetze ermöglichen wesentlich höhere Datenübertragungsraten mit einem vielfachen der Geschwindigkeit anderer Systeme. Doch zunächst sind nun die Bürger gefordert. 40 Prozent der innerörtlichen Haushalte (Wohneinheiten) in Laer und Holthausen müssen bereit sein, einen Vertrag zur Einrichtung eines Glasfaseranschlusses abzuschließen. Nur bei Erreichung dieser Quote wird die Deutsche Glasfaser den Ausbau der Netz-Infrastruktur in Angriff nehmen. In Laer gibt es 2285 Wohneinheiten, in Holthausen 145.

„40 Prozent sind ein sportliches Ziel, aber ich halte das bei intensiver Information der Bürger für erreichbar“, hatte Marcel Büter, bei der Deutschen Glasfaser zuständig für die Gebietsentwicklung, während der ersten Vorstellung des Projektes im Ausschuss für Wirtschaftsförderung erklärt.

Vor vier Jahren ist der Vorstoß eines anderen Anbieters am mangelnden Interesse der Bürger gescheitert. „Die schnelle Datenübertragung hat heute sowohl für Privatleute als auch für Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Deshalb ist die Nachfragebündelung einfacher“, zeigt sich Büter optimistisch. Seine Firma will nun unverzüglich mit der Bedarfsabfrage beginnen.

„Die Deutsche Glasfaser hat bereits ein Ladenlokal an der Königstraße angemietet und wird dort ab Sonntag (8. Oktober) mit der Beratung starten“, berichtete Gerrit Thiemann. Auch werde es Bürgerveranstaltungen und diverse Informationskampagnen geben. „Außerdem wollen Mitarbeiter der Deutschen Glasfaser alle Haushalte besuchen und über das System aufkären“, erklärte Bürgermeister Peter Maier dem Rat.

Die „Nachfragebündelung“ soll mindestens zwölf Wochen laufen. In dieser Zeit können sich die Bürger für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser zur Einrichtung eines Glasfaseranschlusses entscheiden. Die Verträge haben eine Laufzeit von 24 Monaten.

Der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in Laer soll nach dem „FTTH“-Verfahren erfolgen. Dies bedeutet „Fibre tot he Home“, also die Verlegung des Glasfaserkabels bis zum Hausanschluss des Gebäudes. Nach Angabe des Anbieters werden dadurch Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s im Down- und Upload möglich.

Durch die vertraglich abgesicherte Kooperation mit der Deutschen Glasfaser GmbH wird die Gemeinde Laer finanziell nicht belastet. „Glasfaser ist die Zukunft und wir sollten unbedingt dranbleiben“, appellierte der Bürgermeister an die Aufgeschlossenheit der Bürger.

Gute Chancen sieht er auch für den Ausbau des Glasfasernetzes im Außenbereich von Laer und Holthausen. Die Gemeinde habe sich für ein spezielles Förderprogramm beworben (wir berichteten).

„Wir wollen beim Glasfaserausbau im Außenbereich mit den Nachbarkommunen Altenberge und Horstmar zusammenarbeiten. Als Partner zur Umsetzung kommt die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH (WESt) in Frage“, so Maier im Rat. Die Kosten für einen Glasfaseranschluss seien mit 17 000 Euro pro Parzelle im Außenbereich wesentlich höher als innerorts. „Es schaut gut für uns aus, als HSK-Kommune könnten wir sogar mit 100 Prozent gefördert werden“, freute sich Maier.



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